Protectors: Auf Leben Und Tod

Im Herbst 2009 lief im ZDF auf dem angestammten sonntäglichen Krimiplatz (nach 22 Uhr) die neue skandinavische Serie „Protectors – Auf Leben Und Tod“ an. In fünf Folgen wurde einem eine dänische Spezialeinheit vorgestellt, in deren Mittelpunkt die drei Geheimdienst-Frischlinge Jasmina El Murad (Cecilie Stenspil), Rasmus Poulsen (Søren Vejby) und Jonas Michaelsen (André Babikian) stehen. Sie haben die Aufgabe, Personen zu schützen und Verbrechen aufzuklären. Damit hebt sich diese Serie von anderen ab: Wo sonst nur ermittelt wird, sind hier der Personenschutz und damit verbunden diverse präventive Maßnahmen wie Verwanzen einer Wohnung oder Beschattung eines Verdächtigen unumgängliches Mittel zum Zweck.

Dass Personenschützer in der Schusslinie stehen, ist natürlich Teil ihres Berufs. Dass dies allerdings nicht aufgrund dessen Ausübung, sondern ihres „Migrationshintergunds“ geschieht, ist neu. So ist in der zweiten Episode nicht die von der Spezialeinheit bewachte Premierministerin Ziel eines Anschlags, sondern die in Kairo geborene und nach Dänemark emigrierte Personenschützerin Jasmina El Murad.

In der fünften Folge geht die Bedrohung von dem ehemaligen RAF-Terroristen Christoph Meyer (gespielt von Wolf Roth) aus, der im Vorfeld der Kopenhagener Klima-Konferenz die britische Ministerin Claire Thornton, die heimlich gegen die von Lobbyisten der Kohle- und Ölindustrie geschmierte Politiker und Journalisten ermittelt, entführt. Allerdings ist die Gefahr nicht immer politischen Ursprungs. In Folge eins dreht ein Vater durch, weil dessen Sohn, ein Bodyguard, bei einem Anschlag in Bagdad ums Leben kam als er den Verteidigungsminister zu schützen versuchte. Nun will der Vater den Politiker für den Tod seines Sohnes verantwortlich machen.

Die Drehbücher zu „Protectors – Auf Leben Und Tod“ schrieben Mai Brostrøm und Peter Thorsboe. Mit Erfolg: Bei der Verleihung der „International Emmy Awards 2009“ gewannen sie in der Kategorie „Beste Dramaserie“. Da muss man sich allerdings wundern, warum nicht im Jahr zuvor die Ende 2008 ausgestrahlte zehnteilige dänische Krimiserie „Kommissarin Lund“ mit einen „Emmy“ ausgezeichnet wurde. Die war im Vergleich zu „Protectors“ wirklich von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend.

Denn so gut die Ansätze von Brostrøm und Thorsboe auch sind, die ersten fünf Folgen reißen einen nicht vom Hocker. Es fehlt ihnen an etwas mehr Spannung und Tiefgang. Außerdem erinnert beim Wechsel von einem Handlungsort zum nächsten das heranzoomende Sattelittenbild fatal an „Der Adler“.

(kfb)