G. Love & Special Sauce – Yeah It´s That Easy

Der G-Punkt der Liebe und seine Specialsauce habe eine neue Platte gemacht und alles dreht sich um Philadelphia. So wird im Song I-76 ausführlichst über die Philadelphia 76ers berichtet. Angefangen von den Legenden Moses Malone und Julius Erving („Dr. J“) steht vor allem Charles Barkley („Sir Charles“) im Vordergrund („Charles Barkley dissed Larry Bird“). Auch die aktuellen Stars Allen Iverson (Rookie of the year 96/97) und Jerry Stackhouse finden Erwähnung. Das haben sie ja auch verdient, bedenkt man doch, daß die 76ers in der letzten Saison das sechstbeste Offense-Team der Liga waren (100,2 Punkte pro Spiel). Damit waren sie sogar besser als die Lakers! weiterlesen

Attwenger – Song

Von meinen Lieblings-Ösis kenne ich von den bisher erschienen CDs Most (91), Pflug (92) und Luft (93) die erste und dritte. Das Debut versuchte erfolgreich einen Crossover (erinnert sich noch jemand?) zwischen Ösi-Folk und Punk; Luft führte die Herren Falkner und Binder in eine Hiphop – Rhythmik, auf deren Grundlage uns Falkner den Hendrix auf der Zieharmonika (und so manches andere) machte. Was mich jedoch ziemlich umgehauen hat, waren diese merkwürdig – abgespaceten Texte, die wie eine Mischung aus Abzählreim- und Alltagsrap wirkten – jedenfalls das, was der Nicht-Ösi davon verstehen konnte. Damit sind wir schon beim Thema: der Titel bedeutet auf Österreichisch „sagen“. Mit der englischen Bedeutung gibt das schon mal einen ziemlich fiesen Doppelsinn.

Gleichzeitig ergibt ein Blick auf die Spieldauer der 5 Tracks, daß die Herren diesmal mit dem (traditionellen) Songformat nichts am Hut hatten: drei sind über 15 Minuten lang. Allein das rückt SONG schon weit weg vom Vorgänger, aber das ist noch lange nicht alles. Auch bei den Texten ist kräftig reduziert worden. Die bestehen immer nur aus einem Satz, der in der Betonung variiert wird.

Musikalisch ist das Spektrum um Breakbeat bis Drum & Bass erweitert worden; auch hier werden Themen rhythmisch und instrumental immer leicht variiert, so daß ein angenehm – intensiver Flow entsteht, der trotz (vielleicht sogar gerade wegen) der ungewöhnlichen Lineups frisch und von heute klingt. Ist das die neue Welt-Musik? Oder interessiert das auch wieder keinen? Attwenger jedenfalls nicht, die scheißen ganz kräftig auf jeden Kategorisierungsversuch. Nicht mal über die Tracklänge wollen sie sich berechenbar machen lassen: das kürzeste Stück dauert 6 Sekunden, heißt „Es gibt Wiederholungen“ und besteht exakt aus diesem (gesprochenen, unbegleiten) Satz. Ernst Jandl (Wer kennt E.J.?) kannte Attwenger und fand sie gut.

Noch Fragen?

(mu)

Chris Cacavas: Anonymous

Irgendwann in den Achtziger haben Dan Stuart und Chuck Prophet den guten Chris „Chez“ Cacavas einfach nicht mehr zu den anstehenden Aufnahmen der gemeinsamen Band Green On Red eingeladen. So hat der Keyboarder der Band gedacht, daß in allem Schlechten auch etwas Gutes steckt, sich seine schlummernden Solopläne zu Herzen genommen, die Gitarre gepackt, die Stimme geölt und eine Platte gemacht (Chris Cacavas & Junkyard Love – s/t; 1989 Heyday Records). Mit den Junkyard Love hat er dann weitere 3 Platten aufgenommen (plus zwei Return-To-Sender-Veröffentlichungen beim Mailorder Label Normal). weiterlesen

Luna: Pup Tent

Gute Gitarrenarbeit ist im Zeitalter der digitalen Vertonung von Emotionen zu einem Suchen nach Nuggets in schlammigen Wasser geworden. Wie einst die alten Goldschürfer durchwühlt man seinen Claim, wobei die Hoffnung auf neue Funde täglich schwindet. Findet man denn doch einen solch funkelnden Klumpen, so ist die Freude um so größer. Aber genug mit dem Fabulieren, mit „Pup Tent“ von Luna ist endlich mal wieder eine Bandplatte herausgekommen, die solche Freude aufkommen läßt. weiterlesen

Bowery Electric: Beat

Einst bei My Bloody Valentine kamen die Leute und wollten diese Platte umtauschen, weil die CD leiern würde (den Kassenzettel hatten sie natürlich dabei). Erst nach stundenlangen technischen Ausführungen konnten die Timingschwankungen als Stilmittel entlarft werden. Desweiteren gingen die Käufer mit der melancholisch anmutenden Erkenntnis nach Hause, daß es im CD Zeitalter ein Leiern nicht mehr geben kann.
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Pat Thomas: Valium

Irgendjemand hat mir gesteckt, daß der gute Pat Thomas vor den Aufnahmen zum Album „New Directions In Music By Pat Thomas: Valium“ unsanft von seiner Freundin abserviert wurde und sie nun Ex nennen darf. Ob dies der entscheidende Einfluß war oder ob er sowieso neue Wege im Rahmen der Pat Thomas Musik gehen wollte, am Ende steht ein Brocken von Album, an dem man erst einmal zu würgen hat. Da ist nichts mehr von dem Etikett „Neo-Folk“ und den damit verbundenen sanften Harmonien, sondern Pat zeigt uns seine schmutzigen Straßen von San Francisco. weiterlesen

Eleventh Dream Day

Wir treffen Eleventh Dream Day auf ihrer Tour durch Deutschland in einem dieser sozialdemokratischen Kulturzentren der Bundesrepublik, die entweder mit viel Holz und/oder mit viel geschweißtem Eisen gestaltet sind, aber immer doch einen melancholischen Eindruck der Welt vermitteln. Zur Ehrenrettung des Veranstaltungsortes muß jedoch gesagt werden, daß der Konzertraum toll und geschmackvoll ist und der Kaffee heiß und stark ist.
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