Beangrowers: Beangrowers

Dass sie aus Malta kommen, kann das junge Trio schon nicht mehr hören. Den Exotenbonus sind sie leid… – und haben sich parallel dazu größte Mühe gegeben, alles Exotische, Originäre aus ihrer Musik zu verbannen. So es denn je drin gewesen sei. Elektronischer ist sie geworden, ihre Musik. Manch schriller, verzerrter Ton fungiert als Accessoire. Spacig klang sie allerdings auch schon auf dem Debüt „48k“. Rasant, schrammelig und mit viel Geblubber gaben die „Beangrowers“ vor zwei Jahren ihren Einstand, produziert von Knöpfchen-Größe Gareth Jones. Diesmal saß Teo Miller hinter den Reglern, aber musikalisch hat allem wenig bewegt.

Es ist ein hochwertiges Album, kein Zweifel. Leicht, voll Pop-Esprit und guter Ideen. Aber es ist eben auch ein High-Tech-Album, viel zu glattpoliert für den im Label-Info postulierten „Indie-Rock“-Einschlag. Die Hooks bleiben nicht wirklich hängen (anders als auf „48k“), überhaupt rutscht der suchende Kritiker-Griff auf der Suche nach der Beangrowers-Spezifik immer wieder ab. Unter der hochproduzierten Schale verbirgt sich effektvoller Minimal-Pop und eindrucksvoller Gesang – beides leider zum Bubblegum verunstaltet, das LowFi-Flair wirkt aufgesetzt, neben abgestandenen TripHop-Anklängen geistern immer wieder Garbage und die Pixies durch die Songs, deren Referenzen den Beangrowers-Sound vollends zum Euro-Trash degradieren.

Beangrowers: Beangrowers
(Our Choice/Zomba RTD 195.3760.2P)

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