{"id":1068,"date":"2004-07-20T22:40:21","date_gmt":"2004-07-20T20:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/archiv\/?p=1068"},"modified":"2022-06-02T00:25:28","modified_gmt":"2022-06-01T22:25:28","slug":"thats-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/07\/thats-life\/","title":{"rendered":"That&#180;s life"},"content":{"rendered":"\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/archiv\/images\/jameslast\/images\/cover\/that_s_life.jpg\"\/><br \/>Eine sch\u00f6ne, alte James Last Platte. Mit einem derart stylishen und raffinierten Cover, dass man dem Designer die F\u00fc\u00dfe k\u00fcssen m\u00f6chte. Und die Frau auf dem Bild muss noch nichtmal viel Haut daf\u00fcr zeigen. Der Clou beim Ganzen: dass der Rahmen des Covers im Grunde der Rahmen eines Brillenglases ist&#8230; Hach.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und auf der Platte: die wunderbarsten Swingperlen. Im schon typischen Last-Sound. Muss so Ende der 60er gewesen sein. Viel Hall, viel \u00fcberbordende Spielfreude, ein Bad in den diversen Klangfarben. Viel Beat-Musik. Und nat\u00fcrlich auch viele Trompeten.<\/p>\n\n\n\n<p>So stellt ich mir den Klang vor, als klar wurde, dass die Zeit des \u2013 nicht minder grandiosen \u2013 Bert Kaempfert abgelaufen ist. Dass hier jemand nachr\u00fcckt, der mit einem Bigband einen ganz anderen Sound macht. Und damit die Herzen auf der ganzen Welt erobern wird. Es ist noch sehr Sixties, hier. Und auch durchaus klassischer Bigbandsound. Aber noch nicht mit diesen manischen, euphorischen Trompeten. Schon gar nicht mit den Partyger\u00e4uschen und dem Potpourri-Hopping. Aber es ist eine klare Handschrift.<\/p>\n\n\n\n<p>Jemandes, der Gas geben will. Und nicht nur schon Musik, sondern Lebensfreude verbreiten will.<br \/>Kurios, dass dies ausgerechnet ein Bremer war, oder? Man h\u00e4tte bei so was doch weniger auf einen Fischkopf getippt, sondern auf einen fr\u00f6hlichen S\u00fcdl\u00e4nder, oder? W\u00e4re das nicht eigentlich der Job von Max Greger gewesen? Aber er hat es ja im Grunde auch versucht. Und es liegt irgendwie auf der Hand, dass es nicht klappen konnte. Bei allem Respekt f\u00fcr Max Greger. Aber es braucht halt eine gewisse L\u00e4ssigkeit f\u00fcr so was. Wer mit der Last-Mission re\u00fcssieren will, der darf das Wort \u201egranteln\u201c noch nichtmal buchstabieren k\u00f6nnen. Eigentlich w\u00e4re Paul Kuhn viel eher daf\u00fcr pr\u00e4destiniert gewesen. Ja, warum hat der keinen Happy Sound um die Welt gejagt? Vermutlich, weil er auf ganz anderen Weg, einem konventionellen Weg, versucht hat, die Welt mit einer Bigband zu versch\u00f6nern. Bis der RIAS kam und sie wegrationalisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Traurig, traurig. Deshalb: schnell erz\u00e4hlen, welch herrliche Musik auf dieser Platte ist. \u201eWinchester Cathedral\u201c, das klingt, wie auf einem Kamm geblasen. Lustig.<\/p>\n\n\n\n<p>Und &#8211; mein Gott, was f\u00fcr eine reduzierte Fassung von \u201eGames that lovers play\u201c. Man kriegt direkt einen Schock! Aber sie ist wundersch\u00f6n. Piano pianissimo zwar. Und klingt wie f\u00fcr eine Mini-Barcombo arrangiert. Fast f\u00fcr ein Trio. Aber nicht mehr f\u00fcr Bigband. Die f\u00e4llt nat\u00fcrlich sp\u00e4ter ein, aber der Anfang ist wirklich ganz spartanisch. Und ganz anders akzentuiert als in der bekannten Fassung. Wow. Viel, viel Understatement hier. Sehr, sehr stylish!<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind komplette St\u00fccke, die hier drauf sind. Klassiker. \u201eThat\u00b4s life\u201c, \u201eTime after time\u201c, \u201eGo away litte girl\u201c, \u201eGuantanamera\u201c. Und sie sind einfach wahnsinnig toll arrangiert und gespielt. Hier spr\u00fchen wirklich Funken, ohne dass James Last irgendwelche Extreme auff\u00e4hrt. Er hat einfach nur mit dem gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Pep arrangiert. Und trotzdem ungemein sophisticated.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGuantanamera\u201c zum Beispiel \u2013 sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, dass James Last sehr wohl karibische Kl\u00e4nge in Szene setzen kann. Die auch langsam und tr\u00e4ge gut klingen. Schade, dass seine karibische Platte von diesem Geist nichts mitgenommen hat. Wunderbar hier, mit Vibraphon und Streichern.<br \/>Also: diese Platte ist super, super, super!s<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine sch\u00f6ne, alte James Last Platte. Mit einem derart stylishen und raffinierten Cover, dass man dem Designer die F\u00fc\u00dfe k\u00fcssen m\u00f6chte. Und die Frau auf dem Bild muss noch nichtmal viel Haut daf\u00fcr zeigen. 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