Presseschau 8. Juli 2009

Erst mal ganz seriös/theoretisch: Der Scientific American zum Thema ↑Why Music Moves Us

Und dann rein in die Praxis:

„Muss denn jeder, der Rap macht, unbedingt verhaftet werden?“ Der Spiegel über den weißen Rapper Asher Roth: ↑Ein Weißbrot kriegt’s gebacken

U2’s ‚massive carbon footprint‘ called into question

Filter: ↑You Should Already Know: …And You Will Know Us by the Trail of Dead

IGN ↑interviewt Pixies-Frontmann Black Francis.

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Feuchte Stelle im Westen

Seine Forderungen sind gefährlich, seine Schuldzuweisungen sind abenteuerlich, sein Selbstmitleid ist rührend — aber was mich wirklich fasziniert, ist, dass seine Interviews immer noch so sind wie früher. Die schlimmste Aufgabe hat nicht der Interviewer. Während man dabei ist, hat man das Gefühl: Das wird gut, der Mann sagt markige Sachen. Die schlimmste Aufgabe hat der Redakteur, der aus dem Interview eine Nachricht machen muss, eine Überschrift und einen Vorspann finden, und dabei merkt, dass all diese großen Wörter Scheinriesen sind. Je genauer man sich die Sätze anguckt, umso weniger schaut zurück. Beim Versuch, einen konkreten Inhalt zu erfassen, bleibt von den schillernden Sprechblasen nur ein feuchter Fleck.

Stefan Niggemeier über Dieter Gorny im Allgemeinen und ein Interview im WAZ-Portal Der Westen im Besonderen:  ↑Understanding Dieter

Verlagsinteressen

Wenn Herbert Burda in der FAZ einen Artikel schreibt ( →Wir werden schleichend enteignet) interessiert das hier normalerweise niemand. Spätestens aber wenn er fordert, „den Begriff des Leistungsschutzes weiter zu fassen“ sollte man genauer hinsehen. Anja Seligr vom Perlentaucher hat das schon mal gemacht: 

Dies alles wird gefordert nicht zugunsten einer freien Presse, sondern zum Schutz überkommener Geschäftsmodelle. Die Zeitungen werden schamlos für Lobbyarbeit in eigener Sache benutzt und sprechen schon damit jeder Form von Qualitätsjournalismus Hohn.

Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz

P.S.: Ja, es ist die gleiche FAZ, die auch schon die Initiatoren des „Heidelberger Appells“ ausgiebig zu Wort kommen ließ, denen es ja auch vor allem um Leistungsschutzrechte ging. Passend dazu noch ein Lesetipp: Joachim Losehand im Freitag-Blog →Wir sind Troja – oder: Die FAZ scheißt auf Elke Heidenreich.

Little Feat

Liebe Corso-Moderatorin,
ob der heute vor 30 Jahren gestorbene Lowell George wirklich kleine Füße hatte weiß ich nicht, bin aber doch ziemlich sicher, dass er seine Band nicht danach benannt hat.
Oder zeichnet sich hier schon ein neues Feature am Horizont ab: „Legasthenie in der Rockmusik“ (mit Frank Supper, The Beetles, Bedfinger, Kings of Lyon, Herr Bert Gröhne-Meier und Def Leppard)?

1994 – 2009

15 Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit in der manche ihr Abitur machen, sich zum fünften Mal von großen Liebe trennen, lernen wie man Souffles macht, überlegen, die FDP zu wählen, es dann doch nicht tun, eine Fremdsprache lernen, zum Akupunkteur gehen, nicht zur Darmspiegelung gehen, sich unsterblich in Michelle Pfeiffer verlieben, einen guten Freund zu Grabe tragen, einen Abschluss machen, bei der Steuer bescheissen, heiraten (nicht Michelle Pfeiffer), doch noch ein Kind kriegen, zum dritten Mal eine Beule ins Auto fahren und sich zum ersten Mal richtig darüber ärgern, fast auf eine Demo gehen, zum ersten (und – großes Ehrenwort – letzten) Mal pauschal nach Malle fahren, über Witze lachen, deren Pointe „Frisur egal“ lautet, sich schon ein bisschen vor dem Alter fürchten und endlich einsehen, dass Kerner kein Journalist ist. weiterlesen