{"id":1038,"date":"2004-06-20T08:44:47","date_gmt":"2004-06-20T06:44:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1038"},"modified":"2022-06-02T01:03:52","modified_gmt":"2022-06-01T23:03:52","slug":"non-stop-party-1974","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/non-stop-party-1974\/","title":{"rendered":"Non Stop Party 1974"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14877\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974.jpg 600w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974-500x495.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974-145x144.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-Non-Stop-Party-1974-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ja super. Wenn einer dem deutschen Middle-of-the-Road-Publikum beigebracht hat, wie groovy eine E-Gitarre sein kann, dann James Last! Man h\u00f6re nur mal den Anfang von \u201eNon Stop Party 1974\u201c. Ist das wirklich das Last-Orchester oder sind das Deep Purple? Ganz ehrlich! Ah, und hier steht\u00b4s auch endlich mal: \u201eProduktion: James Last\u201c. Lange hab ich ger\u00e4tselt, ob der Ton-Ingenieur zugleich auch Produzent ist. Aber nein: seit \u00b464 hat Last einen Exklusiv-Vertrag mit der Polydor, und zwar als Produzent!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Na, den hat er ja gut investiert. Vorzugsweise in seine eigenen Platten. Die hier wird dann allerdings doch ein bisschen schlapp. Was war denn los 1974? Die Carpenters, Elton John, Suzie Quatro, Gilbert O\u00b4Sullivan, Ringo Starr und Sweet \u2013 ja, macht Ihr daraus mal ein flottes Package! Das ist auch schwer! Und am Ende dann doch ein bisschen zu geschmackvoll geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob das wohl wehgetan hat \u2013 bei nur zwei Non Stop Party-Platten pro Jahr die besten Lieder aus zw\u00f6lf Monaten rauszusortieren? Gut, zwei Tricks, um m\u00f6glichst viele Songs auf die Platten draufzukriegen, hat er ja entwickelt: erstens seine Potpourris. Heisst: pro Track gut und gerne drei bis f\u00fcnf Titel untergebracht. Und dann: die Reihe Non Stop Dancing. Das sind bestimmt noch mal zwei Platten pro Jahr. Und worin sollen die sich von den Non Stop Parties gro\u00df unterscheiden als im Namen? Clever!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber trotzdem wird ihm da doch manchmal das Herz geblutet haben, dem James Last. Auf dieser Platte hier ist zum Beispiel kein einziges Abba-Lied drauf. Ich seh ihn direkt vor mir, den Bandleader. Mit verzweifelt zusammengezogenen Brauen, den Kopf ermattet in die Hand gest\u00fctzt \u2013 um dann am Ende doch die M\u00fcnze zu werfen: \u201eWaterloo\u201c oder \u201eKnockin\u00b4 on heavens door\u201c? Bekanntlich hat Dylan gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mir das Cover so ansehe, ahne ich \u00fcbrigens, wer in den Siebzigern der meistfotografierte Deutsche gewesen sein muss. Willy Brandt? Franz Beckenbauer? Nein. James Last! Erstens ist der auf fast jedem seiner Plattencover drauf. Und zweitens das dann oft noch mehrfach. Allein hier z\u00e4hle ich neun James Last\u00b4s!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn man die Platte l\u00e4nger h\u00f6rt, wird sie doch wieder ganz gut. Die Sweet-Sachen sind nat\u00fcrlich wie geschaffen f\u00fcr das James Last Orchester! Die schreien f\u00f6rmlich danach, noch ein paar saftige Beat-Gitarren und zehn Tambourin-Schl\u00e4ger zu kriegen. Und, ganz ehrlich, Gesang konnte man das ja nicht nennen, was Brian Connolly da angestellt hat. Wurde also auch Zeit, dass sich da mal der James Last Chor dr\u00fcber her gemacht hat. Gibt\u00b4s eigentlich \u00b4was, das nicht die Marke \u201eJames Last\u201c tr\u00e4gt? Ich hab gelesen, dass er seiner Band in der Nordheide sogar ein eigenes Erholungszentrum gebaut hat. Klingt gut, aber bestimmt wurden die da nur kaserniert, um sich nicht mit anderen Musikern austauschen zu k\u00f6nnen. Sonst h\u00e4tten sie gemerkt, dass nicht alle Bands in Str\u00e4flingskost\u00fcmen f\u00fcr alberne Plattencover posieren m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch was macht mir Sorgen: kann man unbeschadet durch die Pubert\u00e4t kommen, wenn der eigene Vater s\u00e4mtliche Lieblingsbands auf Platte covert und davon noch mehr verkauft als die Originale selber? Mal im Ernst: bei James Last ist doch von den Beatles \u00fcber Deep Purple bis T. Rex alles drauf. Was bleibt denn da noch? Ich wette, Led Zeppelin hat er sich auch irgendwo vorgekn\u00f6pft. Hm. Black Sabbath vielleicht aber nicht. Und Velvet Underground auch nicht. \u201eSei artig, sonst kommt dein Lieblingssong auf meine n\u00e4chste Platte drauf.\u201c Lief es eventuell so? \u201eSolang Du deine F\u00fc\u00dfe unter meinen Tisch stellst, sind deine Lieblingssongs auch meine Lieblingssongs!\u201c Wie schrecklich. Ich glaub, der Sohn von James Last ist bestimmt sehr fr\u00fch ausgezogen. Das L\u00e4stigste war vermutlich, dass sich der Vater st\u00e4ndig seine Platten geborgt hat. Und die hat man dann zur\u00fcckgekriegt als \u201eNon Stop Party 170\u201c. Oder als \u201eDylan a gogo\u201c. Au backe. Vielleicht gibt\u00b4s deshalb so viele Non Stop Parties. Weil Last jr. so schwer zu b\u00e4ndigen war. Danke, Mann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja super. Wenn einer dem deutschen Middle-of-the-Road-Publikum beigebracht hat, wie groovy eine E-Gitarre sein kann, dann James Last! Man h\u00f6re nur mal den Anfang von \u201eNon Stop Party 1974\u201c. 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