Report München

Ja, man kann gegen Oskar Lafontaine einiges ins Feld führen. Seinen Populismus etwa. Dass er Maßnahmen geisselt, die er vor Jahren noch selbst empfohlen hat. Dass sich ein „Linker“ ausgerechnet die Bildzeitung als publizistische Heimstatt erwählt. Ja vielleicht sogar, dass er damals mir nichts, dir nichts in den Sack gehau’n hat (als ob Nibelungentreue mehr als eine Tertiärtugend wäre).

Du aber, „Report München“, findest Oskar – wenig überraschend – ziemlich doof und kommst uns mit den aufregenden Enthüllungen, dass der Linke Oskar dolle geschäftstüchtig ist und – o Schreck! – gerne gut lebt (O-Ton: „Auch als Feinschmecker und Weinkenner hat sich Lafontaine einen Namen gemacht“). Und willst uns damit wohl sagen, dass, wer für die Armen ist und selbst Geld verdient ja wohl völlig unglaubwürdig ist. Eine Argumentation fast würdig des alten „ZDF-Magazins“ selig („Die Milch wird sauer, das Bier wird schal / im Fernseh’n kommt der Löwenthal“).
Haarsträubender Blödsinn
Also, „Report München“: dieser Schmarrn gehört dahin zurück, wo du ihn hergeholt hast: ins erzkonservative Propagandaschatzkästlein der 50er und 60er Jahre, wo er unsere Intelligenz nicht weiter beleidigt. Und versuch’s statt mit billiger Polemik ruhig mal mit seriösen Argumenten (s.o.).

P.S.: Den ARD-Politmagazinen wird ja demnächst eine Viertelstunde ihrer Sendezeit abgezwackt werden. In Einzelfällen plädieren wir für die dreifache Dosis.