Tapfer

Stefan Niggemeier geht dahin, wo es richtig wehtut und klickt sich durch das Online-Angebot von RTL:

Ich bin immer versucht, die Texte, die dort erscheinen, dadurch zu erklären, dass sie von indischen Kindern neben ihrer Teppichknüpfarbeit geschrieben werden, aber dann wären sie besser. Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass es sich um Rückübersetzungen aus dem Klingonischen handelt.

Mit vielen „schönen“ Beispielen: →Deutschland, ein Stilblütenmeerchen

Win-win Situation

„Er ist einer der beliebtesten und kompetentesten Moderatoren Deutschlands. Gemeinsam mit ihm werden wir nicht nur die Marke ‚ran‘ erstklassig präsentieren, sondern auch die journalistische Kompetenz von Sat.1 weiter ausbauen.“

(Sat.1-Geschäftsführer Guido Bolten über Johannes B. Kerner und seinen Wechsel zu Sat.1)
Der erste Satz gilt nur in einem Deutschland fernab unserer kleinen Gemeinschaftspraxis. Aber das mit dem Ausbau der journalistischen Kompetenz stimmt wohl. Nicht nur für Sat.1, sondern auch fürs ZDF.
(Dr. Zapp)

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Schön wär´s

Zu den Plänen für Schmidts Zukunft sagte Kogel: „Wir haben ganz klare Vorstellungen, wo wir hinwollen.“ In einem Wahljahr „will man Schmidt auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert“. Es gehe darum, „die Comedy-Latte wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt, vergleichbar mit dem US-Polit-Komiker Jon Stewart – aber eben Harald Schmidt.“

So war es Ende letzten Jahres zu lesen.
Auch wenn hier keiner so recht dran glauben mag, schön wär´ es schon, wenn Schmidt nach seiner Frühlings- und Sommerpause nur halb so viel Energie an den Tag legen könnte, wie Stewart hier in seiner Abrechnung mit den Finanz“gurus“ von CNBC:

Bad hair day

Skandale sparte sich das ZDF diesmal, und sogar Oasis, die früher mal eine Rockband waren, machten im Zweiten einen eher matten Eindruck mit ihrem neuen Schlaflied und der merkwürdigen Frisur von Sänger Liam Gallagher, dem kurz vorher die Koteletten explodiert sein müssen.

Peer Schader sah für den Spiegel „Wetten, dass…“: →„Letzten Sommer hab ich mich leicht verlaufen“

Übergepäck

Wenn Jörg Pilawa in Urlaub fährt, dann wahrscheinlich nur im Laster, weil sonst sein Ego zuhause bleiben müsste. Das ist inzwischen so groß, das passt unmöglich noch in den Kofferraum.

Peer Schader im FAZ-Fernsehblog: → Was soll das Pilawa?

Jetzt wein‘ doch endlich, du blöde Kuh!

Wissen Sie, Reich-Ranickis Sendung war immer Rummelfernsehen, jeder Zuschauer hat gehofft, vielleicht bin ich dabei, wenn Karasek Reich-Ranicki erwürgt. Das war Catchen im Schlammbad.

Lesetipp: Charles Lewinsky, Schweizer, ex-Fernsehmann und Buchautor („Talkshow“, „Mattscheibe“) im SZ-Wochenendinterview (→„Scheiße, ich schalte um“) über Verbrauchsware Mensch, Shitpoint und den kleinen Unterschied:

Die Privaten sind ein Betrieb zur Herstellung von Zuschauern, die man anschließend an die Werbung verkaufen kann. Die Öffentlich-Rechtlichen sind theoretisch ein Betrieb zur Herstellung von Sendungen. Das sind zwei verschiedene Aufgabengebiete.

Und zum Schluss noch ein schönes onliner:

Fernsehmacher sind so zynisch, die würden, wenn sie Quote dafür kriegen, sogar was Anständiges senden.

Rausschmeissen!

Es ist entlarvend, dass das ZDF den unfairen Kritiker Reich-Ranicki für seine ahnungslose Pauschalkritik mit einer Sendung belohnte, die Kritikerin Heidenreich für ihre begründete Pauschalkritik aber bestrafte, indem es ihr die Sendung wegnahm.

(…)Aber natürlich kann das ZDF statt auf unbequeme Menschen wie Heidenreich in Zukunft noch konsequenter auf Moderatoren vom Schlage eines Johannes B. Kerner oder Markus Lanz setzen, die natürlich nie etwas gegen den Sender sagen würden (aber seinem Image mit jeder Sendung, die sie moderieren, mehr schaden).

Stefan Niggemeier: →Das ZDF hat´s nicht begriffen

Veronica Ferres?

Stefan Niggemeier stellt in der FAZ ↑50 Fragen an das Fernsehen wie

18. Was würde passieren, wenn man Marco Schreyl seine Moderationskarten wegnimmt?

28. Wird es in absehbarer Zeit wieder Tage geben, an denen Johann Lafer nicht im ZDF zu sehen ist?

41. Warum sehen die meisten Comedians nur lustig aus?

49. Wie ist Sibylle Weischenberg ins Fernsehen gekommen? Und vor allem: Wie kommt sie wieder raus?

Showpopulist

Stefan Raabs Show geht als eine der erfolgreichsten im deutschen Fernsehen als eindeutiges Argument gegen die Demokratie durch. Wenn Raab sich in seiner überheblichen, dummdreisten Art über die unbeholfene und nicht gerade souveräne Sprecherin einer Kleinstpartei lustig macht und ihre Forderung nach einem Grundeinkommen – keineswegs ihre Erfindung, sondern eine seit langem diskutierte Alternative für den Sozialstaat – als lächerliches Hirngespinst darstellt und sich das Publikum dabei feixend auf die Schenkel klopft, dann möchte man lieber nicht dabei sein, wenn der Dumpfionär und seine Anhängerschaft über viel weiter reichende Gesellschaftsmodelle abstimmen müssten.

Johnny Haeusler: →Der Maulwurf aus diesem Internet

Atemlos

Na gut, die Frau [Senna] kann vielleicht singen. Moderieren aber kann sie nicht – es sei denn, moderieren wird neuerdings dadurch definiert, jemanden so schnell sprechen und nach jedem Satz so hörbar nach Luft schnappen zu lassen, dass der Notarzt im Studio schon ganz nervös auf seinem Stuhl herumrutscht.

Peer Schader in der FAZ über die neue ProSieben-Show „Singing Bee“: ↑Schiefer die Töne nie klingen