Non Stop Dancing 1973 2


Als Opener: Also sprach Zarathustra. Mit leicht schrillem Chor drüber. Huha. Wann soll das denn 1973 ein Hit gewesen sein? Durch 2001 Odyssee im Weltraum?
Aber hier ist wenigstens der Boogie los. „Rock me baby“ klingt definitiv nicht nach Rock – was ja auch nicht die Aufgabe diese Platte ist. Aber immerhin nach Boogie.


Oh, und neue Karten für mein James Last Quartett. Unten auf dem Rückcover… Ob das vielleicht wirklich inspiriert war durch Quartett-Spiele? In den 70ern hat man ja viel Quartett gespielt. Ich hatte eines mit Peter und der Wolf-Karten. Und später, dass muss dann schon Anfang der 80er gewesen sein: mit Monchichi. Das waren ziemlich kleine Karten mit viel Rosa. Auf einer saß ein Monchichi in einem Rennauto. Leider hab ich mich verlesen, deshalb dachte ich jahrelang, diese Rennwagenliga heisst „Fromel 1“. Klingt doch auch gut, oder? Fromel 1. Wenn Herr Ecclestone mal nicht mehr will, mach ich weiter. Als Fromel 1.
Oha, diese Version von „Immer wieder sonntags“ ist aber viel zu entspannt. So hätte das geklungen, wenn Johnny Mathis das gesungen hätte. Oder Julio Iglesias. Aber Cindy und Bert hatten doch immer so was von frisch aufgezogenen Duracell-Hasen. Feeling war das nicht. Timing auch nicht. Aber Hektik, Atemlosigkeit. Penetranz.
Dafür rockt Mama Loo genauso wie das Original bei den Les Humphries. Das ist nicht wirklich ein Kompliment, auch wenn das hier nicht schlecht klingt. Aber die Les Humphries sind für mich ja das zweite Paradebeispiel von Anti-Soul. Nach Cindy und Bert. Die noch ein paar andere Anti-Sachen sind, obwohl sie eigentlich gern hör. Die Les Humphries hör ich auch gern, aber bitte, dass swingt doch nicht. Das ist der Versuch, durch „viel“ und „schnell“ nach Ekstase zu klingen. Wenn Les Humphries so auch im Bett war, dann gute Nacht. Ich müsste noch eine Einladung zu seiner Hochzeit haben. Ich such sie grad mal raus…
„You´re like a yellow boomerang“. Mein Gott, die 70er waren aber wirklich albern. War das nun ein Kompliment, mit dem Bumerang? Oder doch eher ein „Du bist schlecht angezogen und hast eine komische Form“?
Ich grübel auch immer noch, ob James Last-Stücke klingen müssen wie das Original. Gibt es da eine Kopisten-Verpflichtung? Nein, würde ich sagen. Aber er appelliert doch in höchstem Maße an den Wiedererkennungseffekt. Und die Leute sollen den Potpourris auch nicht lauschen, sondern dazu tanzen. Gebrauchsmusik.
Nein, ich glaub trotzdem, er darf mit den Liedern machen, was er will. Letztlich sollen sich seine Platten ja auch nur verkaufen, oder? Und seinen Ruhm vermehren. Und, na, ein bisschen glaub ich schon, dass er die Leute auch zum Tanzen bringen wollte. Oder zumindest nicht davon abhalten. Also: was darf James Last? Alles.
Bis auf, naja, „Classics up to date“ rausbringen. Aber da ist ein anderes Kapitel… Wo zieht man eigentlich jemanden ab, um die Sirene am Anfang von “Block Buster’ zu spielen? Bei der Rhythmsection? Oder ist das eher die Melodie-Fraktion? Oh, und dann das furchtbare „Get down“. Was mussten die Menschen in den 70ern doch leiden. Die Ölkrise, Mogadischu und Gilbert O´Sullivan. Mein Beileid.
Ich glaube auch, dass Deep Purple weinen würden, wenn sie ihr „Woman from Tokyo“ hören würden. Mit diesem Chor. Aber haben sie es besser verdient? Haben sie die Welt nicht mit „Smoke on the water“ verseucht? Ja, haben sie. Deshalb haben sie es auch verdient, in direkter Nachbarschaft eines Liedes namens „Hi, hi, hi“ eingespielt zu werden. Das ist von einem McCartney, ich vermute, aus der Post-Beatles-Zeit, sonst würde ich es ja kennen. Und nach den Beatles kam bei allen bis auf einen Beatles nix Gutes mehr bei rum. Und der eine war George Harrison. Na, vielleicht ein bisschen noch Ringo Starr.Ich mag „Photograph“. Aber ich mag ja auch „Octopus’s garden“.
Oh, und da säuselt gerade das wunderbare Me and Mrs. Jones“ vorbei. Mein Gott, was ist denn heute mit mir los? Gefällt mir den gar nichts? Oder kann ich einfach nicht verzeihen? Von wegen, „Wer meine Lieblingslieder einspielt…“. Aber es kommt halt ans Original nicht ran. Und so´n bisschen verzückt würde ich von Coverversionen schon auch gern. Sonst macht´s ja keinen Spaß. Das „Me and Mrs. Jones’ muss so träge und lastiv vor sich hinlabern. Und ich glaub, dann kann man nur noch obszöne Schieber tanzen. Und das will James Last wohl nicht.
Dafür klingt „Proud Mary“ gut. CCR scheinen eine sichere Bank zu sein. Da kann James Last wohl nichts falsch machen. Was sagt uns das jetzt über CCR? Ich weiß nicht.