Dallas Barr – Unsterblichkeit zu verkaufen

Inzwischen ist es nicht mehr so außergewöhnlich, daß Papis Tochter den neuen Kleinwagen als Geschenk zum bestandenen Abitur verschmäht und sich stattdessen einen langgehegten Mädchentraum erfüllt, die heißersehnte Stupsnase oder eine optimal ausgepolsterte Oberweite. Der Wunsch nach Schönheit ist zu einer Sucht geworden, die biologische Unzulänglichkeiten nicht mehr akzeptiert. Neben der kosmetischen Chirurgie boomt der Markt mit allen möglichen Behandlungsmethoden, die den Alterungsprozeß aufhalten sollen. Doch allen Anstrengungen und allem Hype der Pharmaindustrie zum Trotz, sehr nahe ist man dem Ziel von der ewigen Jugend noch nicht gekommen.

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William S. Burroughs – Agent in eigener Sache

Viele haben überhaupt nicht mehr damit gerechnet, doch das Unwahrscheinliche ist eingetreten: Am Sonntag dem 3. August 1997 starb der Übervater der Underground-Kultur William Seward Burroughs im Alter von 83 Jahren an Herzversagen.

Foto William Seward Burroughs

Burroughs, Kammerjäger, Privatdetektiv und schließlich Schriftsteller, ist seit seinem ersten öffentlichen Auftreten Ende der Vierziger Jahre zu einer generationenübergreifenden Kultfigur des Undergrounds geworden. In den Fünfziger Jahren und in den Roaring Sixties wurde er zur grauen Eminenz der Beat Generation. In den Siebzigern wurde er zur Ikone der Popwelt, und nachdem es in den Achtzigern etwas ruhiger geworden war um den zerknitterten alten Mann in seinem Buchhalteranzug, tauchte er in den Neunzigern wie ein Phönix aus der Asche und wurde auch von den jüngsten Wilden der Popfraktion hofiert. Fast alle seine Mitstreiter und Jünger hat er überlebt: Jack Kerouac, Allen Ginsberg, Nico, Andy Warhol, Frank Zappa, Kurt Cobain und seine deutsche Epigone Jörg Fauser. Einer, der in dieser Verlustrechnung vorkommt, aber fast immer unerwähnt bleibt, ist sein Sohn William Burroughs Jr.. Ihm erging es wie den anderen. Sie alle haben ihm gehuldigt, ihn imitiert und keiner hat ihn überlebt. Was bei vielen auch daran lag, daß sie seinen exzessiven und selbstzerstörerischen Lebensstil kopierten und sich damit zugrunde richteten. Was war dran an diesem mumienhaften Mann, der sie alle in seinen Bann schlug und der heute auf einer 29 Cent Briefmarke abgebildet ist?

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Maxim Biller – Land der Väter und Verräter

Die Tempojahre sind vorbei für Maxim Biller, das klang bereits 1990 an, als seine Erzählungen ‚Wenn ich einmal reich und tot bin‘ erschienen sind, spätestens jedoch 1991, als eine Reprise seiner Texte aus TEMPO unter dem Titel ‚Die Tempojahre‘ erschienen ist, war es offenkundig geworden. Inzwischen ist TEMPO tot – Maxim Biller lebt. Das stellt er unzweifelhaft klar in seinem Buch Land Der Väter Und Verräter, das mit dreijähriger Verzögerung nun seinen Weg als Paperback über die Ladentheken antritt.

Was ist nun aus dem zynischen jungen Autor mit der großen Klappe geworden, der inzwischen, mit 37, die wilden Jahre hinter sich und die Midlife-Crisis vor sich haben müßte? Schwer zu sagen. Gerüchten zufolge schreibt er in Richtung Klagenfurt. Das Wesen von Gerüchten ist allerdings auch, daß sie eindimensionale ‚Wahrheiten‘ beinhalten, daß ihre Aussage solange stimmt, bis man länger darüber nachdenkt und ein „aber . . .“ dranhängt. Aber, so einfach wie die Autoren von Gerüchten macht es sich Biller nicht. So wie er sich bereits als Temporedakteur ständig zwischen die Stühle der Popfraktion und der etablierten Kultur-Intelligenzia gesetzt hat, so setzt er sich jetzt, da er sich seiner Situation als deutscher Jude immer bewußter wird, immer noch zwischen die Stühle. Nur die, die nun rechts und links von ihm sitzen, haben sich verändert. Seine Geschichten drehen sich jetzt um Opfer und Überlebende, um Sieger und Besiegte, um Deutsche und Juden. Weil er ein waches Auge hat, schreibt er von Begebenheiten, wie sie im täglichen Leben anzutreffen sind, ohne Gebrauchsanleitung für Gut und Böse. Weil er dazu auch noch schreiben kann, tut er dies auf die ihm eigene Art: entlarvend, manchmal zynisch und immer faszinierend.

Maxim Biller ist von einem Redakteur zu einem Autor geworden, dem es gelingt, schwerverdauliche Themen anzugehen, und lebensnah zu schildern, ohne in hermetischen Innenwelten gegen Wände zu laufen oder sich in affektierte Klugscheißerei zu ergehen. Endlich mal wieder ein Beweis, daß anspruchsvolle Literatur nicht wehtun muß.

Maxim Biller
Land der Väter und Verräter
dtv 19,90 DM
ISBN 3-423-12356-7

Wallace & Gromit – Unter Schafen

Nick Parks Karriere als Regisseur begann still und heimlich. Zuerst drehte er Werbespots für britische Energieversorgungsunternehmen, dann einen Videoclip für Peter Gabriel und erst danach entstand sein erster längerer (46min) Film „A Grand Day Out“ (dt. „Alles Käse“), der prompt einen Oskar gewann. Zu verdanken hatte Nick Park dies vor allem seinen Hauptdarstellern Wallace & Gromit, zwei, mit verlaub, sehr britischen Knetfiguren.

Für alle, die nicht genug bekommen können, die den Wallace&Gromit Radiowecker, das T-Shirt und den Teapot schon haben, gibt es nun auch das Buch. Es gibt zwar keine neuen Einsichten in den Plastilinkosmos der beiden Lebenskünstler und Käseliebhaber, dafür werden aber die bewegensten Momente aus den Filmen „Unter Schafen“ und „Die TechnoHose“ noch einmal vor Augen geführt. Es lindert die grausame Wartezeit auf das hoffentlich kommende nächste Filmabenteuer der beiden.

Nick Park
WALLACE & GROMIT
Unter Schafen und andere Abenteuer
Ehapa 19,90 Mark
ISBN 3-7704-0213-8

Carmen Mc Callum – Mare Tranquillitatis

Terror im Meer der Stille
Carmen Mc Callum, von der IRA in angewandtem Terrorismus ausgebildet, setzt ihre Kenntnisse lukrativ ein und betreibt ein Ein-Frau-Unterehmen für Sabotage, Spionage und Menschenraub. Mitte des 21. Jahrhunderts scheint dieses Geschäft recht einträglich zu sein. Nur mit ihrem letzten Auftrag hat sie sich ein Ei ins Nest gelegt: Für ungenannte Finsterlinge entführt sie Naoko Sonoda, einen weiblichen Häftling aus dem Eisknast, der dort seit 15 Jahren tiefgefroren vor sich hin gegammelt hat wie ein Fischstäbchen mit überschrittenem Verfallsdatum. Obwohl es sich bei ihr um eine scheinbar bedeutungslose Dealerin handelt, sind so ziemlich alle irdischen Sicherheitsorgane und die Yakuza hinter den beiden her. Mit einigen Helfern gelingt ihnen die Flucht auf den Mond.

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Die Scheibenwelt von A-Z

Den Menschen, die noch nie etwas von Pratchett´s Scheibenwelt gehört oder gelesen haben, sei vorausgeschickt: Terry Pratchett ist der, der wo Bücher schreibt, die auch die Leute lesen, die wo sonst keine Bücher lesen. Aber Spaß beiseite, denjenigen die noch keine Scheibenwelt-Romane gelesen haben, ist nichts entgangen, außer Lachkrämpfen, entlarvenden Darstellungen der menschlichen Natur und Gesellschaft, Nachdenkliches und Amüsantes über den Charakter von Gevatter Tod. Sie haben also nichts geringeres verpaßt außer das, was allgemein als Lesevergnügen bezeichnet wird. Zugeben sie werden seltener das Mittagessen verpaßt haben und über kein Schlafdefizit klagen, aber jetzt mal ehrlich: Wer braucht das schon?

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Sven Böttcher – Wal im Netz

Die Zukunft ist einfach nicht mehr das, was sie einmal war, bevor William Gibson den Cyberspace erfunden hat. In naher Zukunft hängt alles am Netz, Stadtwerke, Post, Pornokanal, einfach alles. Und, wer das Netz kontrolliert, sitzt am Drücker.

Das muß auch Inspector Victor Sherman feststellen, als irgendwann im nächsten Jahrhundert in seiner Dienststelle die Meldung eintrudelt, daß ein Irrer namens Moby Dick in totsichere Systeme eingebrochen ist. Der Spaß hört auf, als Moby Dick seine virtuellen Muskeln spielen läßt und die Wasserversorgung der Stadt lahmlegt.

Der dicke Meeressäuger erweist sich als übermächtiger Gegner für Sherman und seine Crew. Jede Spur endet in einer Sackgasse. Es gibt Ärger mit fliegenden Pizzadrohnen, brutalen Kindergangs und religiösen Massenmördern. Als ob das noch nicht genug wäre will Shermans Freundin auch noch Sex. So richtig körperlich wie früher und nicht virtuell. Es sieht zunächst also gar nicht rosig aus. Doch Shermans neuer Mitarbeiter, der computerbegeisterte Scapegood, bringt virtuelles Licht ins Dunkel und die Verfolgung beginnt. . .

Sven Böttcher, vielen bekannt als Übersetzer von Douglas Adams, schickt mit „Wal im Netz“ bereits zum dritten Mal Inspector Sherman auf Verbrecherjagd. Die Stärke des Romans liegt eindeutig darin, daß man jetzt schon nachlesen kann, wie sich das Neunzigerjahre-Revival im nächsten Jahrhundert anlassen wird: mit lustigen Gerichten wie „Serbische Schlachtplatte“ und „Geschnetzeltes Gorazde“.

Sven Böttcher
Wal im Netz
Goldmann
ISBN 3442435218

Chuck Hogan – Hornissennest

Videotheken scheinen die rechten Startrampen für eine Karriere zu sein. Quentin Tarantino gelang von dort aus der Sprung in die erste Reihe der Kult-Regisseure und bei Chuck Hogan könnte sich eine ähnliche Entwicklung abzeichnen. Bis zur Annahme seines Manuskripts „The Standoff“ hat er auch seine Brötchen mit dem Verleih von Schmuddelfilmen verdient.

The Standoff, deutscher Titel „Hornissennest“ ist die Geschichte einer Belagerung in Montana, der Hochburg der Militia, Survivalists, Verschwörungsparanoiker, Separatisten und Waffennarren, kurz, allderjeniger, die sich von der niggerfreundlichen jüdisch durchsetzten linken Regierung im fernen Washington lossagen wollen.

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Die Schienenmenschen: Angriff der Weißen Garde

Was Chauvel und Simon mit dem ersten Band ihrer Reihe DIE SCHIENENMENSCHEN gelang, verdiente mehr als nur einen Achtungserfolg. Der Meinung waren jedenfalls Publikum und Fachleute beim Comic-Salon in Erlangen. Entsprechend riß man sich auch um die beiden als sich die Gelegenheit bot, Alben, T-Shirts und Was-weiß-ich-alles signieren zu lassen.

Der zweite Band ANGRIFF DER WEISSEN GARDE setzt die Geschichte von Wolf Pearce fort, der ursprünglich als Undercover-Agent in die Jaguar-Gang, einer Bande von schwarzen Schienenpiraten, eingeschleust, von seiner Dienststelle geopfert und enttarnt wurde.

Wider Erwarten hat Pearce das Gemetzel und sogar seine eigene Hinrichtung überlebt. Iki Dread, der Chefmechaniker hat ihn gerettet und bringt ihn zu den Söhnen Judas, einer anderen schwarzen Schienen-Gang, die von Schwester-Mutter Matty angeführt wird. Aber auch dort, als Schwarzer unter Schwarzen, wird Pearce als Eindringling gesehen und auch die Söhne Judas sollen vernichtet werden. Dazu ersinnt Pearce` Ex-Chef eine teuflische Intriege: Er spannt eine Horde von durchgeknallten WASPs für seine Interessen ein, bewaffnet sie und hetzt sie hinter den Söhnen Judas her. . .

Was vordergründig wie ein harter Actioncomic daherkommt, ist hintergründig betrachtet auch einer – aber darüberhinaus auch noch viel mehr. David Chauvel, der Szenarist, beweist einmal mehr, daß auch große Themen in kleinen Bildchen an Intensität gewinnen können und Fred Simons Zeichenstil könnte in die Annalen eingehen als die Ligne-Claire der Neunziger. Unbedingt zu empfehlen.

David Chauvel/Fred Simon
DIE SCHIENENMENSCHEN
Bd. 2 - Angriff der Weißen Garde Carlsen Comics
16,90 DM
ISBN 3-551-72242-0

Neal Stephenson: Diamond Age – Die Grenzwelt

Neben William Gibson gehört Neal Stephenson zu den innovativsten Science Fiction Autoren der letzten Jahre. Wie es scheint, setzt Stephenson bei jedem seiner Romane einen Schwerpunkt auf ein Thema, das ihm als Berufsvisionär auf den Nägeln brennt. In SNOW CRASH, seinem letzten Roman drehte es sich vor allem um Viren und künstliches Leben. In DIAMOND AGE, seinem neuen Buch, geht es diesmal um ein anderes populäres Thema das selbsternannte Zukunftsforscher beschäftigt: Nanotechnik. Daneben bleibt Stephenson allerdings auch seinem Lieblingsthema treu: globale Verschwörungen. Aus diesen beiden Themen entwickelt er die Geschichte eines interaktiven Buches, das brisantes Wissen enthält und die Weltordnung ernsthaft gefährdet, wenn es in falsche Hände gerät.

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Peter Kuper/Franz Kafka – Gibs Auf!

Club der toten Dichter, Teil 714

Wie hat der Literaturwissenschaftler Patrick O´Neill mal so schön zu Kafka Übertragungen ins Französische gemeint: „Mein Kafka ist nicht dein Kafka.“ Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.

Jeder, der sich mit Kafka beschäftigt, macht sich seinen Kafka selbst. Die seriöse Literaturwissenschaft hat ihren Kafka, der vor allem ‚kafkaesk‘ ist, die jüngeren Intellektuellen haben einen Kafka, der eine Vorliebe für Bodybuilding (damals noch Körperkultur genannt) hatte, gern Motorrad fuhr und begeisterter Jahrmarktgänger war und für viele amerikanische Leser, aber auch deutsche, ist Kafka erstmal ein kleiner, knöchriger Schriftsteller aus dem alten Prag, der phantastisch schrieb, aber irgendwie doch depressiv und paranoid war.

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Gerd Gerken/Michael Konitzer – Trends 2015

Die Zukunft ist ja nicht unbedingt nur das Arbeitsgebiet von Science Fiction Autoren, sondern auch von Marktforschern und Trendscouts. Zwei von ihnen, Gerd Gerken und Michael Konitzer, haben sich dazu hinreißen lassen, ihre Erkenntnissen und Prognosen dem schnöden Volk in Buchform nahezubringen, einem Medium, dem sie in ihrem eigenen Werk auf Seite 84 keine Chance mehr einräumen. Sei’s drum.
Was die beiden Zukunftsprofis in TRENDS 2015 bieten liest sich so wie der Abschlußbericht aus dem Muppet-Labor wo die Zukunft von morgen schon heute gemacht wird.

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David Lapham: Stray Bullets

Zwei Typen, der ältere fett und unflätig, der jüngere scheinbar etwas wirr im Kopf, fahren mit einem Amischlitten Größe XXL durch die Nacht. An einer unbelebten Stelle halten sie an. Der junge steigt aus, öffnet den Kofferraum und schleppt eine eingewickelte Leiche in den Wald. Ein Cop auf Streife sieht den Wagen am Straßenrand und will den Fahrer kontrollieren. Kurz darauf ist er das zweite Opfer. Und er ist nicht das letzte, denn das Killerpärchen, das eigentlich nur eine Frauenleiche loswerden will, stolpert ungewollt aber zielsicher von einer Scheiße in die nächste – und immer gibt es Tote. STRAY BULLETS der Titel dieser Reihe sagt es bereits.

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Lucky Luke (Bd 70): Am Klondike

In einem seiner letzten Western spielte John Wayne die Rolle eines gestandenen Headhunters, der sich auf seine alten Tage noch einmal aufmachen muß, seinen gekidnappten Neffen aus der Hand übler Schurken zu befreien. Überall wo er auftaucht erntet er ungläubiges Staunen darüber, daß er als totgeglaubte Legende quicklebendig schießt, prügelt, säuft und all das macht, was ein rechter Westernheld so machen muß. Entsprechend lautete auch der gehauchte letzte Satz des im Sterben begriffenen Oberschurken: „Blake? Scheiße, ich dachte sie wären schon lange tot.“

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Gunsmith Cats: Verfolgungsjagd

Die Welt ist hart, brutal und schlecht, aber wir sind die Guten!“ So könnte das Motto der knackigen Waffennärrinnen Rally Vincent und May Hopkins lauten. Und da die Welt, im besonderen die amerikanische Welt und ganz besonders die amerikanische Welt von Chicago, böse und gemein ist und von üblen Strolchen nur so wimmelt, sind die GUNSMITH CATS laufend gefordert.

Als Prämienjäger verfolgen sie Straftäter, ballern wild in der Gegend herum, veranstalten heiße Verfolgungsjagden und tragen scharfe Unterwäsche. Auch im dritten Band geht wieder einiges zu Bruch oder fliegt ganz ungehalten in die Luft als die beiden Mädels mit Gray, einem alten Fiesling, konfrontiert werden. Der hat bei der letzten Begegnung mit den beiden bereits seine rechte Hand eingebüßt und sinnt auf Rache. Kurzentschlossen entführt er die liebe May. Ihre Freundin Rally hat indes einige Abenteuer zu bestehen, bis May aus der Klaue dieses Rüpels befreit ist und sich zum Schluß alles wie selbstverständlich in ein paar Explosionswölkchen auflöst.

Kenchi Sonoda
GUNSMITH CATS - Verfolgungsjagd
Feest Comics 16,80 DM
ISBN 3-89343-578-6

Neues aus Entenhausen

Phantomias fliegt jetzt schneller

Entenhausen vor genau zwanzig Jahren: Durch ein Versehen des Briefträgers wird Donald Duck ein Päckchen zugestellt, das eigentlich für seinen Vetter Gustav bestimmt ist. Es enthält einen Schlüssel und ein Schreiben, woraus hervorgeht, daß der Empfänger im Lotto gewonnen hat und nun glücklicher Besitzer der Villa Rosa ist. In freudiger Erregung machen sich der frischgebackene Hausbesitzer und seine Neffen auf den Weg, um den Prachtbau zu inspizieren. Wie sich rausstellt handelt es sich bei der Villa Rosa nicht um ein Traumhaus, sondern eine Bruchbude, die allerdings ein Geheimnis birgt. Diesem Geheimnis kommt Donald auf die Spur, als er unter einem Sesselpolster ein Tagebuch findet. Es ist das geheime Tagebuch des Phantomias, einem entenhaften Edelmann, der vor langen Jahren als eine schattenhafter Superheld Gutes getan hat. Und wie aus dem Tagebuch hervorgeht, war die Villa Rosa sein Unterschlupf. Mit diesem Buch in der Hand schlägt Donalds große Stunde. Er beschließt, in die Fußstapfen von Phantomias zu treten und fortan unerkannt seine schützende Hand über Entenhausen zu halten. 

Cover Lustige Taschenbuecher Bd.41-Donald gaaanz aders

Mit dieser Geschichte aus Band 41 der LUSTIGEN TASCHENBÜCHER (Donald mal ganz anders) begann Donalds Karriere als mysteriöse Superente, die über die Jahre sporadisch fortgesetzt wurde. Bei den Fans erfreuten sich diese Episoden größter Beliebtheit da Donald wenigstens ab und zu in der Maske von Phantomias seine Verlierernatur abstreifen konnte.

Heute, im Jahr 1996 ist die Beliebtheit der Phantomias-Geschichten ist ungebrochen und der Ehapa Verlag hat beschlossen, Phantomias eine eigene Reihe zu widmen. Allerdings ist der Charme der frühen Jahre auf dem Altar des Zeitgeistes geopfert worden oder wie es Ehapa ausdrückt: „Die völlig neuen Geschichten versetzen Phantomias in ein futuristisch anmutendes High-Tech-Entenhausen und konfrontieren ihn mit Außerirdischen, Superintelligenzen und Zeitreisenden. Der ungewöhnliche Actionreichtum dieser Geschichten wird durch einen modernen, dynamischen Zeichenstil unterstrichen.“ Ob das mal gut geht?

(PHANTOMIAS 4,80 DM, monatlich am Kiosk)

Cover Donal 500

Jubiläum: 500. Entenreport erschienen Aber Donald ist einfach nicht unterzukriegen. Was Fans wissen, wird jetzt offenkundig, denn der kleine Bruder des Lustigen Taschenbuchs, die Taschenbuchreihe mit dem puristischen Titel WALT DISNEYS DONALD DUCK erscheint zum 500sten Mal. Eine stolze Leistung, hinter der sich 50 000 gezeichnete Seiten und 100 Mio verkaufte Exemplare verbergen.

Weiteres Jubiläum: Erika Fuchs wird 90

Ein weiteres Jubiläum feiert la Grande Dame des Ducks. Frau DR. ERIKA FUCHS, die erste Chefredakteurin des Micky Maus-Magazins und kongeniale Übersetzerin der Entendialekte ins Deutsche, feiert ihren 90. Geburtstag. Aber statt sich Donald zum Vorbild zu nehmen, die Füße hochzulegen und die Neffen für sich arbeiten zu lassen, läßt sie es sich nicht nehmen, die bislang nicht in Deutschland erschienenen Arbeiten von CARL BARKS für die BARKS LIBRARY zu übersetzen.

Weihnachten in Entenhausen

Cover Carl Barks zu Weihnachten

Schließlich und endlich geht das Jahr zu Ente. In Entenhausen wie überall weihnachtets aber die lauschige Stimmung, die zur Vorweihnachtszeit gehört, wie der Lebkuchen zu Aldi, will einfach nicht aufkommen. Streß ist angesagt und nichts läuft wie es soll. Mal läuft was mit dem Bäumchen schief, mal zeigt sich der Truthahn vergrätzt weil er als Festessen fungieren soll oder es gibt Probleme mit den Geschenken. Davor ist niemand gefeit, außer vielleicht Gustav Gans, aber ganz bestimmt nicht Donald. Von all diesen Fährnissen zeugen die federsträubenden Abenteuer von Donald Duck, die die erste Garde der Entenzeichner in einem Sammelband vorgelegt hat. Im DISNEY WEIHNACHTSALBUM geben sich Carl Barks, Don Rosa, William van Horn, Jan Gulbranson und Vicar die Klinke in die Hand und präsentieren fünf Episoden in denen Donald und die Neffen versuchen den Widrigkeiten des Lebens die Stirn zu bieten.

Simone Borowiak – Ein Zug durch die Gemeinde

Simone Borowiak hat es geschafft. Souverän hat sie ihre härtesten Konkurrentinnen Hannelore Kohl und Hella von Sinnen auf der linken Spur überholt und gilt inzwischen als die Nummer 1 der Frauen, mit denen sich ein Mann niemals verabreden würde. Nicht einmal wegen einer verlorenen Wette – von wegen Ehrenschulden und so.

Das hat seine Gründe. Erstens, sie ist über dreißig. Zweitens, sie schreibt Artikel für die Titanic und manchmal auch ganze Bücher. Und genau das ist gerade wieder passiert.

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Bruce Dickinson – Lord Iffy und die Spitzen der Gesellschaft

Bruce Dickinson, der pensionierte Sänger von Iron Maiden, ist bereits in jungen Jahren für seinen überentwickelten Sinn für Humor bekannt gewesen. Der hatte ihm seinerzeit einen Rausschmiß aus einer staatlichen Schule beschert. Ein Verlust von dem er sich bis heute scheinbar nicht erholt hat. Seine Rache für diese Schmach sieht so aus, daß er als Vergeltung für den entgangenen Unterricht eigene Bücher schreibt, deren Hauptfigur Lord Iffy ein Inzuchtprodukt der Oberschicht ist.

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