{"id":1039,"date":"2004-06-21T08:46:43","date_gmt":"2004-06-21T06:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1039"},"modified":"2022-06-02T01:01:08","modified_gmt":"2022-06-01T23:01:08","slug":"party","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/party\/","title":{"rendered":"Party"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14874\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box.jpg 510w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box-500x502.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box-145x146.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/james-last-party-box-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><br \/>Diese Platte ist nat\u00fcrlich der Hammer. Das ist so die Art Platte, wo man sich fragt: soll ich sie wirklich rezensieren und damit Einbrecher auf den Plan rufen? Keine Ahnung, was sie wert ist. Aber sie ist wundersch\u00f6n. Und es sind keine Klassik-St\u00fccke drauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz im Gegenteil. Vor allem ist ein Spiel drin. Ja, auf den Innenseiten der Box ist ein Partyspiel. Neckisch, poppig und so, wie Menschen wohl in den 70ern Spiele gespielt haben. Haben sie? Fall ja, melden Sie sich! Vor allem melden Sie sich, wenn Sie bei diesem James Last-Partyspiel ihren Partner kennen- und liebengelernt haben!! Schlie\u00dflich gibt es hier Spielfelder wie \u201eLiebesgarten\u201c und \u201eSeitensprung\u201c, aber auch \u201eMauerbl\u00fcmchen\u201c&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eViel Spa\u00df! \u2013 Und lassen Sie sich recht viel einfallen!\u201c, r\u00e4t die Spielanleitung zum Schluss. Die Knollennasenm\u00e4nnchen sehen ein bisschen aus wie von Loriot. Und das Layout hat nicht ohne Grund die Firma \u201epop + art design\u201c gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer f\u00fcr das g\u00f6ttliche Cover zust\u00e4ndig war, steht leider nicht dabei. Sieht es nicht aus, als gucke James Last aus eine poppigen Fernseher heraus? Ich hab noch eine Heino-Platte, die sieht \u00e4hnlich aus. Damals traute man sich noch, die Farben Rot und Pink zu kombinieren. Ich m\u00f6chte die 70er daf\u00fcr ausdr\u00fccklich begl\u00fcckw\u00fcnschen. Auch f\u00fcr zu den fetten \u2013 Wohlstand und Optimismus ausdr\u00fcckenden \u2013 \u201eParty\u201c-Buchstaben. Ja, ich bin ein bisschen verliebt in diese Box.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in das aufgemalte Siegel: \u201eJames Last. Happy Sound International.\u201c Wow. Sieht aus, wie das Logo einer sexy Fluglinie. DA w\u00fcrde man gern mal mitfliegen. Vor allem, wenn da die Musik l\u00e4uft, die auf diesen vier Platten drauf ist. Ich bin ja mittlerweile optimistischer, je \u00e4lter die Platten sind. Man muss es mal ehrlich aussprechen: vor allem in den 80ern hat James Last viel Schmuh gemacht. Aber in den 60ern und 70ern \u2013 vor allem in den fr\u00fchen 70ern und auch noch kurz vor der Disco-Zeit \u2013 da war James Last der helle Wahnsinn. Und genau aus dieser \u00c4ra sind die Platten der Box.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHits \u00e0 la Last\u201c zeigt, was man mit einer Bigband machen: swingen \u2013 so sexy, leicht und trotzdem feurig, wie ich es bei niemanden sonst je geh\u00f6rt hab. Der Charme und Optimismus das James Last-Sounds ist letztlich unkopierbar. Da kommt niemand ran, auch der von mir hochgesch\u00e4tzte Max Greger kann mit den besten Platten von James Last nicht konkurrieren. James Last versetzt s\u00e4mtliche Molek\u00fcle \u2013 zumindest meines K\u00f6rpers \u2013 in Bewegung. Bis auf die des Mundes: der steht offen, weil ich immer wieder baff bin \u00fcber die rasanten, trickreichen Arrangements und die Spielfreude der Band. Let the sunshine in, Happy heart, El Condor Pasa, Lara\u00b4s Theme, Blowin\u00b4 in the wind\u2026 Wer immer noch H\u00e4me \u00fcber den Last\u00b4schen Mainstream-Brei verbreiten will, der \u00fcbersieht, dass Last den vermeintlich so \u201ekleinen Leuten\u201c verdammt viel Psychedelia untergemischt hat. Die hatten ihre Freude an. W\u00e4hrend die Kritiker vermutlich nicht mal reingeh\u00f6rt haben und nicht merkten, was ihnen da entging.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckseite der ersten Platte heisst \u00fcbrigens \u201eLatin Hammond\u201c \u2013 und damit ist auch der Last\u00b4sche Hammond-Sound bei mir wieder voll rehabilitiert. In dieser Zusammenstellung holt Last aus dem Hammond-Sound raus, was ihn erst ertr\u00e4glich bis unwiderstehlich macht: Schmalz, Witz und Besessenheit. Hammond Orgeln haben \u00b4was unfreiwillig Komisches im Klang, finde ich. Aber mit Latino-Kl\u00e4ngen und Tanzrhythmen gehen sie die perfekte Ehe ein. Estrellita, Cumana, In a little spanish town, Benita, Wheels&#8230; Ich bin entz\u00fcckt! Man beachte auch, dass James Last nebenbei noch der Erfinder von Franz Lambert ist. Nicht dass ich Beweise daf\u00fcr h\u00e4tte \u2013 aber wenn ich diese Platte h\u00f6re, wird mir einiges klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich, endlich kann ich mal h\u00f6ren, wie \u201eSwinging \u00c4nnchen\u201c klingt. Bisher kannte ich ja nur das normale \u00c4nnchen, das zum Tanz resp. zum Tr\u00e4umen l\u00e4dt. Swinging \u00c4nnchen klingt gut! Mit Knackbass, ausgelasteten Bl\u00e4sern und einem r\u00fchrigen Piano. Und die Bl\u00e4ser machen nebenbei noch Ger\u00e4usche, die ich zumindest bei Last noch nie von ihnen geh\u00f6rt hab: dreckige, verfremdete Ger\u00e4usche. Ich sch\u00e4tze, nach dieser Aufnahme musste das Orchester erstmal wegen schweren Muskelkaters in Kur geschickt werden. &#8230;oder es nahm erstmal den Fu\u00df vom Gas. Die letzten drei der vier Takes sind vergleichsweise soft und Midtempo. Kein allzu gro\u00dfer Unterschied zu den \u00fcblichen \u00c4nnchen-Platten \u2013 die ja durchaus auch swingen. Schade. Aber trotzdem h\u00f6renswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der B-Seite gr\u00fc\u00dft der beliebte K\u00e4pt\u00b4n James. Vielleicht war das gem\u00e4\u00dfigtere \u00c4nnchen die Vorbereitung auf ihn&#8230; Denn K\u00e4pt\u00b4n James swingt auch eher leise. Aber freundlich und ideenreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Platte 3 enth\u00e4lt einen Seite mit \u201eInstrumentals\u201c. Was angesichts des g\u00e4ngigen Last-Sounds, der auch bei Volks- und Seemannsliedern eher wenig Text enth\u00e4lt, schon lustig ist. Es sind jedenfalls von American Patrol \u00fcber The more I see you bis zum Drina Marsch eher oldfashioned, klassische St\u00fccke. Mal temperamentvoll, mal majest\u00e4tisch eingespielt. Aber alle mit diesem Strahlen, diesem gro\u00dfen Ja des Last-Sounds und alle unverkennbar Last! Flott, tanzbar, gutgelaunt. Viel Bl\u00e4ser, viel klassische Bigband.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Dank-Telegramm eines Leh\u00e1r-Neffen hat James Last einst seine Leh\u00e1r-Platte eingebracht. (Diese werden dem \u201eOnkel\u201c neue, jugendliche H\u00f6rer zuf\u00fchren.) Hier zusammengefasst zu \u201eLeh\u00e1r for dancing\u201c. Flott, schmissig, swingender Operetten-Kitsch. Ich wei\u00df, dass das W\u00f6rtchen \u201eSwing\u201c in Last-Rezensionen inflation\u00e4r gebraucht wird. Aber was will man machen? Es swingt halt. Manchmal auch weich und schwebend. Und manchmal mit Streichern, so leicht wie gasgef\u00fcllte Luftballons&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eGolden Non Stop\u201cs auf der vierten Platten sind zackige, rockende Tanzboden-Kracher. Na na hey hey&#8230;, In-a-gadda-da-vida, Venus und auch der ein oder andere Volksfest-Song. Im Potpourri mit Partyger\u00e4uschen. Und mit r\u00fchriger Orgel, Vibes, nat\u00fcrlich viel Blech und H\u00e4ndeklatschen. Das alte Dschungelfeeling nach dem Motto \u201eKlotzen, nicht kleckern\u201c. Wer sich hier nicht bewegt, ist selber schuld.<br \/>Aber auch wundersch\u00f6ne, wie ich finde, zu Unrecht vergessene Lieder sind hier zu finden: The windmills of my mind! The wonder of you. Greensleeves. Wieso h\u00f6rt man die sonst nur noch so selten?? \u201eMore Non Stop\u201c heisst sinnigerweise die letzte Seiter dieser Box. Auch wenn man\u00b4s ein bisschen bel\u00e4cheln darf: die Seiten-Titel sind schon s\u00fc\u00df. Und liebevoll ausgew\u00e4hlt. Das ist die Petersilie auf dem Schnittchen-Teller. Der Apfel im Spanferkel-Maul. Und wie ich \u201eGoodbye Sam, hello Samantha\u201c liebe! Auch daf\u00fcr noch mal Danke!! Und eben f\u00fcr diese ganze wunderbare, supertolle Box!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Platte ist nat\u00fcrlich der Hammer. Das ist so die Art Platte, wo man sich fragt: soll ich sie wirklich rezensieren und damit Einbrecher auf den Plan rufen? 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