{"id":11837,"date":"2007-11-22T11:11:00","date_gmt":"2007-11-22T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=11837"},"modified":"2022-05-08T22:28:59","modified_gmt":"2022-05-08T20:28:59","slug":"stephan-poertner-koebi-santiago","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/11\/stephan-poertner-koebi-santiago\/","title":{"rendered":"Stephan P\u00f6rtner &#8211; K\u00f6bi Santiago"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/images-na.ssl-images-amazon.com\/images\/I\/51OS3ejCWQL._SX352_BO1,204,203,200_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images-na.ssl-images-amazon.com\/images\/I\/51OS3ejCWQL._SX352_BO1,204,203,200_.jpg\" alt=\"P\u00f6rtner, Stephan: K\u00f6bi Santiago:\" width=\"177\" height=\"250\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ja, der K\u00f6bi. Mit der Schweiz hat er abgeschlossen, in Spanien, in Santiago de Compostela, lebt es sich behaglicher. Geld steht ihm \u2013 woher eigentlich? &#8211; reichlich zur Verf\u00fcgung und die Vergangenheit liegt weit hinter den sieben Bergen. Da passiert es. K\u00f6bi trifft einen Freund aus alten, st\u00fcrmischeren Tagen in den Achtzigern, als \u201eZ\u00fcri brennt\u201c w\u00f6rtlich zu nehmen war. Aber der Freund ist doch seit Jahren tot, oder? Ermordet\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einstieg in Stephan P\u00f6rtners Roman ist klassisch. Ein Totgeglaubter lebt, er will seine Tochter in der Schweiz besuchen, die Tochter ahnt nichts von ihrem Gl\u00fcck, K\u00f6bi soll vermitteln. Dann ist der Wiederauferstandene zum zweiten Mal tot, diesmal endg\u00fcltig, und K\u00f6bi, der in einem fr\u00fcheren Leben als Privatdetektiv gearbeitet hat, macht sich auf die Suche nach T\u00e4ter und Tathintergr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es wird eine Reise in die Vergangenheit, in die Z\u00fcrcher Punker- und Anarchoszene, das kleine Drogenparadies und die anschlie\u00dfende H\u00f6lle des Scheiterns, des Aufstiegs, des Stillstands, der Normalit\u00e4t. Einen alten Bekannten nach dem anderen klappert K\u00f6bi bei seinen Recherchen ab, da ist er ganz akkurater Schweizer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das geschieht in klassischer Manier. Die einen sind zu Junkies herabgestiegen, die anderen haben sich von kleinen zu gr\u00f6\u00dferen Gaunern entwickelt, manche fr\u00f6nen der Gutb\u00fcrgerlichkeit. Und auch die Staatsmacht mitsamt ihrer geheimen Apparate kommt ins Spiel. Wer inszenierte damals den \u201eTod\u201c des Freundes und warum? War er, der als eine Art Gesch\u00e4ftsmann in Sachen weiche Drogen agierte, ein Spitzel? Oder kam er den Global Swiss Players der Branche in die Quere?<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ger\u00e4t Held K\u00f6bi irgendwann selbst ins Visier des T\u00e4ters, ein weiterer Mord geschieht. Nachdem alle potentiell Verd\u00e4chtigen abgehakt worden sind, steht der B\u00f6sewicht fest, es kommt zum Showdown. Klassisch eben wie das gesamte Konzept der K\u00f6bi-Romane, die in toto als Chronik Schweizer Haupt- und Gegenkultur funktionieren sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und gerade das ist zugleich St\u00e4rke und Schw\u00e4che des Romans. Was er, sprachlich solide, aber keineswegs \u00fcberragend, \u00fcber das Einst und Jetzt zu erz\u00e4hlen hat, ist ebenso vorhersehbar wie die Kriminalstory selbst. Nicht dass es falsch w\u00e4re, nicht dass es wirklich misslungen w\u00e4re. Aber dieses Inderspurlaufen der Geschichte h\u00e4lt auch den Leser auf Kurs, Genuss ohne Reue, Genuss ohne Nachwirkungen. Es kommt, wie es kommen muss, und manchmal eben etwas zu zahm, zu sehr der Absicht geschuldet, plakativ die Dinge auf den Punkt zu bringen. Unterhaltsam durchaus, wirklich aufregend jedoch nicht. Dass Schweizer zum Handy \u201eNatel\u201c sagen und hinter den Bankfassaden der Abgrund lauert, dass die Idealisten von einst die Spie\u00dfer von heute sind \u2013 sch\u00f6n, dass es noch einmal ausgesprochen wird. Ein netter Krimi also, der chronisches Kopfnicken verursacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, der K\u00f6bi. Mit der Schweiz hat er abgeschlossen, in Spanien, in Santiago de Compostela, lebt es sich behaglicher. Geld steht ihm \u2013 woher eigentlich? &#8211; reichlich zur Verf\u00fcgung und die Vergangenheit liegt weit hinter den sieben Bergen. Da passiert es. 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