Radiohead – Kid A

Etwas spät, aber vergessen wollen wir „Kid A“ von Radiohead nicht. Dieses Album wird überall über den Klee gelobt und zu einem Meisterwerk erkoren, bevor sich nur ein Körnchen Staub auf sein Cover niedergesetzt hat. Da fällt es schwer, anderer Meinung zu sein. Warum auch?

Radiohead haben mit Kommerz rein gar nichts am Hut. Das lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass die Track-Indizes auf der CD kurz vor den eigentlichen Beginn der Songs gesetzt wurden. Oder keine Videos drehen, der CD ein kryptisches Booklet (unter dem schwarzen Tray versteckt) beilegen und ihrer Experimentierfreudigkeit noch mehr Freilauf gelassen haben.

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Radiohead – OK Computer

Ok Computer - Radiohead: Musik

Eigentlich hatte ich mit dem Rezensieren von Tonträgern abgeschlossen, erschien mir die Flut von zahllosen Veröffentlichungen so groß, daß sich nur wenige Platten von dem Grand Oeuvre abzuheben schienen. In diesem Fall blieb mir keine andere Wahl: Ich muß hier und jetzt eine überlange Rezension ins Auge fassen, da es sich bei ‚OK Computer‘ um einen der besonderen Momente im heutigen Musikgeschehen handelt.

Schon die ersten beiden Alben von Radiohead, ‚Pablo Honey‘ (1993) und (vor allem) ‚The Bends‘ (1995) waren Ausnahmeerscheinungen in der ansonsten von heiteren Klängen reich gesegneten britischen Musikszene. Die Parameter der Radioheadschen Herangehensweise stehen dem experimentellen Rock viel näher, als daß man sie einfach in die gängige Britpopschublade stopfen könnte. Harsche und laute Gitarren (gleich drei Gitarristen), ein oftmals mächtiges Schlagzeug, das ganz und gar nicht raven mag und – darüber thronend – der einzigartige, stark expressive Gesang Thom Yorkes.

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Radiohead – Street Spirit (fade out)

Testhören mit vier Personen hatte zur Folge, daß eine Beteiligte sich gut entspannen konnte, während die restlichen Drei immer depressiver wurden. Frage: Was ist eigentlich besser, ein Album/Stück, das einem so wenig gefällt, daß man aggressiv wird oder Musik, die dich einlullt wie ein Trübsalgebläse?

Ich bevorzuge eindeutig ersteres Übel. Also keine Chance für die Vier-Track-Maxi von Radiohead. Gepflegte Tristesse, nöliger Gesang, die Texte sind vermutlich sehr bedeutungsschwanger und das Video schwarzweiß. Und am schlimmsten sind die Streicher-Sounds.