Alle Jahre wieder

Puh, RTL & Co, da weht Euch aber der amtskatholische Zornesatem direkt ins Gesicht. Einige Bischöfe haben in ihre Fernsehzeitschrift geschaut und waren nicht amüsiert wie der Spiegel zu berichten weiß.

Für den neuen Münchner Erzbischof Reinhard Marx sind derartige Actionthriller zu Ostern nicht akzeptabel: „Ich schaue mir so etwas nicht an“, erklärte er mit Blick auf Filme wie „Sudden Death“ oder „Stirb langsam“ am Karfreitag.

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Kinski, übernehmen Sie!

In der Süddeutschen von heute zu lesen (aus Anlass der – auch gefühlt – tausendsten Sendung von Johannes B. Kerner):

Bald wird Johannes B. Kerner, 43, die Leitung seiner Kochsendung (Freitagabend) abgeben. Es mache ihm keinen Spaß, immer dieselben Fragen zu stellen. Und wenn nur einmal die Schauspielerin Nastassja Kinski in seine Talkshow komme, dann würde er aufhören. Sagt Kerner.

Kerner

Stöckchenspringer

Das scheint eine merkwürdige Gesetzmäßigkeit zu sein, dass nach solchen Entgleisungen wie der von DJ Tomekk ein gemeinsamer öffentlicher Wettlauf beginnt, mit dem sich möglichst viele Leute so lächerlich zu machen versuchen, dass die auslösende Dummheit dagegen fast verblasst.

Stefan Niggemeier in seinem Blog über die → Höchststrafe für DJ Tomekk

Und dann kommt, unvermeidbar wie eine Lawine – Michel Friedman.

Simulation von Echtheit

Natürlich ist Cicero ein überragender Sänger; sein Stück lag, was Arrangement und Vortrag anging, weit über dem Durchschnitt. Aber Swing ist eigentlich eine popmusikalische Antiquität, für die man historisch empfänglich sein muss. Für Westeuropa ist der Glenn-Miller-Sound der des Aufbruchs, der Liberalität, für Osteuropa ersteinmal kurios. „Frauen regier’n die Welt“ ist ein ironischer Titel; Cicero macht Wirtschaftswunder-Pop für die Wir-sind-wieder-wer-Deutschen. Hierzulande scheinen sich Frauen dieses gespaltene Bewusstsein leisten zu können, einen Sänger anzuhimmeln, der ihnen mit Augenzwinkern versichert, dass er auf Emanzipation so wenig Lust hat wie ein Kind aufs Zähneputzen.

Daniel Haas im Spiegel: ↑ Heulsusen regier’n die Welt

Glücksverdummt

(…) selbst die gute alte Klimakatastrophe ist nichts gegen das glücksverdummte Dauerschwadronieren über Kinder, Küche und Kabinett. Aber gut, warum nicht. Glück macht dumm und wer glücklich ist, dem geht der Mund über. Kinder machen nach einer alten Vorschrift besonders glücklich, also muss noch viel mehr gequasselt werden als sonst schon im deutschen Fernsehen.

Willi Winkler in der Süddeutschen über Mutterglück auf allen Kanälen

Movers & shakers

Es gibt Sender, die will in unserer Gemeinschaftspraxis niemand freiwillig sehen. Sender wie Super RTL, TM3 oder Sat1. Und dann gibt es Sender, die hier niemand anschaut, auch wenn er/sie es wollte. Sender wie der ZDF Theaterkanal, Der Schmuckkanal, Bibel TV und Wein TV. Sender für die man so häßlich klingende Dinge wie Set-Top-Boxen oder Pay-Tv-Abonnements benötigt.

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So jung und schon so rostig

Dank Internet können wir heute schon zitieren wie die taz morgen den Tatort von übermorgen („Der Tote vom Straßenrand“) verreisst:

So unverbindlich wurde schon lange kein Plot im „Tatort“ mehr zusammengeschraubt. Der Saarländische Rundfunk ist ja sehr stolz darauf, das jüngste Ermittlerteam am Start zu haben. Blöde nur, dass es wie aus dem Ersatzteillager des Wochenendkrimis zusammengebastelt wirkt.

Gelebte Langeweile

Für das Expertentum

American Football, ARD, 4./5.2.2007

„In 233 Länder“ hören wir, wird der Superbowl übertragen, aber nur die ARD hat einen American Football-Experten namens Boris Becker. Ok, die Frisur sah selten so scheiße aus und er kann einen punt return nicht von einem kickoff return unterscheiden. Aber auf Weisheiten wie

„Deswegen hoffe ich, dass die Mannschaft, die die meisten Punkte macht auch gewinnt“

möchten wir auch in Zukunft nicht verzichten. weiterlesen