{"id":1047,"date":"2004-06-29T18:06:34","date_gmt":"2004-06-29T16:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1047"},"modified":"2022-06-02T00:39:31","modified_gmt":"2022-06-01T22:39:31","slug":"my-favorite-songs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/my-favorite-songs\/","title":{"rendered":"My favorite songs"},"content":{"rendered":"\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/archiv\/images\/jameslast\/images\/cover\/my_favorite_songs.jpg\"\/><br \/>Einigerma\u00dfen gr\u00e4ssliches Cover. Eine durch ein Passepartout geb\u00e4ndigte Collage von Notenbl\u00e4ttern. Plus ein schr\u00e4g draufgepapptes Autogramm-Bildchen von James Last. Und auch keine sch\u00f6nen, poppigen Farben&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Anyway. Diese vergleichsweise konservativen Song-Alben sind bei James Last meist ein Gewinn. Und so ist es auch hier. \u201eI can see clearly now\u201c \u2013 seltsam ruppig und in sch\u00f6nen dunklen T\u00f6nen. Kein fr\u00f6hlicher Happy Sound, kein Brei f\u00fcr Zahnlose \u2013 den er im \u00fcbrigen nie produziert hat. Man muss ihn schon mutwillig so rezipieren. Aber diese Einspielungen zeigen mal wieder die Vielseitigkeit von James Last. H\u00e4tte der Tag 70 Stunden und der Mensch drei K\u00f6pfe \u2013 es g\u00e4be vermutlich astronomische Zahlen von James Last-Platten \u2013 und Sounds, die wir nie bei ihm vermutet h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, in der \u201eDolannes Melodie\u201c fahren irgendwann wieder die Unisono-Streicher ihre Ellbogen aus. Aber die fast Horn-artigen Bl\u00e4ser und die Schwere der untermalenden Harmonien \u2013 das h\u00e4tte er so auf keinen Non Stop-Album untergebracht. Auch \u201eHave you never been mellow\u201c \u2013 ein Traum. Weibliche Stimmen \u2013 in kr\u00e4ftigen Alt-Lagen. Oder Sopr\u00e4ne, die in den unteren Bereichen ihres Umfangs singen. Fantastisch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDon\u00b4t cry for me Argentina\u2019 ist schon volle 6\u00b442 lang \u2013 l\u00e4nger kommt hier noch die 8\u00b421-Version von \u201eMac Arthur Park\u201c. Ja, dies ist das Album der langen Songs. Und James Last ist gro\u00df darin, Spannung aufzubauen und zu halten \u2013 \u00fcber Minuten hinweg und im Rahmen ein und desselben Songs. \u201eDon\u00b4t cry for me Argentina\u201c ist auch mit sparsamen Mitteln bei Last gro\u00dfes Kino. Geht unter die Haut.<\/p>\n\n\n\n<p>Und danach wieder ein sanft rockender Take: \u201eOnly you can\u201c, irgendwo zwischen Pop und Karibik. Gesang erinnert im Refrain an Boney M. \u2013 aber nur positiv. Selten durften die S\u00e4nger so zupacken, wie auf dieser Platte. Und selten waren sie so sehr in den Vordergrund gemischt, wie hier. An dieser Stelle einmal explizite Hochachtung f\u00fcr die Zusammenstellung der Takes. Genauer: die Abfolge auf den Platte. Die kompletten Alben sind bei James Last in den meisten F\u00e4lle Gesamtkunstwerke: die Hand, die f\u00fcr die Arrangements zust\u00e4ndig ist, d\u00fcrfte auch auf der Ebene des Formats viel geordnet haben. Manchmal erh\u00f6rt sich der Genuss des gerade beendeten Liedes noch, wenn die kongenial passenden Takte des folgenden beginnen. Klingt komisch: aber in diesen Momenten wird die Kunst des abgelaufenen Lieder erst vollendet. Bekommt die Krone aufgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSummer of \u00b442\u201c zeigt mal wieder, dass sich James Last grunds\u00e4tzlich nicht vor dem gro\u00dfen Philly-Orchester MFSB verstecken brauchte. Und ja, ja, ja \u2013 James Last covert die Eagles! \u201eBest of my love\u201c. Hier aalt er sich f\u00fcr meinen Geschmack einen Tick zuviel im reinen Wohlklang. Obwohl der Song an sich nicht schlecht gew\u00e4hlt ist. Klingt im Last-Sound trotzdem einen Hauch zu glitschig. Vielleicht rutschen mir hier auch nur wieder die Ch\u00f6re zu hoch, vielleicht ist es mir in der Kombination mit dem Zeitlupentempo too much. Irgendwas behagt mir hier nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wieder eine Last-Komposition: \u201ePhotographs\u201c. Das ist ja immer eine komische Sache. \u00dcblicherweise besteht beim Last-H\u00f6ren viel Spa\u00df im Wiedererkennen der Vorlage und im gen\u00fcsslichen Aufnehmen der Interpretation. Hier heisst es: sich berieseln lassen und irgendwann feststellen \u2013 wenn man die Melodie ausgemacht hat \u2013 ob\u00b4s einem gef\u00e4llt. Das hier ist edler Westk\u00fcsten-Satzgesang, mal wieder in hohen Lagen. Aber nicht zu sehr ausufernd, immer wieder rechtzeitig von harmonisch neuen Passagen abgefangen. Ja, eigentlich h\u00e4tte auch aus \u201ePhotographs\u201c ein Welthit werden m\u00fcssen. F\u00fcr die Streisand. Oder Angelika Milster. Ist jedenfalls ein sch\u00f6ner Song.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum dass \u201eThe Boxer\u201c anf\u00e4ngt, scheint es, dass die ganze zweite Seite dieser Platte sopranesken Ch\u00f6ren gewidmet ist. Aber was James Last als Arrangeur aus diesem Song gemacht hat, ist aller Ehren wert. Eine Mischung aus Beach Party-Lagerfeuer-Einfachheit und ausgestellten Percussion-Details. Ein sanfter Fluss aus Akustik-Gitarre und kaum h\u00f6rbarem Beat. Daf\u00fcr quakige Oboen(?)-Laute, weit abger\u00fcckte Drum-Explosionen und gegen Ende auch wunderbare Orgel-Ausfl\u00fcge. Sehr stimmungsvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMac Arthur Park\u201c und James Last \u2013 auch eine Traumkombination. Obwohl ja gerade dieses Lied dem Urgestus der Potpourris \u2013 und damit der gr\u00f6\u00dften Erfolgsmasche von Last \u2013 entgegensteht. Denn dieses Lied braucht Zeit, seine verschiedenen H\u00e4utungen zu durchleben, um am Ende seinen Schmetterling fliegen zu lassen. Kein Problem f\u00fcr den Bigband-Leader. Zwar kippt das St\u00fcck bei ihm nicht in den wunderbaren Wahnsinn der Donna Summer-Fassung ab. Daf\u00fcr bleibt es zu getragen und w\u00fcrdevoll. Aber die Klangfarben sind mal wieder wunderbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Tolle Platte. Geh\u00f6rt auf jeden Fall mit in die Spitze der besten Last-Platten. Spannend und unglaublich, zu sehen, mit welcher Konzentration und Wucht sich der Meister der Potpourris auf einzelne Songs st\u00fcrzen kann, um ihnen \u00fcber Minuten hinweg den Sockel zu zimmern, den sie verdienen und der sie tr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einigerma\u00dfen gr\u00e4ssliches Cover. Eine durch ein Passepartout geb\u00e4ndigte Collage von Notenbl\u00e4ttern. Plus ein schr\u00e4g draufgepapptes Autogramm-Bildchen von James Last. 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