Interview: Twenty Ton Fly

Twenty Ton Fly sind kurz nach Veröffentlich ihrer ersten CD für 14 Tage auf Tour. Mit den Melvins und Schweisser. Es gibt sicher schlechtere Voraussetzungen eine neue Platte zu promoten. Bisher (10 Termine) scheint alles sehr gut gelaufen zu sein für die 5 Jungs aus München mit Proberaum in Landshut.

„Wir haben befürchtet als Opener vor leerem Saal spielen zu müssen. Meist hatten wir aber Glück und das Publikum hat nicht nur an der Bar gesessen und Aufwärmbiere getrunken. Wir sind viel besser angekommen, als wir zu träumen gewagt hätten.“ meint Sänger Gigi, der erst relativ kurz bei der Band ist.
Anläßlich ihres Auftritts in der Batschkapp zu Frankfurt (am 20. November 1997) sprach Carsten Frank mit der Band.

Hinter-Net!: Schweisser, Melvins und Ihr. So 100%ig paßt das ja nicht zusammen, oder?

Harald (Baß): Das Konzept der Tour war, daß Schweisser weg wollten von den traditionellen Metal-Packages. Sie wollten den Stilwandel ihres letzten Albums auch mit der Tour umsetzen. Neben den Melvins, die ein völlig anderes Publikum anziehen, wollten sie noch eine dritte, etwas ruhigere Band dabei haben. Da wir Schweisser schon länger persönlich kennen und unsere Platte gleichzeitig rauskam hat sich das so ergeben. Das Konzept ist sehr gut aufgegangen.

Hinter-Net!: Man hat Euch ja zuvor noch nicht richtig live spielen sehen. Und trotzdem kommt Ihr als Rockband mit einem Major-Deal daher.

Harald: Wir sind den umgekehrten Weg gegangen, erst das richtige Material erarbeiten, dann eine Platte aufnehmen und erst jetzt die Tour.
Gigi (Gesang): Alle Bandmitglieder haben in diversen Projekten vorher schon viele Band- und somit auch Live-Erfahrungen gesammelt, die jetzt umgesetzt werden können.

Für alle Mitglieder ist dies jetzt nach vielen mehr oder weniger erfolgreichen Projekten die Hauptband geworden. Ihre Zielsetzung ist es irgendwann von der Musik und damit von den „Erträgen“ von Twenty Ton Fly leben zu können.

Gigi: Man muß sein Leben einfach so einrichten können, um Zeit für die Band zu haben, aber auch in der Anfangsphase existieren zu können. Jeder hat zwar derzeit Jobs, um seine Rechnungen zu zahlen, arbeitet irgendwo als Steinmetz, im Verantaltungsgewerbe, Journalismus, macht Studiomusik, ist Student oder Elektriker. Recht normale Jobs halt.

Twenty Ton Flys früherer Drummer Jason wollte lieber reisen statt Musik zu machen. „Er wollte Musik nicht in letzter Konsequenz“. Schließlich hat man sich friedlich getrennt.

Hinter-Net!: Was war für Euch der Auslöser Musik zu machen?

Harald: Das hat sehr früh aus dem Fan-Sein heraus angefangen. Man wollte so etwas machen wie die Leute, die man gesehen hat.
Gigi: Der zweite Schritt ist, sich ein Instrument auszusuchen, etwas mit der Stereoanlage zu üben. Irgendwann sucht man sich Gleichgesinnte und macht ´ne Band auf. Meist sind es Freunde oder Geschwister. Erst habe ich Musik sehr locker genommen (eigentlich wollte er Fußballer werden) und den Spaß genossen. Irgendwann zwischen 16 und 20 fühlst du, daß es das ist, was du machen willst. Du weißt, was du dafür tun mußt, was für Kompromisse du eingehen mußt, aber du denkst: Das will ich.

Hinter-Net!: Was passiert nach der Tour?

Gigi: Schlafen erst mal.

Hinter-Net!: Und dann?

Harald: Irgendwann eine 2. Tour und dann ´ne 2. Platte.

Hinter-Net!: Gibt es Ambitionen ein Video aufzunehmen?

Gigi: Das ist sehr von der Plattenfirma abhängig. Wir haben zwar einen Major-Deal, wie groß das Budget ist, das investiert wird ist überhaupt noch nicht klar. Vielleicht wird eine Single ausgekoppelt. „Push“ ist unser Favorit. In den nächsten Wochen wird, nach Abschluß der Tour, entschieden wie es weitergeht.

Hinter-Net!: Was für Musik habt Ihr vor Twenty Ton Fly gemacht?

Harald: Wir kommen eigentlich alle irgendwo aus der Punk Metal Indie Crossover Ecke.

Hinter-Net!: Beeinflussen Euch eigentlich aktuelle Musiktrends, wie z.B. die gesamte Elektronik-Richtung?

Gigi: Wenn man älter wird beeinflussen einen Trends nicht mehr so stark wie als Teenie. Irgendwie konzentriert man sich mehr auf die eigene Musik. Es muß in sich stimmig sein und dadurch versucht man, sich unabhängig von Trends zu machen. Irgendwann steht man im Übungsraum und sagt zu sich selbst: Hey, so kannst du das nicht spielen. Aber weil es nicht zu einem paßt und nicht weil gerade 70er statt 80er Jahre Gitarrenriffs angesagt sind. Auch wenn man sich gut in Trends bewegt, bekommt man schnell die Plakette „Die haben das jetzt so gemacht, weil es trendy ist“ umgehängt. Dieser Kritik muß man sich dann stellen. Die Plattenfirma wird ihr übriges dazu tun und sagen, das ist gut und das nicht. Dann schließt man auch wieder Kompromisse, die nicht unbedingt schlecht sein müssen.

Hinter-Net!: Habt Ihr irgend ein Verhältnis zum Internet?

Gigi: Ich selber kann nichts mit Computern anfangen. Das Medium selbst ist uns natürlich nicht entgangen, zumal mein Bruder sehr tief in dieser Sache drin steckt. Wir werden uns auch überlegen in dieser Richtung etwas zu machen, egal ob über die Plattenfirma oder sonstwo. Irgendwo bewegt sich ja auch ein Teil unserer Zielgruppe in dem Medium

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