10 Insel-Platten von Ralf Boeck

Eigentlich ein Klacks, die Frage. Wenn man, wie ich, an der Schwelle vom UFU (unner fuffzich) zum UHU (unner hunnert) steht, sollte einem die Beschränkung aufs Wesentliche nicht schwerfallen. Außerdem kennt man sein eigenes Stimmungsspektrum so weit, dass es sich mit 10 Platten einigermassen vollständig abdecken lässt (was auch heisst, dass die folgende Liste keine Rangliste ist).

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Mark Eitzel: Caught in a trap and I can’t back out ‚cause I love you too much, baby

Caught in a Trap.. - Eitzel,Mark: Amazon.de: Musik-CDs & Vinyl

Bereits bevor sein letztes Album „West“ erschien, hatte Mark Eitzel seine nun veröffentlichte neue CD mit dem schönen, aber langen Namen schon eingespielt. Im Interview, das er Hinter-Net! im letzten Jahr gab, erzählte er davon. Warum „West“ zuerst veröffentlicht wurde, erzählte er uns nicht. Es ist nur eine Mutmaßung, aber vielleicht sollte die Zusammenarbeit mit R.E.M.-Gitarrist Peter Buck auf „West“ dem eigenwilligen Künstler den Weg zum breiteren Publikum ebnen und wurde deshalb zeitlich vorgezogen. Vermutungen über die Beweggründe des Songwriters aus San Francisco, ausgerechnet mit dem „Vielspieler“ und musikalischen Mastermind der sanften Rocker aus Athens/Georgia eine Platte aufzunehmen, gab es ja viele.

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10 Insel-Platten von Monika Grünwald

  1. Hubert von Goisern & die Alpinkatzen: Wia die Zeit vergeht…

Niemand hat diesen Schmelz. Auf jeden Fall niemand, den ich kenne. Und soviel Chemie wie Hubert von Goisern und Sabine Kapfinger, wenn sie sich zusammen austoben. Und niemand macht mich so traurig im Herzen, wenn ich unterwegs bin und „Weit, weit weg“ hoere. Dann bin ich wirklich weit, weit weg.

  1. Rush: A Show of Hands

Science Fiction und Gute Laune pur. Ueberdimensional. Galaktisch. Vermutlich auch auf keiner der bekannten Inseln als Flaschenpost zu finden.

  1. Miles Davis: Tutu

Diese Platte ist einfach ein Klassiker, und in jeder Stimmung und zu jeder Uhrzeit bestens zu ertragen. Melancholisch, aufbauend, fetzig, eben wie das Leben auf der Insel. Glaube ich.

  1. Quincy Jones: Back on the Block

Das ist der Meister. Ausserdem bietet mir diese Platte einen Querschnitt durch viele Jahre Quincy Jones UND andere Kuenstler, von New York bis Regenwald. Und sie macht immer froh. (Mich jedenfalls). Und wenn Barry White die erotische Stimme auspackt, und „Secret Garden“ singt, dann frage ich mich, wo Freitag so lange bleibt…

  1. The Waterboys: The Whole of the Moon

Es gibt so Platten, die hoert man irgendwann, so mit sechzehn oder achtzehn, und sie bleiben im Ohr kleben. Weil das Taschengeld dann nicht reicht, laesst man sie von irgend jemand auf eine Cassette ziehen, die dann den Weg alles Irdischen geht. Es folgt die naechste Cassette. Dann die LP selbst. Dann die CD. Und dann ist es immer noch die Platte, die man auflegt, wenn alles andere zuviel ist, oder die Entscheidung mal wieder rasend schwerfaellt.

  1. Gabriel Fauré: Requiem

Fuer die traurigen Momente auf der Insel ein Requiem, das enorm viel Kraft hat, die Trauer aus den Angeln zu heben und Besserung zu versprechen. Schon die ersten zwei Stuecke, vor allem das „Requiem Aeterna“, treffen das Herz mit voller Wucht.

  1. Crosby, Stills & Nash: Daylight Again

Noch so ein Klassiker. Viele gute Musiker und viele schoene Lieder, die stimmungsunabhaengig gut bleiben. Fuer den Abend am Strand, oder in der Strandbar, falls vorhanden. „Southern Cross“ passt dann richtig gut zum Cocktail.

  1. Yngwie Malmsteen: Eclipse

Mindestens eine gute Hard&Heavy-Scheibe muss immer mit. Die hier ist besonders gelungen: harte, schnelle Riffs, eine kristallklare Stimme des Saengers, von dem nie einer weiss, wie der jetzt heisst, ein Schlagzeuger, der wahrscheinlich abhebt, wenn man ihn laesst, und alle zusammen hoeren sich an, als seien sie in furchtbarer Eile gewesen, als das Album aufgenommen wurde. Jeder treibt jeden, aber immer ganz praezise…

  1. Massive Attack: Protection

Die Kultplatte ueberhaupt. Samtweich, immer gut und viel mehr als originell oder einfach einfallsreich. Mehr schoene Musik braucht kein Mensch.

  1. Joe Satriani: Live

Noch Fragen? Wenn die Sonne langsam untergeht, das Dach wieder gerade auf der selbstgebauten Huette sitzt und „Crying“ aus dem Lautsprecher schwebt, ist die Welt wieder in Ordnung und selbst ein Leben auf der Insel zu ertragen.

Picture of Light

Mit dem ambitionierten Ziel, das mysteriöse Naturphänomen Aurora borealis (Nordlichter) für die Nachwelt auf Zelluloid zu bannen, hat sich der Regisseur Peter Mettler auf den Weg in die kanadische Arktis gemacht. Herausgekommen sind bei dieser Expedition 80 Minuten voller bezaubernder Schneelandschaften, schräger Kommentare skurriler Bewohner dieser Eiswüste und natürlich beeindruckender Aufnahmen der diversen Formen des Nordlichts.

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Pippi Langstrumpf

Wer kennt sie nicht, das phantasievolle Mädchen mit den abstehenden roten Zöpfen. Sollte jemandem Pippi Langstrumpf trotz des unermüdlichen Einsatzes in Kinder-TV-Kanälen oder jährlich zum Geburtstag ihrer Schöpferin Astrid Lindgren neu erscheinender Hörspiele nicht mehr so recht in Erinnerung sein, kann ihm nun geholfen werden: Das stärkste Mädchen der Welt erlebt all ihre Abenteuer noch einmal auf der Kinoleinwand.

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Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg

Der erste Vertrag über eine Satellitenkommunikation zwischen China und den USA steht kurz bevor. Hinter diesem historisch bedeutsamen Deal stehen die Bemühungen des amerikanischen Staranwalts Jack Moore (Richard Gere), der eigens zur Unterzeichnung nach Peking reist. Hier feiert er den Abschluß ordnungsgemäß mit viel Alkohol und einem einheimischen Model. Am Morgen ist jedoch Schluß mit Lustig, denn die Schöne liegt blutüberströmt neben ihm. Bald findet er heraus, daß es ein Fehler war, die örtliche Polizei zu benachrichtigen, weil Jack sich flugs im wenig gemütlichen Gefängnis wiederfindet.

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Das Trio

Zobel (Götz George) und Karl (Christian Redl) sind nicht wie andere homosexuelle Pärchen, die sich gemütlich, aber ästhetisch in ihrer Bleibe eingerichtet haben. Eher jenseits allen guten Geschmacks ausgestattet, leben die beiden in einem alten Kirmes-Wohnwagen – gemeinsam mit Zobels Tochter Lizzi (Jeanette Hain). Und zu dritt verdient man sich sein täglich Brot durch geschickte Griffe in anderer Leute Taschen. Abends sitzt das Trio in trauter Runde, kippt einen und teilt die Beute. Die Harmonie verweilt jedoch nicht lang im Trio’schen Mobil, denn Karl und Zobel benehmen sich wie das sprichwörtliche alte Ehepaar: Gezänk um Macken, kleine Eitelkeiten und die Langeweile des Alltags haben ihre Liebe zueinander ausgehöhlt.

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American Werwolf in Paris

Als Rucksack-Tourist bereist der junge Amerikaner Andy (Tom Everett Scott) mit seinen beiden Kumpeln Europa, wo er auf die hübsche und etwas mysteriöse Serafine (Julie Delpy) trifft. Schon bald ergibt sich die Gelegenheit, der Schönheit das Leben zu retten, die Andy dafür eine Adresse in Paris hinterläßt. Der Besuch der französischen Metropole soll für das amerikanischen Trio bleibende Eindrücke hinterlassen, denn hier haben die Werwölfe der neuen Generation ihre Lager aufgeschlagen.

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Ira B. Nadel: Various Positions

Über Leonard Cohen ist schon viel geschrieben worden. Möglicherweise mehr als er selbst geschrieben hat. Warum also noch eine Cohen-Biographie ins Bücherregal stellen? „Various Positions“ von Ira B. Nadel ist zwar auch keine autorisierte Biographie, zumindestens aber eine „wohlwollend tolerierte“. Cohen öffnete nicht nur seine Archive für Nadel, er stand ihm auch für Gespräche zur Verfügung. Die Biographie ist auch dementsprechend detailliert ausgefallen. Die Kindheit Cohens, seine Zeit als Student, die ersten literarischen Erfolge, seine Reisen, seine Wandlung vom Geheimtip der Kulturszene zum Star der Popkultur werden dem Leser präzise nahegebracht.

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Leonard Cohen: More Best Of

Nur fünf Jahre nach dem Erscheinen von „The Future“ hat sich der Meister also wieder herabgelassen, eine Studio-Arbeit zu veröffentlichen.
Was jedem anderen Künstler einen wütenden Lynchmob auf den Hals gehetzt hätte, ist für Cohen-Fans schon mehr als sie je zu träumen wagten: „More Best Of“ enthält gerade mal einen einzigen neuen Song, „Never Any Good“. In dem im Stil der beiden letzten Alben gehaltenen Song gesteht Cohen seine Unfähigkeit zu lieben. Vielleicht war ihm, neben kommerziellen Aspekten natürlich, das fast schon autobiographisch zu nennende Thema des Songs so wichtig, daß er ihn in die zweite Sammlung seiner besten Songs aufnehmen mußte, obwohl er sich noch im Frühjahr 1996 nicht scheute, vor laufender Kamera zu verkünden, er fände den Song mit seiner eigenen Stimme nicht gut genug und ließe ihn deshalb lieber von einem anderen Sänger (Billy Valentine) singen. Ob Cohen also wirklich hinter diesem Song steht, ist eher fraglich.

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