Musik und Zensur

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Taboo Tunes ist eine Website rund um das kürzlich in den USA erschienene Buch „Taboo Tunes: A History of Banned Bands & Censored Songs“ und beschäftigt sich mit allen möglichen Varianten von Zensur(versuchen). Eine „Gallery of the forbidden“ zeigt Beispiele von den Beatles bis zu den Strokes. Natürlich zeigt man auch nicht zu viel, schließlich soll ja das entsprechene Buch verkauft werden. Dafür gibt es noch einen umfangreichen Newsteil mit Vorfällen, die nach Drucklegung geschahen. Und der immer heißer werdende US-Wahlkampf wird hier bestimmt noch für einige Einträge sorgen.

[Update: Die oben erwähnte Domain wurde inzwischen von einer halbseidenen Kopulationsanbahnungsseite übernommen. Deshalb haben wir den Link entfernt]

Peter Ustinov

Der Schauspieler, Autor, Karikaturist und Entertainer stirbt 82jährig.
Ustinov wurde in London als Sohn einer französischen Bühnenbildnerin und eines (aus Rußland stammenden) deutschen Korrespondenten geboren. Der zweifache Oscargewinner ist den meisten wohl als Nero in „Quo Vadis“ oder als Hercule Poirot in „Tod auf dem Nil“ in Erinnerung.

Days In Grief – Portrait Of Beauty

Eigentlich ist es sehr dreist von Days In Grief, sich so dermaßen offensichtlich der Vorarbeit anderer Bands zu bedienen. Wenn die Days In Grief-Jungs nicht Refused („The Shape Of Punk To Come“) und At The Drive-In („Relationship Of Command“) zu ihren liebsten Bands beziehungsweise Platten zählen, ich will für immer und ewig verdammt sein. Sie machen ihre Sache ja ganz gut. Das muss man ihnen lassen. Neu ist aber anders.

[5 Fritten]

Days In Grief
Portrait Of Beauty
Eat The Beat/Pirate/Sony Music

Boomhauer – Wild Human Condition

War ja klar, dass es nach dem Erfolg der „The“-Bands nicht lange dauern würde, bis auch bei Tug Rec. die ersten Garagenbands unter Vertrag genommen sein würden. Boomhauer – wie es könnte es bei Tug Rec. anders sein – sind in Skandinavien groß geworden. Von klein auf wurden sie sicherlich regelmäßig mit den umwerfenden Songs der Jon Spencer Blues Explosion gefüttert. Denn an die erinnern Boomhauer in jedem Moment. Dass das kein Fehler sein muss, zeigt „Wild Human Condition“.
[7 Fritten]

Boomhauer - Wild Human Condition
Tug Records/Indigo

Lambchop: AWCMON/NOYOUCMON

Zwei Jahre nach „Is A Woman“ überrascht Nashvilles bekanntester Fliesenleger Kurt Wagner mit einem Doppelalbum und insgesamt 24 Songs. Die Alben können für sich alleine bestehen, zeigen aber doch beide einen deutlichen Hang zur ganz großen Leinwand.Gefühle werden auf Cinemascope-Dimension breitgewalzt und mehr als ein Mal hat man den Eindruck, Lambchop haben Musik für einen Film komponiert. Irgendwo zwischen 50er Jahre Screwball-Comedy und Musical sind besonders die Instrumentals extrem beschwingt.

Im Gesamtklang ist „AWYOUCMON“ ein sanfter, während bei „NOYOUCMON“ auch mal eine bratzige E-Gitarre ihr Recht bekommt. Wenn man mit einer Lupe sucht, lassen sich auf „NOYOUCMON“ eher Schwächen ausmachen, während „AWCMON“ über alle Zweifel erhaben ist.

So oder so, Lambchop wischen mit leichter Geste alle Konkurrenten vom Tisch und bleiben in der eigenwilligen Schnittmenge aus Soul, Folk, Jazz und Country die Platzhirsche.


Lambchop
AWCMON/NOYOUCMON Do-CD
Labels/EMI
VÖ: 9.2.2004