{"id":1056,"date":"2004-07-08T18:22:26","date_gmt":"2004-07-08T18:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1056"},"modified":"2022-05-10T02:10:24","modified_gmt":"2022-05-10T00:10:24","slug":"humba-humba-gogo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/07\/humba-humba-gogo\/","title":{"rendered":"Humba Humba &agrave; gogo"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/images\/jameslast\/images\/cover\/humba_humba_a_gogo.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br \/>James Last ist wirklich unglaublich. Die Worte \u201eHumba Humba\u201c d\u00fcrften so ziemlich zu dem Schrecklichsten, Absto\u00dfendsten geh\u00f6ren, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Sowas, wo sich alle vorher Handschuhe anziehen. Und niemand mit gesehen werden will. Aber James Last h\u00e4ngt einfach ein \u201e\u00e0 gogo\u201c dran \u2013 und schon ist das ganze Ding stylish.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Und h\u00e4tte hier nicht ein Dekor wie auf \u201eHereinspaziert zur Polka Party\u201c auf\u00b4s Cover geh\u00f6rt? Oder wenigstens eine Flasche J\u00e4germeister? Nein! \u201eEin Potpourri mit 28 hand- und trinkfesten Stimmungsliedern f\u00fcr die Bottleparty\u201c ist der Untertitel der Platte. Hand- und trinkfest? Ich will gar nicht weiter dr\u00fcber nachdenken&#8230; Aber so macht das James Last: macht seinen Fans einen Sauf-Soundtrack und spricht von \u201eBottleparty\u201c. Hier ist kein gewollt modernistischer Aglizismer am Werk, sondern ein Mensch, der echte Lebenshilfe leistet. Er gibt dem Affen Zucker \u2013 aber zugleich auch das Gef\u00fchl, etwas Besseres zu sein. Eiche rustikal zum letzten Schrei erhoben. Salonf\u00e4hig gemacht. Hier sind sogar Martinikirschen im Glas! Aufgespie\u00dft auf einem kleinen S\u00e4bel, damit das Publikum sich trotzdem noch wiedererkennt. Gewusst, wie.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Auf der Platte erkennt man die Bierseligkeit h\u00f6chstens an ein paar tiefen Legato-Trompetenl\u00e4ufen, am Repertoire und \u2013 ich finde \u2013 ein bisschen auch an der gelegentlich durchwabernden Hammondorgel. Inhaltlich ist das \u201e\u00c4nnchen von Tharau auf Zechtour\u201c: Trink, Br\u00fcderlein, trink; O du wundersch\u00f6ner, deutscher Rhein; In M\u00fcnchen steht ein Hofbr\u00e4uhaus. Und nat\u00fcrlich: Humba, Humba T\u00e4t\u00e4r\u00e4.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ganze im munteren Potpourri-Sound: fr\u00f6hlicher Swing (ich wei\u00df, das sag ich zum hundertsten Mal \u2013 ist aber so!), wie Perlen aufgereiht auf der Medley-Kette. Einigerma\u00dfen rasante Platte also. Mit durchaus h\u00f6renswerten Details, zum Beispiel einem kleinen Glockenspiel-Solo. Das ist ja einer der Vorz\u00fcge der Last-Platten: sie funktionieren im Vollsuff und als fernes Hintergrundger\u00e4usch, aber eben auch beim einsamen, kontemplativen H\u00f6ren. Sie sind \u2013 anyway \u2013 gro\u00dfartige Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn man kann sagen, was man will: nie hat man bei James Last das Gef\u00fchl, er spiele irgendwas routiniert runter. Er lege nur eine Klangschablone \u00fcber die zu arrangierenden Songs und spule eben seine Masche ab. Nein, jede Platte klingt, als sei sie mit viel Liebe, mit gro\u00dfem K\u00f6nnen und ungeheurer Energie gemacht. Als habe sich jemand mit Haut und Haaren in die Lieder gest\u00fcrzt. Bem\u00fcht, aus ihnen rauszuholen, was rauszuholen und ihrer w\u00fcrdig ist. Auch daf\u00fcr Dank an Le James! Selbst seine (grauenvollen) Ausfl\u00fcge in den sterilen 80er-Synthie-Pop verzeiht man ihm, weil man merkt, dass er neugierig und offen war und Neues ausprobieren wollte. \u201eHumba Humba \u00e0 gogo\u201c ist jedenfalls eine tolle, satte, krachende Swing-Platte!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>James Last ist wirklich unglaublich. Die Worte \u201eHumba Humba\u201c d\u00fcrften so ziemlich zu dem Schrecklichsten, Absto\u00dfendsten geh\u00f6ren, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Sowas, wo sich alle vorher Handschuhe anziehen. Und niemand mit gesehen werden will. Aber James Last h\u00e4ngt einfach ein \u201e\u00e0 gogo\u201c dran \u2013 und schon ist das ganze Ding stylish. Und h\u00e4tte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[66],"tags":[538],"class_list":["post-1056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frl-katja","tag-james-last"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}