Qual und Wahl

Ich geb ja zu, dass meine Magenschleimhäute allen Grund haben, mir „was heimzuzahlen“. Aber hab ich sie in der Vergangenheit wirklich so schnöde behandelt, dass sie mir ein Dauersodbrennen anhexen müssen? Zwieback, Kamillentee, Weißbrot und eine Tütenspargelcremesuppe, in der ich normalerweise nicht mal meinen Aschenbecher einweichen würde. Schlaflose Nächte. Gut so? Kann man viel Krimi lesen? Denkste!

Mischa Bachs neuen Krimis „Stimmengewirr“ jedenfalls nicht. Nach 30 Seiten zugeklappt, liegt nicht an Mischa Bach, liegt an meinem Zustand. Also eine alte Schwarte, „Mecke macht alles“ von Harry Kroll, aber da hauts mich nach noch weniger Seiten weg, das Ding von 1935 hat nämlich auch noch den Geruch von 1935, was mein Magen momentan überhaupt nicht goutiert.

Heute morgen war ich schon fast so weit, Robert van Guliks Richter Di-Krimis zu revisitieren. Das klappt immer an schlechten Tagen, don`t ask me why. Da brachte der Postbote Michael Robothams „Amnesie“, na ja, man liegt auf der Couch rum, kann man mal anlesen. Und scheint zu klappen. Auch hier: Ich weiß nicht warum. Gibt es Krimis für gute und für weniger gute Zeiten? Wäre auch mal ein Thema.

Und für morgen brauch ich eine Besprechung. Ähnliches Problem. Die ausführliche Doppelbesprechung Disher im Unionsverlag / Disher bei pulp masters verschiebe ich auf nächste Woche, da übernehm ich mich heute nicht mehr. Der neue Lansdale vielleicht oder, was hab ich noch gelesen…“Drei Wochen im November“ von José Luis Correa. Oder, ganz anders: was aus dem Jahre 1957, sehr kurz, 120 Seiten, „Duell im Dunkel“, vorgestern aus der Kiste gezogen. Na ja, man wird sehen. Zurück zu Zwieback und dem ganzen öden Rest der Welt.

Ach ja: Stuart Kaminsky, von der ebenfalls magenerkrankten Anobella empfohlen, ist angekommen. 0,01€ plus 3 € Porto und Verpackung. Haben sogar noch ein kleines Taschenbuch dazugelegt, die lieben Leutchen: „101 Gerichte rund ums Huhn“, kein Witz. Und das in meiner Situation! Die Welt hat sich verschworen und dreht mir eine schadenfrohe Nase.

12 Gedanken zu „Qual und Wahl“

  1. Huhn ist doch gut. Hühnersuppe: Heißt im Volksmund „jüdisches Penicillin.“ Bei allen Krankheiten zu empfehlen. Gute Besserung! (Wassen überhaupt los hier? Alle krank? Gegenseitige Ansteckung?)

  2. Danke, danke. Aber von wegen „Hühnersuppe“. Müsstest mal sehen, wie die in diesem Buch in Huhn schwelgen. „Stubenküken füllen“ usw. Dann würds mir schlecht, wenn mirs nicht schon schlecht wäre. Wieder aufm Damm, Fräulein Anobella? Freut mich. Nee, auffer Arbeit quäl ich mich nicht, aber mitter Arbeit…

    bye
    dpr

  3. ich kenn mich mit sodbrennen nicht aus, aber eigentlich ist der tipp bei magenschmerzen einige tage nix zu essen, das macht sogar spaß, man braucht allerdings solche nuckelwasserflaschen dazu, wo man den ganzen tag dran saugen kann. oder halt intravenös.

  4. grr. das system hat mir was vom bär auf englisch erzählt, ich wieder riesenprobleme mit dem posten und so. kannst du das eine post mal löschen.

    *trommelt mit den fingern auf die tischplatte

  5. Ich wünsche gute Besserung, einen lesbaren Krimi und empfehle Sprudel zu trinken. Mein Magen mag das jedenfalls, wenn er mal außer Gefecht ist.
    LG
    barb

  6. Walter hatte ja auch Anfang des Jahres Magenprobleme… Dann bekam er Nachwuchs… Sicherheitshalber sollte Dieter sich in den nächsten Tagen weiter schonen.

    Das Doppelpost ist entfernt, liebe Frau anobella.

  7. Danke, Barb. Ich hat mich jetzt auf Kamillentee und Weißbrot geeinigt, mal sehen, ob es was hilft.
    —Wünsch!!! Was willst du damit andeuten? Ich Vater? Aber wer ist die Mutter? Schnell mal das Adressbüchlein durchgehen…

    bye
    dpr

  8. Danke, liebe Claudia. Es scheint zu helfen (allerdings with a little help from mother’s little helpers, den kleinen bunten Pillen). Endlich mal eine einigermaßen durchgeschlafene Nacht.

    bye
    dpr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.