{"id":1037,"date":"2004-06-19T05:37:29","date_gmt":"2004-06-19T03:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1037"},"modified":"2022-06-02T01:08:52","modified_gmt":"2022-06-01T23:08:52","slug":"james-last-live","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/james-last-live\/","title":{"rendered":"James Last live"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14880\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/James-Last-live-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><i>Aus dem gro\u00dfen Welt-Tournee-Programm.<\/i><br \/>Oh mein Gott, diese Platte beginnt tats\u00e4chlich mit der Glocke, die die Zuschauer zu ihren Pl\u00e4tzen ruft. Es geht los! Mit dem Titel \u201eOpening Tournee\u201c. Wow, hier sind schon die Bl\u00e4ser-Fanfaren. Furioser Opener, muss man sagen. Aber so flott, wie das hier abgeht, ist es auch schon wieder vorbei, und along comes \u201eEvie\u201c. Eine Ballade, langsam und soft, aber mit Soul und Style.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wow, das ist nicht die schrille, partymachende Last-Combo, die hier durch die Hallen der Welt tourt. Auch wenn ich die sehr liebe. Aber das ist ein gro\u00dfer, swingender Klangk\u00f6rper. Wow, wow, wow.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der hat im Programm, was Anfang der 70er modern, edel und weltoffen klingt. Eben Songs wie \u201eEvie\u201c, die amerikanischen Croonern gut zu Gesicht stehen: \u201eFace in the Crowd\u201c, \u201eI left my heart in San Francisco\u201c. Lounge-Swing. Las Vegas-Chic. Mit weiten Melodieb\u00f6gen und coolen, sophisticated Arrangents.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch Abrocker wie \u201eEasy Livin\u00b4\u201c. Pures Adrenalin-Schub. Mit diesen straffen Bl\u00e4sern und gnadenlos rockigen Gitarren. Und was der Drummer da an seinen Trommeln macht \u2013 wow.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazwischen: kurze Begr\u00fc\u00dfung durch einen atemlosen James Last (\u201e&#8230;im Namen dieser gro\u00dfen Familie hier auf der B\u00fchne. Dankesch\u00f6n.\u201c), der die gro\u00dfe Geste sowieso nicht liebt. Und schon perlt wieder die Romantik mit zarten Streichern, sanften Bl\u00e4ser- und Piano-Soli, und man m\u00f6chte mit irgendwas Hochprozentigem on the rocks ungest\u00f6rt an einer Bar sitzen und lauschen. Wer diese Tour live erlebt hat, dem ist das Leben nichts mehr schuldig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo das Konzert aufgenommen ist? Ja, das w\u00fcsste man gern. Auf der Welt-Tournee halt. Kann man sich jetzt aussuchen, ob in Moskau, Hamburg, Toronto, London, Neuseeland oder Hongkong. Ob er die Fett-Polka wirklich in Hongkong gespielt hat? Wahrscheinlich gerade da. Aber auch in Neuseeland und London? Hm.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls ist das eine der wenigen Live-LPs, die ich mir anh\u00f6ren kann. Nicht zu fassen, dass dieselben Leute auch diese schrecklichen Klassik-Platten eingespielt haben. Dr. Jekyll und Mr. Hyde&#8230; Oh, diese wunderbare Orgel von G\u00fcnter Platzek in \u201eSwing low sweet chariot\u201c. Wie konnte man die je unter s\u00fc\u00dflichen Streichern verschwinden lassen? Also, nicht hier. Sondern auf den erw\u00e4hnten Klassik-LPs. Dies hier ist eine der Platten, wo man verflucht, dass man damals noch zu jung und die Eltern keine James Last-Fans waren, die einen mal h\u00e4tten mitnehmen k\u00f6nnen auf ein Konzert. Bei ebay bietet ein heute vermutlich Mitt- bis Enddrei\u00dfiger ein Programmheft von 1970 mit Autogrammen von James Last und Katja Ebstein an. Habe er backstage bei einem Konzert ergattert, weil die Sicherheitsma\u00dfnahmen damals noch nicht so schlimm waren. Und man als Kind da sowieso leicht hinkam. Da kann man mal sehen, was man damals alles h\u00e4tte erleben k\u00f6nnen. Wenn die Eltern nur gewollt h\u00e4tten&#8230; J\u00b4accuse!<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4r auch toll gewesen, wenn James Last bei jeder ZDF-Hitparade die Titelmelodie live gespielt h\u00e4tte. Das w\u00e4re dann der einzige Titel gewesen, der auch ohne Wiederw\u00e4hlen nach drei Malen noch dabeigewesen w\u00e4re. War er ja auch so. Aber eben als Konserve. Oh Schei\u00dfe, ich ertappe mich gerade, wie ich bei der Fettpolka mitklatsche. Das kann echt nicht wahr sein, oder? Aber da kann man mal sehen, was diese Platte mit mir macht. Das, was alle Platten mit einem machen sollten. Wenn sie ihr Geld wert w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Gott, gestern habe ich Musik geh\u00f6rt, die ich vorher nur verbal beschrieben bekommen habe. Vom Neon-Magazin und dem Musiker selbst: Pharell Williams von NERD. Den Beschreibungen nach h\u00e4tte ich auf die thrillendste, unglaublichste Musik ever getippt. Es war wirklich so glaubw\u00fcrdig und verhei\u00dfungsvoll beschrieben. Es war ja auch quasi das gleiche Magazin, das modernen RnB als die futuristischte Musik beschrieben hat, die es derzeit gibt. Und da konnte ich vollauf zustimmen. Wusste genau, was sie meinen. Aber dann seh ich auf MTV gestern so\u00b4n Gekn\u00fcppel und Gebr\u00fclle, dass ich dachte: das sollen NERD sein? Die diese traumhafte, zauberhafteste und fantastischste Musik ever machen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will damit nur sagen: hier kann Ihnen das nicht passieren. Diese Platte ist wirklich und ehrlich so toll, wie ich sage. Hier wird jeder H\u00f6rer, der sie erst auf meinen Rat hin h\u00f6rt, sagen: \u201eJa, stimmt. Frl. Katja hat wirklich Recht. Gut, dass wir Ihr vertraut haben. Diese LP wird fast meine neue Lieblingsscheibe werden.\u201c<br \/>Denn: Sie h\u00f6ren hier ein Spitzenensemble. Super Intonation, tolle Klangfarben. Auch toller Raumklang, plastisch, f\u00f6rmlich zu greifen \u2013 und klingt wirklich nach einer gro\u00dfen Halle. Genauer: zwar nach einer gro\u00dfen Halle, wo ein Spitzenmann am Mischpult sitzt und die Kl\u00e4nge optimal abnimmt. Bestimmt wurde hier nicht im Studio nachgebessert, wie bei eigentlich allen andere Live-Platten. Ich hab mir da jedenfalls Geschichten erz\u00e4hlen lassen&#8230; Aber das hier sind bestimmt echte, authentische Aufnahmen. H\u00f6chstens aus verschiedenen Konzerten und Orten zusammengefriemelt. Aber das h\u00f6r ich nicht so raus, ob das jetzt die Sowieso-Halle aus Toronto ist oder diese andere Halle aus Hongkong. Sonst w\u00e4r ich damit schon l\u00e4ngst bei Wetten, dass&#8230; gewesen. Und hier st\u00f6rt mich auch der kurze Beethoven-Ausflug nicht. Ist a) super gespielt. Und b) ist das die einzige Platte, wo nach einer \u201eRomanze in F-Dur\u201c das \u201eTheme from Shaft\u201c kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tolles Timing. Tolle Dynamik. Super Stimmung. Vibriert f\u00f6rmlich. Die Luft flirrt, die Vibes bringen den ganzen Raum zum schwingen. Ich wei\u00df, meine Kategorien sind was f\u00fcr Grobmotoriker. Aber auch Grobmotoriker lieben Musik. Sie k\u00f6nnen sie nur schlecht beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb k\u00f6nnen sie auch nicht sagen, warum genau das \u201eAlso sprach Zarathustra\u201c so toll nach Disco klingt. Und warum sie beim Russland-Medley f\u00f6rmlich dahinschmelzen. Es ist einfach so. Gott sei\u00b4s gepriesen. Auf dieser Platte ist sogar h\u00f6renswert, wenn das Orchester vorgestellt wird und jeder sein Solo spielen darf. In jedem Konzert eigentlich der Punkt t\u00f6dlicher Langeweile. Hier die Minuten, wo die Musiker zeigen, wie Psychedelia klingen kann. Wie der ganze Rest: fantastisch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem gro\u00dfen Welt-Tournee-Programm.Oh mein Gott, diese Platte beginnt tats\u00e4chlich mit der Glocke, die die Zuschauer zu ihren Pl\u00e4tzen ruft. Es geht los! 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