Lektion 18: Neue IT-Berufe

Falls Sie zu jenen Unbelehrbaren gehören, die den Computer für einen Moloch und Vernichter von Arbeitsplätzen halten, werden Sie die folgenden Zeilen gewiß von Ihrer Technikfeindlichkeit und beschränkten Denkungsart heilen. Denn natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: Der Computer schafft Arbeitsplätze! Wohl werden so ehrwürdige und nützliche Berufe wie der Flohzüchter oder die Milchmädchenrechnungsprüferin allmählich vom Markt verschwinden, doch eine Fülle neuer Ausbildungsberufe wird dies mehr als ausgleichen.

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17. Lektion: Fehlermeldungen

Über eines sollten Sie sich im Klaren sein, sobald Sie Ihren Rechner einschalten: SIE machen keine Fehler! Fehler macht allein der PC, und sein größter Fehler ist die Ausgabe von Fehlermeldungen, die als aparte Fenster zur Hölle die Wände unserer heilen Userwelt durchbrechen(poetisch, was?).

Aber was soll’s. Nichts produzieren Computer lieber als Fehlermeldungen. Wir unterscheiden, grob betrachtet, vier verschiedene Arten, uns den letzten Nerv zu rauben: numerisch codierte, alphabetisch explizierende, Ausnahme- und schwerliterarische Fehlermeldungen.

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16. Lektion: Ein Gespräch mit Herrn AOL

Helle Aufregung in den HINTERNET!-Redaktionsräumen. Herr AOL persönlich hat sich zu einem „roundtable“-Gespräch angekündigt, und nach dem spontanen Ankauf einer solchen Rundtafel sitzen wir gespannt um selbige und starren zur Tür, durch die ER gleich treten wird: Beherrscher des WWW, Weltmeister der Niveaulosigkeit, Zelebrator der schrottigsten Software seit Adams Reinfall mit dem Apfel.

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15. Lektion: Der Volks-PC

Kommt ein ansonsten ehrbares und rechtschaffenes Wort auf die Idee, sich die Silbe „Volks-“ um den Hals zu hängen, verliert es auf der Stelle all seine Seriosität und höhere Bildung, ja, stürzt ob dieses Mühlsteins hinab in die Abgründe des Anspruchslosen. Aus dem Mr. Hyde des guten Geschmacks wird ein Dr. Jekyll des schlechten. Volks-wagen, Volks-hochschule, Volks-zählung, Volk-er – auch das von der rot-grünen Bundesregierung angestrebte Volks-Volk wird da keine Ausnahme machen: Stimmvieh, das brav Steuern zahlt, „Big Brother“ glotzt und „Intelligenz“ für einen Handy-Provider hält – also billig in der Anschaffung und Unterhaltung, genügsam im Verbrauch und jederzeit durch seinesgleichen zu ersetzen..

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14. Lektion: Meine erste Homepage

Es naht mit Riesenschritten der Tag, an dem die eigene Homepage so selbstverständlich zu uns gehören wird wie die Eiche zum Hörnchen oder das Ei zur Dechse. Grund genug, die Kunst der Homepagegestaltung so früh wie möglich zu erlernen.

Man kann es sich natürlich einfach machen und durch den Erwerb einer gebrauchten Homepage, wie sie auf Flohmärkten immer häufiger feilgeboten wird, alle Probleme des DoItYourself umschiffen. Doch Vorsicht! Bekanntlich schaffen durchschnittliche Homepages nicht mehr als 100000 Klicks in ihrem Leben – und einer gebrauchten sehen Sie es nicht an, wie oft schon auf ihr herumgeklickt wurde. Besonders üble Gesellen manipulieren den Tachometer, auf dem die Anzahl der Klicks registriert wird, und ziehen so dem arglosen Käufer Geld für etwas aus der Tasche, das dieses Geld nicht wert ist.

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Lektion 13: COOL!!! PC ALS ALTERNATIVE ENERGIEQUELLE!!!

„Ach, diese Heizölpreise!“ seufzt Permanentvolontärin Fräulein Katja und lutscht weiter versonnen an unserem Redaktionsmaskottchen, dem GROSSEN GIFTGRÜNEN GARANTIERT GOTTSCHALKFREIEN GUMMIBÄRCHEN. Seit seiner Anschaffung anlässlich der Entdeckung der Postleitzahlen durch den Norweger Amundsen soll uns das GGGGG bei der Produktion guter Ideen helfen. Fünf Minuten versonnen lutschen = 1 guter Gedanke, wie der Vertreter damals versprochen hatte, dem wir das Bärchen gegen teuer Geld abkauften. Bei Fräulein Katja hat es auch tatsächlich schon einmal geklappt: Am 15. April 1959, als sie plötzlich mit dem versonnenen Lutschen des Gummibärchens innehielt und meinte: „Ich denke, der 2. Weltkrieg ist vorbei. Wir können so langsam aus dem Kartoffelkeller raus.“

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12. Lektion: Frequently Asked Questions 3

Seit der Erfindung von HINTERNET! im Jahre 1902 durch die Gebrüder Wright hat noch niemand unsere Redaktionsvolontärin Fräulein Katja so hart arbeiten sehen. Dreimal täglich keucht sie, schwere Postsäcke auf dem von Alter und Gebrechen gebeugten Rücken, die Treppen hoch und schüttet dann den ganzen Krempel auf meinen Schreibtisch. „Wieder Leserzuschriften, Chef!“ entkommt es ihr mit letzter Kraft, bevor sie sich in ihr Kämmerlein schleppt, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: die Rentenversicherungsnummern aller HINTERNET!-Mitarbeiter auswendig lernen und miteinander im Kopf multiplizieren.

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11. Lektion: Frequently Asked Questions 2

Aus dringlichen Gründen bringen wir heute in unserer beliebten Kolumne das 2. FAQ. Sie werden schon sehen, warum! Also, was wir, das allzeit tätige Team der beliebten Online-Illustrierten HINTERNET täglich als erstes zu sehen bekommen, ist ER: Willibrord Wittich, seines Zeichens Briefträger und dreifacher Träger des mallorquinischen Ballermann-Einen-Eimer-Sangria-Auf-Ex-Ordens, wie er (Wittich, nicht der Orden) die Treppen hochkeucht, um uns, in vorbildlicher Dienstauffassung, die Tagespost zu überreichen: zwei Briefe. „Sonst kriegen Sie doch immer nur einen! Vom Gerichtsvollzieher meistens! Der ist schwer genug! Aber gleich zwei auf einmal? Ob ich das tarifrechtlich überhaupt darf?“ Dabei wiegt er bedenklich räsonnierend sein Haupt, das schon zu dieser frühen Stunde von reichlichem Trainingssangria-Genuß benebelte, denn der 4. Orden muß her!

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9. Lektion: Inside Internet – Interessante Informationen 1

Heutzutage, da jeder Hansel und Wurstel, der eine AOL-Software installieren kann, sogleich ein „Internet startup“ gründet, sich eine Pferdeschwanzfrisur wachsen läßt und sein dummes Geschwätz fortan „online content“ nennt, heutzutage also kannst du, LeserIN, nicht genug über das Internet wissen. Denn bedenke: Ohne Internet gäbe es stücker 100.000 Arbeitsplätze weniger in der landwirtschaftlichen Industrie, 20.000 Maurer stünden auf der Straße und die „Ich-schreibe-eine-Kolumne-über-Computer-fürs-Hinternet“-Branche würde gar gänzlich vom Arbeitsmarkt verschwinden. Beginnen wir daher heute mit der hochinteressanten Doppelfrage: Wer entdeckte eigentlich das Internet – und was ist das überhaupt?

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8. Lektion: Textverarbeitung der dritten Generation

Ganz zu Anfang der, wie wir Experten sagen, „computer history“ konnten Textverarbeitungen nicht einmal das, was sie in ihrem Namen versprachen. Man tippte einige Sätze ein, wartete auf die Verarbeitung und gab, als diese vergeblich auf sich warten ließ, den Speicherbefehl. In diesem Moment hatte man verloren, denn das Speichern der Texte war nicht vorgesehen, geschweige denn das Ausdrucken.

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7. Lektion: Frequently Asked Questions 1

Immer wieder erreichen mich Hilferufe aus dem Kreis der werten HINTERNET-Gäste, drängende Schicksalsfragen zumeist wie „Panik! Was soll ich nur machen? Die Diskette klemmt im RAM-Speicher!“. Aus diesem Grunde seien an dieser Stelle und in loser Folge die wichtigsten Fragen exemplarisch behandelt, zu Nutzen und Frommen aller, amen.

Maik Honecker aus den neuen Ländern zum Beispiel nervt mich mit folgendem: „Lieber PC-Doktor! Ich bin noch Frischling in der IT-Branche und lerne gerade das ABC des Computerjargons. Eine Abkürzung konnte mir bis jetzt niemand erklären, auch die Fachpresse schweigt skandalöserweise. Die Abkürzung lautet: PDS. Was soll das sein? Weißt du’s?“

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6. Lektion: Datenträger – ein Beruf mit Zukunft

Die Geschichte des Datenträgers beginnt knapp vier Monate nach der Erfindung des Feuers. Erst mit seiner Hilfe war es möglich, an die Wände der Wohnhöhlen gemalte Zeichen überhaupt als solche wahrzunehmen. Natürlich waren die ersten so entstandenen Daten von der Banalität jeder Pionierleistung: „1a-Mammut zum Selberschlachten“ wurde da geschrieben, oder „Neanderthaler raus!“.

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5. Lektion: Der Rechner – bester Freund des Menschen

Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts hat der gemeine Rechner, auch „Computer“, „PC“ oder „Dreckding“ genannt, inzwischen bei 45% aller Befragten das gemeine domestizierte Tier, auch „Hund“, „Katze“ oder „Maus“ genannt, als liebsten Hausgenossen abgelöst. Das ist interessant, hat doch eine frühere Umfrage des selben Institutes ergeben, daß noch 1995 Haustiere bei männlichen Befragten höher im Kurs standen als Ehefrauen.

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4. Lektion: Computerkauf

Der Erwerb eines Rechners sowie des benötigten Zubehörs ist ein Kinderspiel. Sich im Vorfeld mit irgendwelchen Gedanken zu belasten (Was brauche ich? Was darfs kosten? Will ich später einen CD-Brenner einbauen?), ist völlige Zeitverschwendung, da mit dem Betreten eines Computerfachgeschäfts der Computerfachverkäufer für uns denkt und etwaige Vorüberlegungen unsererseits damit hinfällig werden.

Das „Handbuch der terroristischsten Berufe“ (Berlin 1997, 3. Auflage) verzeichnet unter dem Stichwort „Computerfachverkäufer“ folgende drei Haupttypen:

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3. Lektion: Computerjargon

Neulich las ich folgenden Brief in der Jugendzeitschrift „Computer-Bravo“: „Lieber Doktor Sommer! Ich kenne einen süßen Boy, mit dem ich gerne gehen würde. Bisher hat das aber noch nicht geklappt. Gestern hat er mich gefragt, ob ich ihm etwas downloaden könne. Ich würde das ja gerne machen, aber – und das möchte ich gerne wissen -: Kann man davon schwanger werden?“

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2. Lektion: Verlorene Dateien wiederfinden

Es war einmal ein User, der hatte drei Dateien. Sie lebten alle zufrieden und glücklich in einem Ordner „Unbezahlte Rechnungen“ und freuten sich ihres Lebens, waren redlich und strebsam – und wurden selbstverständlich niemals ausgedruckt geschweige denn versandt.

Eines Tages war die jüngste der drei Dateien plötzlich verschwunden, und kein Mensch wußte wohin. Da weinte der User bitterlich, so daß ihn die beiden anderen Dateien fragten „Warum weinst du, Vater? Wahrscheinlich macht unser Bruder einen Zug durch die Festplatte und hat sich verirrt, so daß er nimmermehr zurückkommen wird. Also weine dem Liederlichen keine Träne nach.“ Da weinte der User umso bitterlicher.

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1. Lektion: Das Ein- und Ausschalten

Das Einschalten des Computers erfolgt über den Einschaltknopf am Computer. Er dient auch zum Ausschalten des Computers, heißt dann aber nicht mehr Einschaltknopf. Außerdem verkompliziert es die Dinge insofern, als vor dem Einschalten des Computers geklärt werden muß, ob der Computer gerade ein- oder ausgeschaltet ist. Faustregel: Ist der Computer eingeschaltet, kann er nur noch ausgeschaltet werden; ist er ausgeschaltet, kann man ihn einschalten.

Wie ermittelt nun der Profi den jeweiligen Zustand seines Rechners bezüglich ein- resp. ausgeschaltet? Ungeübte Anwender richten sich nach „dem grünen Objekt am Tower“, zumeist ein Viereck oder Kreis. Ist dieses gut sichtbar, sei der Computer eingeschaltet, ist es nicht sichtbar, sei er ausgeschaltet. Leider lehrt die Erfahrung, daß häufig angebliche „grüne Objekte am Tower“ verirrte Kleckse Waldmeister-Konfitüre der Firma Schwartau sind und über den aktuellen Status des Gerätes nur sehr unzuverlässig Auskunft erteilen.

Etwas fortgeschrittenere Anwender orientieren sich am sog. „Monitor“. Ist dieser schwarz oder dunkelgrau, gilt der Rechner als abgeschaltet, ist er andersfarbig und / oder bewegt sich etwas auf ihm, kann man ihn als eingeschaltet betrachten. Leider rührt eine eventuelle Andersfarbigkeit der Monitoroberfläche nicht selten von einem gehäkelten Bildschirmschoner her, wie ihn etwa die schweizer Firma „Gehäkelte Bildschirmschoner AG“ weltweit vertreibt. Sie zeigen im Allgemeinen die Abbildung einer gehäkelten Klopapierrolle oder, sehr tückisch, eine schwarze resp. dunkelgraue Monitoroberfläche, was den Wert dieser Monitoroberfläche als Indikatorin von Ein- oder Ausgeschaltetsein vollends obsolet werden läßt.

Der Profitipp: Man öffne vermittels eines Schraubenziehers das Gehäuse des „Towers“ und lege das sog. Motherboard frei, auf welchem sich das ebenfalls sog. „BIOS“ (Bin Ich On, Schatz?) befindet. Über dieses gieße man sodann eine kleinere Menge lauwarmer Flüssigkeit. Ein Bios der dritten Generation wird auf diese Kontaktierung mit einem lauten und vernehmlichen „Ja!“ antworten (in der englischen Version: „Yes!“). Ältere Modelle reagieren bisweilen mit dumpfen Geräuschen und mittelschwerer Rauchentwicklung.

Der Profi weiß nun: Wenn der Rechner, als das Bios benäßt wurde, an war, so ist er jetzt definitiv aus. War er aus, dann bleibt er es sowieso auf ewig.

Der Hinternet-Expertentipp: Legen Sie ein Word-Dokument an, in dem sie den Status Ihres Rechners festhalten (an/aus). Gelingt es Ihnen ohne Mühe, an dieses Word-Dokument zu gelangen, können Sie davon ausgehen, daß der Rechner eingeschaltet ist. Gelingt es Ihnen nicht, ist der Rechner entweder ausgeschaltet, oder Sie haben das Word – Dokument versehentlich gelöscht. Wie Sie dann vorgehen müssen, erfahren Sie in der nächsten Lektion, wenn es wieder heißt: „Hilfe, mein BIOS spricht!“