Vicky Christina Barcelona

Und im Leben geht’s oft her wie in einem Film von Rohmer
Und um das alles zu begreifen
Wird man was man furchtbar haßt nämlich Cineast
Zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen

So sangen Tocotronic vor Jahr und Tag und eben so lange ist´s wohl auch schon her, dass ich im Nachtprogramm der ARD meinen zweiten und letzten Eric Rohmer-Film sah. Endloses Geplapper, bei dem ich mich zudem fragte, ob eine Hörspielversion nicht den gleichen (Nerv-)effekt viel billiger erzeugt hätte. weiterlesen

gemein 013

Der Banker Köhler hat uns mit keiner Silbe vor dem Bankendesaster gewarnt, nur um im Moment des Geschehens aber mal ein ganz kritischer Mahner zu sein. Der Heißluftrhetoriker schickt Truppen in den Kongo, fordert „Vorfahrt für Arbeit“, denn die „Agenda war bei Weitem nicht genug“, um beim nächsten Wetterwechsel der beste Freund des Arbeitnehmers und ein Friedensfürst zu sein. Das Verbraucherinformations- und das Flugsicherungsgesetz kassierte er, um jeweils seinem Förderer Westerwelle Gelegenheit zu geben, von der Rückbank die Bundesregierung als Stümper zu beschimpfen. Kurz: Köhlers Verdienst wird bleiben, dass man sich statt seiner lieber einen Profi in dem Job gewünscht hätte. Oder einsieht: Wenn so ein Spaßvogel in dem Amt keinen Schaden anrichtet, ist das Amt echt über.

Friedrich Küppersbusch in der →taz

The Soundtrack Of Our Lives: Communion

Eigentlich hat man The Soundtrack Of Our Lives (TSOOL) längst für tot gehalten. Wir erinnern uns: 2004 erschien ihr letztes Studioalbum →‚Origin Vol. 1‘. Kurz darauf ward von dieser famosen schwedischen Rockband nichts mehr gehört, gesehen oder gelesen. Dabei trug man immer die Hoffnung in sich, eines baldigen Tages ‚Origin Vol. 2‘ in seinen Händen halten zu können. Doch nix da. Fünf Jahre nach Teil eins, was in der Popwelt mehr als eine halbe Ewigkeit ist, liegt nun nicht Teil zwei vor, dafür aber mit ‚Communion‘ ein brandneues Studioalbum, das sich gleich über zwei CDs erstreckt. weiterlesen

Billy Joel, zum 60.

Still, the mystery persists: How can he be so bad and yet so popular for so long? He’s still there. You can’t defend yourself with anti-B.J. shields around your brain. He still takes up the space, takes up A&R advances that would otherwise support a score of unrecognized but genuinely talented artists, singers, and songwriters, with his loathsomely insipid simulacrum of rock.

Slate: ↑The Worst Pop Singer Ever

Pandoras Büchse, offen

Fritz Effenberger nimmt sich auf Telepolis noch mal den „Heidelberger Appell“ vor

Was uns aus der Reuß-Tirade gegen digitale Publikationsmedien entgegenschlägt, ist kaum verhüllte Technophobie.

und formuliert einen eigenen „Augsburger Appell“:

Ich fordere daher die politischen Kräfte in unserem Land auf, nicht weiter über naive, da technisch unwirksame Verbote nachzudenken, sondern über die aktive Gestaltung des Urheberrechts in einer Zeit des technischen Umbruchs: Jeder Bürger kann sich heute via digitaler Weitergabe jedes Buch, jeden Film, jedes Musikstück besorgen, ohne dass dies technisch verhindert oder mitverfolgt werden kann; der Preis für die Verhinderung oder Aufdeckung wäre die Zerstörung des Internet, wie wir es kennen. Die Gesetze müssen dieser Realität entsprechend reformiert werden, der Urheber muss die ihm zustehende Vergütung erhalten

Geistiges Eigentum als Heidelberger Postkartenidylle

gemein 012

Stefan Niggemeier geht dahin, wo es richtig wehtut und klickt sich durch das Online-Angebot von RTL:

Ich bin immer versucht, die Texte, die dort erscheinen, dadurch zu erklären, dass sie von indischen Kindern neben ihrer Teppichknüpfarbeit geschrieben werden, aber dann wären sie besser. Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass es sich um Rückübersetzungen aus dem Klingonischen handelt.

Mit vielen „schönen“ Beispielen: →Deutschland, ein Stilblütenmeerchen

gemein 011

»Das war schon immer so und das wird auch so bleiben« – kein Verein verkörpert dieses konservative Credo wie der FC Bayern. Der frische Wind hat nichts gebracht, ab jetzt mieft wieder modriger Altherrengeruch durch die Allianz Arena. (…) Unter Klinsmann war der FC Bayern so modern wie Kräuterlimonade, mit Heynckes schmeckt jetzt alles wieder wie Erdbeerjoghurt kurz vor dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit.

Benni Kuhlhoff: ↑Back to the Mief (in 11 Freunde)

Nachgefragt

Die Musik- und die Buchbranche wollen beim Schutz der Urheberrechte Internetanbieter stärker in die Pflicht nehmen. Für das unrechtmäßige Herunterladen aus dem Netz sollten Sanktionen unterhalb der Schwelle von Gerichtsverfahren eingeführt werden. (…) Danach sollten illegale Nutzer nach dem Vorbild Frankreichs zunächst warnende E-Mails der Netzanbieter erhalten. Wiederholungstäter müssten mit einer Sperre des Internetzugangs rechnen oder mit einer Verlangsamung der Zugangsgeschwindigkeit.

Tagesspiegel: ↑Kampf gegen Google

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