Neue E-Petition

Die GEMA bot nicht übermäßig erfolgreichen Musikern immer schon reichlich Grund zur Kritik (unklare Verteilungsschlüssel, GEMA-Vermutung, u.ä).  Durch eine geplante drastische Gebührenerhöhung für Livekonzerte fühlen sich jetzt besonders Klein- und Hobbyveranstalter bedroht. Eine Veranstalterin schlägt jetzt mit einer E-Petition beim Deutschen Bundestag zurück: weiterlesen

When the music´s over

Keine Popkomm in diesem Jahr. „Who cares?“ könnte man sagen. Oder: „War ja abzusehen“. Den Tag über klang es allerdings so als habe Dieter Gorny die Popkomm aus Protest gegen „die Internetpiraterie“ abgesagt. Dabei ist Gorny zwar so was wie der Erfinder der Popkomm aber längst nicht mehr ihr Big Chief (dafür seit 2007 Vorstandsvorsitzender des ↑Bundesverbands Musikindustrie). Und zum angeblichen Grund der Absage meinte Tim Renner in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur (↑ Musikproduzent: Konzept der „Popkomm“ hat sich überholt)

„Wenn das der Grund ist, dann fällt er den Beteiligten sehr spät auf. Denn die Hauptschäden im Verlust des Umsatz haben sich abgespielt zwischen 1998 und 2003. Wie Herr Gorny immer betont vom Bundesverband Musikindustrie, fällt der Markt kaum mehr. Weshalb dann jetzt die Messe absagen? Mein Gefühl ist, das Konzept der Messe hat sich überholt. Es ist weder ein Talent-Event noch ist es ein Publikums-Event. Es ist eine Selbstdarstellungsfeier der Musikindustrie. Und die hat in der Tat wenig zu feiern in dem Moment, wo sie ihr Geschäftsmodell nicht mehr im Griff hat.“

P.S.: Ah, die Popkomm kann sich tatsächlich auch selbst absagen: ↑Popkomm-Macher bestätigen Aus für 2009

Raise your flag

Der Bundestag beschließt wider besseres Wissen (wenn auch nicht das eigene) von der Leyens Stoppschild-Gesetz und René von Nerdcore scheint darob ein bisserl verstimmt zu sein:

Liebe Politik,
nach diesem Beschluß eines Gesetzes, das in mehreren Punkten gegen das Grundgesetz verstößt (Aushebelung der Gewaltenteilung, Verhinderung der Aufklärung von Straftaten), wird es auf sie in diesem Internet nur noch Scheiße regnen. Das ist ein Versprechen.

Das Gesetz für Netzsperren ist beschlossen: Meine Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik

Remake remodel, pt.1

So, mit unserem Frühjahrsputz sind wir schon halb durch. Hinternet ist auf einen neuen (billigeren) Server umgezogen und die neue Blogsoftware ist installiert. Leider erweist sich die alte Software als etwas konvertierungsunwillig. Deshalb können die älteren Artikel nur nach und nach hierher verschoben werden. Bis dahin findet sich der gut abgehangene Stoff weiter →im alten Weblog.

Vicky Christina Barcelona

Und im Leben geht’s oft her wie in einem Film von Rohmer
Und um das alles zu begreifen
Wird man was man furchtbar haßt nämlich Cineast
Zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen

So sangen Tocotronic vor Jahr und Tag und eben so lange ist´s wohl auch schon her, dass ich im Nachtprogramm der ARD meinen zweiten und letzten Eric Rohmer-Film sah. Endloses Geplapper, bei dem ich mich zudem fragte, ob eine Hörspielversion nicht den gleichen (Nerv-)effekt viel billiger erzeugt hätte. weiterlesen

gemein 013

Der Banker Köhler hat uns mit keiner Silbe vor dem Bankendesaster gewarnt, nur um im Moment des Geschehens aber mal ein ganz kritischer Mahner zu sein. Der Heißluftrhetoriker schickt Truppen in den Kongo, fordert „Vorfahrt für Arbeit“, denn die „Agenda war bei Weitem nicht genug“, um beim nächsten Wetterwechsel der beste Freund des Arbeitnehmers und ein Friedensfürst zu sein. Das Verbraucherinformations- und das Flugsicherungsgesetz kassierte er, um jeweils seinem Förderer Westerwelle Gelegenheit zu geben, von der Rückbank die Bundesregierung als Stümper zu beschimpfen. Kurz: Köhlers Verdienst wird bleiben, dass man sich statt seiner lieber einen Profi in dem Job gewünscht hätte. Oder einsieht: Wenn so ein Spaßvogel in dem Amt keinen Schaden anrichtet, ist das Amt echt über.

Friedrich Küppersbusch in der →taz

The Soundtrack Of Our Lives: Communion

Eigentlich hat man The Soundtrack Of Our Lives (TSOOL) längst für tot gehalten. Wir erinnern uns: 2004 erschien ihr letztes Studioalbum →‚Origin Vol. 1‘. Kurz darauf ward von dieser famosen schwedischen Rockband nichts mehr gehört, gesehen oder gelesen. Dabei trug man immer die Hoffnung in sich, eines baldigen Tages ‚Origin Vol. 2‘ in seinen Händen halten zu können. Doch nix da. Fünf Jahre nach Teil eins, was in der Popwelt mehr als eine halbe Ewigkeit ist, liegt nun nicht Teil zwei vor, dafür aber mit ‚Communion‘ ein brandneues Studioalbum, das sich gleich über zwei CDs erstreckt. weiterlesen

Billy Joel, zum 60.

Still, the mystery persists: How can he be so bad and yet so popular for so long? He’s still there. You can’t defend yourself with anti-B.J. shields around your brain. He still takes up the space, takes up A&R advances that would otherwise support a score of unrecognized but genuinely talented artists, singers, and songwriters, with his loathsomely insipid simulacrum of rock.

Slate: ↑The Worst Pop Singer Ever

Pandoras Büchse, offen

Fritz Effenberger nimmt sich auf Telepolis noch mal den „Heidelberger Appell“ vor

Was uns aus der Reuß-Tirade gegen digitale Publikationsmedien entgegenschlägt, ist kaum verhüllte Technophobie.

und formuliert einen eigenen „Augsburger Appell“:

Ich fordere daher die politischen Kräfte in unserem Land auf, nicht weiter über naive, da technisch unwirksame Verbote nachzudenken, sondern über die aktive Gestaltung des Urheberrechts in einer Zeit des technischen Umbruchs: Jeder Bürger kann sich heute via digitaler Weitergabe jedes Buch, jeden Film, jedes Musikstück besorgen, ohne dass dies technisch verhindert oder mitverfolgt werden kann; der Preis für die Verhinderung oder Aufdeckung wäre die Zerstörung des Internet, wie wir es kennen. Die Gesetze müssen dieser Realität entsprechend reformiert werden, der Urheber muss die ihm zustehende Vergütung erhalten

Geistiges Eigentum als Heidelberger Postkartenidylle