A Subtle Plague: Hung to dry

Benjii Simmersbach, einer der drei Brüder aus dem immer bekannter werdenden Bandkollektiv A Subtle Plague, liegt vollkommen richtig mit seiner im Hinter-Net!-Interview geäußerten Einschätzung: „Hung to dry“ ist das erste Album der globalen, äh.., Punk-Hippies (‚tschuldigung), das mit straff ausgerichteten Songs aufwartet.

Frühere Veröffentlichungen wirkten ja eher wie eine Gemischtwarentheke aus dem Sound- und Stilangebot diesseits der Independent-Gitarrenmusik. Die neue CD der San-Francisco-Band bringt die Dinge mehr auf den Punkt. A Subtle Plague spielen fast schon klassisch zu nennenden amerikanischen Punkrock mit deutlichen Folk-Einflüssen. Klingt beim Lesen wahrscheinlich langweiliger als es beim Hören ist. Wunderbare Melodien und kraftvolle Gitarren treffen auf einen treibenden Schlagzeuger und eine direkte, knackige Produktion.

Gelegentlich blitzen Ähnlichkeiten mit Hole (ohne deren Affektiertheit) und den Pixies auf (ohne deren Abgedrehtsein). Allerdings sind A Subtle Plague individuell genug, daß sich solche Vergleiche nur für kurze Momente ins Bewußtsein drängen. Den besonderen Touch erhalten die Songs durch den Paargesang von Analucia da Silva und Pat Ryan, deren Stimmen voller Energie und Unruhe sind und dadurch das selbstgefällige Suhlen in romantischer, melodieverliebter Indie-Seligkeit unmöglich machen.
Diese Platte lebt.

A Subtle Plague: Hung to dry
(World Service/Rough Trade)

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