ESC 2011 – Die Vorschau (III)

Bosnien-Herzegowina: Dino Merlin – „Love in rewind“

Hat das Zeug zu meinem persönlichen Sommerhit! Leicht swingendes, entspanntes Ohrwürmchen mit leicht angebeatletem Harmoniegesang. Trotzdem werde ich zittern, ob dieses wunderschöne, unaufgeblasene Stückchen Pop im Finale landet. Ich drücke alle Daumen und wünsche alle zwölf Punkte der Welt.

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Österreich: Nadine Beiler – „The secret is love“

Frau mit Alexandra-Frisur und Mörderstimme. Bringt Whitney Houston-Song mit, aus dem jeder Soul entfernt wurde. Viel Stimmakrobatik, viel Pathos, viel Ausstrahlung. Die Melodie bleibt nicht im Ohr, und auch sonst ist der Song ziemlich aus der Zeit gefallen. Nix Neues, nix Aufregendes. Aber im Finale durchaus Kandidat für einen vorderen Platz.

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Niederlande: 3Js – „Never alone“

Öde Bryan Adams-Gedächtnisballade, die dann noch zu schlimmem Meat Loaf-Kitsch mutiert. John Farnham hätte sich in den 80ern die Finger nach diesem Lied geleckt. Bitte, bitte nach Halbfinale schon raus, obwohl die Band sympathischen Eindruck macht.

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Belgien: Witloof Bay – „With love baby“

Unangenehmes A capella-Geknödel mit Bobby McFerrin-Einlage. Blutarm, überstyled und nervig. Allerdings mal was anderes als die übliche Kost, und falls sich die Herrschaften live mit Pep in ein paar Voterherzen swingen, sind sie im Finale dabei, wo sie aber nicht viel reißen.

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Slowakei: TWiiNS – „I´m still alive“

Schreckliche Kuschelrock-Ballade. Überzuckertes, aufgepumptes Stimm- und Gefühlsgebräu. Braucht kein Mensch. Hoffentlich schon nach Halbfinale raus.

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Ukraine: Mika Newton – „Angel“

Die Ukraine schickt wieder eine stimmgewaltige Blondine mit leicht düsterem Song ins Rennen. Eingängige Powerballade, leicht elektropoppig arrangiert. Hat was! Bei tiptopper Livepräsentation sollte Frau Newton sicherer Kandidat für´s Finale sein. Aber da wirds dann nur ein mittelguter Platz. Auch das hier übrigens: mehr Doro Pesch als Lena!

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Schweden: Eric Saade – „Popular“

0815-Pophymne mit viel Synthiewumms. Klingt, als wäre der ganze Schrott aneinandergetackert worden, den die frühen Depeche Mode aus Peinlichkeitsgründen sofort aussortiert haben. Vielleicht ist es auch das Stück, das Haddaway nicht mehr geschafft hat, aufzunehmen. Eurobeat mit zugegeben starkem Hook, schöner Kandidat für die Kategorie „peinlichstes Lieblingslied“ – und warum soll es nicht fürs Finale reichen?

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Bulgarien: Poli Genova – „Na inat“

Süßlicher, überladener Rocksong, zu dem sich eine temperamentvolle Sängerin die Seele aus dem Leib singt. Zuviel Keyboard, zuviel Harmonievocals, zuviel Dramatik. Wer sich beim ESC gern anschreien lässt, ist hier richtig. Eigentlich Kandidat fürs Finale, aber im zweiten Halbfinale ist die Konkurrenz groß – könnte auch auf der Strecke bleiben.

 

Fortsetzung folgt (ja, Europa ist groß)

 

(Frl. Katja)

 

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