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Bob Dylan 

15.04.: Frankfurt,

und

25.04.: Straßburg, Hall Rhenus

Zwei ganz unterschiedliche Konzerte, dank der verschiedenen Atmosphären der beiden Hallen. In der Jahrhunderthalle - einer der neuesten, saubersten und schönsten Konzerthallen, die mir je begegnet ist - hat Dylan eine passende professionelle Show abgeliefert. Wenn man kein so großer Dylan-Fan ist, wäre dieses Konzert das richtige gewesen: die Lieder meist bekannte Oldies, die Band fehlerfrei, der Sound perfekt. Aber mir hat etwas gefehlt, nämlich das Unerwartete, auf das man beim Besuch eines Dylan-Konzerts hofft. In Straßburg habe ich es gefunden.

Die Hall Rhenus wäre nach Reinigung als Flugzeughangar geeignet, und die Band - jetzt mit Notschlagzeuger Jim Keltner, der anscheinend ohne allzu viel Vorbereitung ein paar Tage zuvor aus den Staaten hergeflogen ist - hat mit der in Frankfurt fehlenden Sorglosigkeit gespielt. Als ob er die Herausforderung für Keltner vergrößern wollte, holte Bob einige seltenere Perlen aus dem Songbuch: "Shooting Star" mit schöner Steel-Gitarre, "I Want You" mit toller Mundharmonika und "I Don't Believe You". Während "Summer Days" hat Keltner einige Sekunden gebraucht, um zu merken, dass der Strom auf der Bühne plötzlich ausgefallen war, und Band wie Publikum amüsierten sich über sein ungeplantes Solo. Nach zwei Minuten Pause fing die Band an der gleichen Stelle an, und von dem Moment an war die Stimmung unverkennbar: Scheiß drauf, jetzt haben wir Spaß. Den hatte das Publikum auch, und es wurde mit einer (auch in Frankfurt fehlenden) zweiten Zugabe belohnt: "All Along the Watchtower".

(ml)

 

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