The Notwist: Neon Golden

Ich bin Stimmen-Fetischist – eine gute Stimme kann eine Platte schon mal über den Durchschnitt heben, wenn sonst der Rest nicht so prall ist. Markus Acher von The Notwist ist definitiv kein guter Sänger; „Neon Golden“ ist trotzdem ein gutes Album. Versucht, The Notwist mit allen Vorurteilen dieser Welt zu begegnen, versucht krampfhaft, diese Platte scheiße zu finden – es wird euch beim Hören nicht gelingen.

Die zehn Songs lullen dich ein, entführen dich in einen Soundzirkus, in dem Dinge häufig nur angedeutet werden, aber so geschickt eingesetzt sind, dass sie am Schluss immer das Ganze ergeben. Auch auf ihrem fünften Album bleiben die Weilheimer ihrem Stil treu, tappern aber dieses Mal auf ruhigeren Pfaden.

Trotz aller Einflüsse, die hier verwurschtelt werden, und der vorwiegend elektronischen Klanglandschaft steht gutes altes Songwriting im Vordergrund. Das sind dann groovende kleine Soundmonster wie „Pilot“, das beklemmende „Solitaire“ oder der relativ eingängige Opener „One Step Inside Doesn’t Mean You Understand“. Und irgendwann hat man sich sogar an die nölende Stimme gewöhnt.

The Notwist: Neon Golden
(City Slang/ Virgin)

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