Nick Cave, Mick Harvey and Ed Clayton-Jones: And The Ass Saw The Angel

Was Henry Rollins vor zwei Jahren nicht gelungen ist, nämlich Auszüge aus seinen Büchern mit Musik zu kombinieren und auf CD zu bannen, das haben die Herren Cave, Harvey und Clayton-Jones besser in die Tat umgesetzt. Die ersten vier Tracks der mir vorliegenden Platte, die da wären „Mah Sanctum“, „Lamentation“, „One Autumn“ und „Animal Static“, sind Passagen aus Nick Caves Novelle „And The Ass Saw The Angel“ (erschienen 1988 in seinem Buch „King Ink“), gelesen von seinem Autor selbst. Um seinen Worte mehr Rhythmus und Farbe zu verleihen, spielt er zusätzlich Piano und hat dieses seinen gelesenen geschriebenen Worten untergemischt. Wer es nicht wusste, diese Tracks lagen bereits in Form einer Bonus CD der limitierten Auflage des Albums „Tender Prey“ bei. Wer ein echter Nick Cave-Fanatiker ist, wird es gewusst haben und zumindest diese Stücke des Albums in seiner Sammlung haben.

Im Oktober ’93 wurde „And The Ass Saw The Angel“ schliesslich im Napier Theater in Sth. Melbourne aufgeführt. Für die Bühnenadaption lieferten selbstverständlicherweise Mick Harvey und Ed Clayton-Jones die bizarr-mystisch-ordinäre Musik (David Lynch lässt grüssen), der Katy Beale kurz mal ihre Stimme lieh. Das werden wohl die wenigsten Nick Cave-Fans gewusst haben und daher diesen „Soundtrack“ kaum in ihrem Regal stehen haben. Es sei denn sie hatten sich im Januar ’99 die CD im Mute-Mailorder-Katalog bestellt. Da erschien sie exklusiv. Erst jetzt ist wurde sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist Ende Oktober im regulären Plattenhandel veröffentlicht worden.

Nick Cave, Mick Harvey and Ed Clayton-Jones: And The Ass Saw The Angel
(Mute/IRS)

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