John Hiatt: Crossing Muddy Waters


Gleich zu Beginn verschreckt John Hiatt bei „Lincoln Town“ die Zuhörer erstmal mit einer knödeligen Stimme, an der schon echte Fans schwer zu schlucken haben. Aber was danach kommt, gehört zu dem Besten, was der amerikanische Songwriter in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Back to the roots – purer Folk, Country und Blues – außer Fußstampfen ohne Drums eingespielt.

Mit Davey Faragher und David Immerglück dominieren die akustischen Gitarren und vermitteln ein erdiges Feeling. In drei Tagen (!) waren alle zehn Titel eingespielt. Der Name John Hiatt sollte endlich im Sprachgebrauch als Synonym für „geniales Songwriting“ eingehen. Der Titelsong oder „Before I Go“ sind so intensiv, so perfekt, dass man sich permanent fragt, warum dieser Mann immer noch so ein Schattendasein fristet. Befürchtungen, dass die neuen Songs nach Country-Seligkeit klingen, können direkt ad acta gelegt werden. Dass John Hiatt einer der meist gecoverten Songwriter ist, kommt nicht von ungefähr. Aber mit „Crossing Muddy Waters“ übertrifft er sich selbst. Spontan, direkt und wunderbar lebendig.

John Hiatt: Crossing Muddy Waters
(Sanctuary / edel)

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