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To live's to fly

Zum Tod von Townes van Zandt

Townes van Zandt wurde am 7. März 1944 als Sohn einer nicht gerade armen Ölfamilie in Fort Worth geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er - dank ständiger Umzüge seiner Eltern - in fünf verschiedenen Staaten: Texas, Montana, Colarado, Illinois und Minnesota. Diese ständige Unruhe prägte auch sein späteres Leben - und seine Songs. Bereits früh errang er die Anerkennung seiner Musikerkollegen, dem breiten Publikum aber blieb er sein ganzes Leben lang unbekannt.
Wenn seine Songs populär wurden, dann stets in der Interpretation anderer Musiker. Willie Nelson, Merle Haggard, Emmylou Harris oder Doc Watson hatten Hits mit Titeln, die Townes van Zandt geschrieben hatte. Selbst die Tindersticks coverten einmal seine "Kathleen"
"Itīs plain to see
the sun wonīt shine today
but I ainīt in the mood for sunshine anyway"
(Townes van Zandt: Kathleen)

Van Zandts Texte waren stets geprägt von Resignation, Trauer oder Melancholie. Die Wurzeln seiner Musik lagen im weißen Blues aus den Appalachen und im schwarzen Blues des Südens. Seine großen Vorbilder waren Hoyt Axton und Lightninī Hopkins.

Berichte, daß er vor Konzerten betrunken zusammenbrach haben nichts mit einem RockīnīRoll- oder Trinkermythos zu tun. Hier war ein Mann, der herzergreifende Songs über Einsamkeit und Verzweiflung schreiben konnte und der dennoch sein eigenes Leben offenbar nie in den Griff bekommen hat. Richtigen Erfolg hatte er bis zu seinem Tode nicht. Wahrscheinlich hätte er ihn auch gar nicht gewollt. Denn wie hieß es in einem Song auf seinem Früh-70er Album "Delta Mamma Blues":

"Sorrow and loneliness
these are the precious things
and the only words
that are worth remembering"
(Townes van Zandt: Nothin')
Townes van Zandt

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