Two Gallants: What The Toll Tells

Obwohl klar dem Country zugewandt, sind Two Gallants mit den Labelkollegen Bright Eyes nicht vergleichbar. Während Conor Oberst mehr den Typ verkörpert, der es angeschossen über die Grenze nach Mexiko schaffen muss, um das letzte Mal seine Liebste zu sehen, haben Two Gallants mehr von Billy The Kid: Kämpfen bis zur letzten Kugel, zynisch lächelnd aus dem Leben scheiden und den letzten Atemzug an eine Zigarette verschwenden.

Die zwei Köpfe hinter diesem Wahnsinn, Adam Stephens und Tyson Vogel, erzählen staubtrocken ihre Geschichten und sind dabei spannender als der erste Western für einen 8-Jährigen. Glücklicherweise ist „What The Toll Tells“ nicht nur ein kurioses Album, das nach zwei Mal Hören lächelnd für immer im Schrank verschwindet. Stattdessen düsteres Storytelling mit einem Fuß im Sarg und dem anderen in der Hardcore-Vergangenheit.

Am besten sind Two Gallants, wenn sich ihre Songs unvermittelt aufbäumen, ausbrechen und dann auch gerne mal klingen, als hätten Calexico und The Pogues im Whiskeyrausch ein Kind gezeugt („16th St. Dozens“). Wild, authentisch und ziemlich durchgeknallt.

Two Gallants: What The Toll Tells
Saddle Creek/Indigo
www.twogallants.com
VÖ: 17.2.2006

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