Smoke Blow: Dark Angel

Schwarz? Ja. Engelhaft? Nein. Trotzdem der passende Titel für diese Scheibe. Das neue Album der eigentlich netten Jungs von Smoke Blow ist pechschwarz und düster wie eine Nacht ohne Mond. Nicht das Cover, der Inhalt ist gemeint und damit die Texte und die Musik. Allein schon die Songtitel, die Smoke Blow sich ausgedacht haben: „Diabolical“, „Diabolical Reaction“, „Black Church Of America“ oder „Demonslaver“. Dämonen und Teufel allerorten. Es ist zum Gruseln. Man könnte fast meinen, die Jungs hätten gar keinen Spaß.

Natürlich muss die Musik farblich zu Obengenanntem passen. „Dark Angel“ ist düsterster und dreckigster Rock’n’Roll mit Screamo-Anleihen (immer dann nämlich, wenn wild geschrieen und gekrischen, denn gesungen wird). Irgendwie ist Smoke Blow das Kunststück gelungen, in all der Schwärze ihrer Musik genügend Melodien einzuarbeiten, die – Achtung! – höllisch grooven, im Ohr haften bleiben und auch dieses Smoke Blow-Album wieder zum einen Hörgenuss der besonderen Art werden lassen. Unverkennbar ist einmal mehr die Stimme der Kieler Band: die Stimme von Frontmann Jack Letten. Man darf sich jetzt schon auf die anstehenden Konzerte freuen. Da werden sie wie gewohnt gnadenlos rocken, dass einem Hören und Sehen vergehen wird. von Turbonegro, Queens Of The Stone Age oder auch Motörhead sollten sich mal dem ‚Dark Angel‘ widmen und sich von Smoke Blow ordentlich durchschütteln lassen. Die Jungs kleckern nicht, sie k(l)otzen. Klasse Band. Ach ja: Wer großer Ärzte-Fan ist und keinen Gastauftritt eines Arztes verpassen will, der sollte auf ‚Dark Angel‘ genau hinhören, denn Bela B. Felsenheimer war im Studio zu Gast. Er gab zum einen seine beste Christopher Lee-Sprechstimmenimitation ab, zum anderen sang er auch mit.

Smoke Blow: Dark Angel
Nois-O-Lution/Indigo
VÖ: 29.8.2005

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