Olympia und Fasching

Auch ein so ausgeglichener Mensch wie Dr. Zapp hat mal eine schlaflose Nacht. Dann greift er zur Fernbedienung und freut sich, daß gerade die Olympiade im fernen, rätselhaften Japan tobt. Das verspricht doch immerhin einen gewissen Neuheiten- und Unterhaltungswert und nicht die übliche Nachtmischung aus tausendfach wiederholten Serien, Telefonsexwerbung und den schönsten Bahnstrecken Ostfrieslands. weiterlesen

Der König von St. Pauli

Da will sich Dr. Zapp mal einen fernsehfreien Abend mit gepflegten Telefongesprächen unter Hinter-Net! Kollegen gönnen und dann so etwas: Wohin man auch ruft, überall das gleiche Echo: „Da läuft gerade ‚Der Dingsda von St. Pauli‘. Vielleicht können wir ja später…“ Nach dem dritten Anruf gibt man seufzend auf, greift wieder zur Fernbedienung und beteiligt sich am Sat.1-Quotenhoch.

Jetzt – nach sechs Folgen und ungezählten Werbeunterbrechungen hat „der neue Wedel“ ein Ende. „Und?„, höre ich die Redaktion schon rufen, „Was ist Dein Fazit?„. weiterlesen

Tunnel-Effekt

Kaum kommt Dr. Zapp frohgelaunt, braungebrannt und voller Energie (d.h. mit neuen Batterien für die Fernbedienung aus dem Duty-free-Shop) aus dem wohlverdienten Urlaub (nein, nicht Ballermann!) zurück, erwartet ihn hier der Lady Di-Medien-Gau.

Blitz, das Boulevardmagazin ist tief getroffen und legt Sonderschichten ein. „Wir trauern“, sagt der Jungboulevardconferencier mit tieftraurigem Dackelblick. In einer Sondersendung zeigt man noch einmal all die Bilder, mit denen man sich schon früher über inhaltsleere Sendeminuten gerettet hat. Nur diesmal unterlegt mit Musik, die gut zur Schlußszene aus „Love Story“ gepaßt hätte. „Sie wird uns fehlen“. Das glaube ich aufs Wort. weiterlesen

Gigantomanie der guten Laune

Ich weiß nicht, wie es ist, die Love Parade live zu erleben. Vor der Mattscheibe sitzend löst der organisierte Frohsinn jedenfalls eigenartige Assoziationen aus: Menschen stehen auf fahrenden Wagen und hampeln rum, unten tummeln sich hunderttausende an der Strecke und sind gut drauf. Am Reporter-Mikrofon spielen sich zwei gut aufgelegte Pappnasen die verbalen Bälle zu und sprühen geradezu vor Originalität und Raffinesse. Und wenn die Kamera mal durch die Gegend schwenkt, dann sehen wir in erster Linie Titten und Ärsche. Woran erinnert das? Genau – an den Karneval. Ob in Rio, Mainz-Gonsenheim oder Berlin: Es geht doch nichts über die Gigantomanie der guten Laune. weiterlesen