Der Traum der Aufklärung

Wir müssen mitstreiten, uns einmischen und die Rechte der Öffentlichkeit zurückerobern. Mit „wir“ meine ich uns, das Volk, das die Verfassung geschaffen hat und das den aufklärerischen Grundsätzen, die dabei Pate standen, in der Alltagsrealität der Informationsgesellschaft zur Geltung verhelfen sollte. Gewiss, digitalisieren müssen wir. Aber wichtiger noch: Wir müssen auch demokratisieren.

Robert Darnton, Leiter der Universitätsbibliothek von Harvard in Le Monde diplomatique über Segen und mögliche Gefahren des Buchdigitalisierungsprojekts von Google: →Im Besitz des Wissens.

Open Access Sozialismus

Erst waren es nur ein paar seltsame Artikel in Tageszeitungen, jetzt gibt´s einen „Heidelberger Appell für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ mit zahlreichen Unterschriften von Daniel Kehlmann über Thomas Wörtche bis Franz Dobler. Und wieder werden fröhlich Google BookSearch und Open Access in einen Topf geworfen.

Matthias Spielkamp hat dankenswerter Weise eine Replik geschrieben: →Open Excess: Der Heidelberger Appell.

Lesen!

(wm)

Schön wär´s

Zu den Plänen für Schmidts Zukunft sagte Kogel: „Wir haben ganz klare Vorstellungen, wo wir hinwollen.“ In einem Wahljahr „will man Schmidt auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert“. Es gehe darum, „die Comedy-Latte wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt, vergleichbar mit dem US-Polit-Komiker Jon Stewart – aber eben Harald Schmidt.“

So war es Ende letzten Jahres zu lesen.
Auch wenn hier keiner so recht dran glauben mag, schön wär´ es schon, wenn Schmidt nach seiner Frühlings- und Sommerpause nur halb so viel Energie an den Tag legen könnte, wie Stewart hier in seiner Abrechnung mit den Finanz“gurus“ von CNBC:

Carus Thompson: Creature Of Habit

Wie macht der das bloß? Schüttelt scheinbar ohne Mühe immer wieder Ohrwurm-Melodien aus dem Ärmel, als ginge das so einfach. Nach dem letzten regulären Studioalbum mit Band (→ zur Hinternet-Rezension) und einem Coveralbum geht der australische Singer/Songwriter (Jahrgang 1976) Solowege. Gleichwohl stehen ihm Produzent Greg Arnold als Multiinstrumentalist (Gitarren, Keyboards, Ukele und anderes ausgefallenes „Spielzeug“) sowie Brad Jones (Bass) und Ian Kitney (Schlagzeug) zur Seite. Die beiden letzteren halten sich in der Regel dezent zurück.
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Telepathe: Dance Mother

Hallohallo, nun aber mal langsam mit den wilden Pferden! Nur, weil eine Band aus NYC kommt, genauer gesagt aus Brooklyn, und nur weil dort momentan AVANTGARDE-POP groß geschrieben wird und zugegebenermaßen eine ganze Reihe großartiger Kreativposten von dort kommen und die Schräg-Pop-Szene dort derzeit enorm dicht ist, heißt das nicht, dass jede Band gleich einen Meilenstein in der Popgeschichte markiert. Was für Cat Power, TV On The Radio, Antony Hagerty und sein ganzes Kreativmagnetfeld inklusive Joan As Police Woman und sicherlich viele andere Projekte mit Big Apple-Provenienz gelten mag, gilt nicht für jede Combo an jeder Ecke Brooklyns.
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Bad hair day

Skandale sparte sich das ZDF diesmal, und sogar Oasis, die früher mal eine Rockband waren, machten im Zweiten einen eher matten Eindruck mit ihrem neuen Schlaflied und der merkwürdigen Frisur von Sänger Liam Gallagher, dem kurz vorher die Koteletten explodiert sein müssen.

Peer Schader sah für den Spiegel „Wetten, dass…“: →„Letzten Sommer hab ich mich leicht verlaufen“

gemein006

Well, I hate Rush and Yes as much as the next man but I also think that virtually all the punk bands were shit. Beyond that subjective judgement what is plain to see for anyone who cares to take the time is that punk made decent musicians afraid to demonstrate their talent. How else would Sid Vicious, an idiotic, talentless, moronic thug, become the poster boy of the movement?

Drowned in Sound – The Insider: ↑How the ‚Albums Artist‘ is being strangled

Veröffentlicht in: Musik |

Interview: Rockterrine

Wer als Musiker im Großraum Trier gastiert, hat große Chancen, von der Rockterrine bekocht zu werden. Die wurde 2003 von Katrin Lauter und Simone Voigt initiiert. Im September 2008 kam sogar ein erstes Rockterrine-Kochbuch in den Handel: →„Rockterrine: So schmeckt Rock ’n‘ Roll!“. Hinter-Net! sprach mit Simone Voigt über die Anfänge der Rockterrine, das Buch und die Zukunftspläne.

Hinternet: Wie sind Sie seinerzeit auf die Idee gekommen, für Bands zu kochen?

Voigt: Als Teenager haben wir angefangen in einem Trierer Jugendzentrum (Exzellenzhaus) für Bands zu kochen. Die Veranstalter waren Freunde von uns und aus diesem Grund war das Bekochen der Bands ein Freundschaftsdienst. Für uns war es natürlich auch sehr interessant, Backstage hinter die Kulissen zu schauen. Und dann ist irgendwann aus ‚Reis mit Scheiß‘ eine große Leidenschaft geworden. Schließlich bekamen wir 2003 den ersten professionellen Auftrag. Der örtliche Konzertveranstalter Popp Concerts betreute uns mit dem Catering für Air, das französische Elektropop-Duo. Mithin war der Name Rockterrine geboren.

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Better Know a Beatle

Beim klassischen Antagonismus „Beatles oder Stones“ war ich immer für die Stones (die der 60er wohlgemerkt, nicht die aktuelle Seniorentruppe) und die Frage „Jon Stewart oder Stephen Colbert?“ beantworte ich mit einem klaren „Jon Stewart, hallo?“.
Mit diesem grandiosen Beitrag machen Colbert und Macca aber einige Punkte gut:

(bg)