{"id":11862,"date":"2005-02-17T11:11:00","date_gmt":"2005-02-17T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=11862"},"modified":"2022-06-18T03:24:30","modified_gmt":"2022-06-18T01:24:30","slug":"crime-surf-bert-f-island","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/02\/crime-surf-bert-f-island\/","title":{"rendered":"Crime Surf: Bert F. Island"},"content":{"rendered":"\n<p>Bis vor 20 Minuten war mir der Name Bert F. Island kein Begriff. Dann startete ich eine Amazon-Suche nach antiquarischen B\u00fcchern \u00fcber Island.<\/p>\n\n\n\n<p>Tja, und da tauchte er auf: Bert F. Island, Autor von (mindestens) 193 garantiert islandfreien Kriminalromanen, in den 60er Jahren in der &#8222;Kommissar X&#8220; &#8211; Reihe des Pabel Verlags ver\u00f6ffentlicht und mit solch denkw\u00fcrdigen Titeln wie &#8222;Galgenv\u00f6gel zwitschern nicht&#8220;, &#8222;Blondinen in Beton&#8220; oder &#8222;Der Nigger muss sterben&#8220; versehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich gebe zu, dass mich generell Leute interessieren, die sich Bert F. Island nennen und in einem einzigen Jahrzehnt mindestens 193 Romane schreiben. Das hei\u00dft ja auch: Mindestens 193 Titel erfinden! Dabei f\u00e4llt auf, dass Island eine Vorliebe f\u00fcr die Zahl 3 zu haben schien: &#8222;Drei Kugeln f\u00fcr den Chef&#8220;, &#8222;Drei Tote nach Baltimore&#8220;, &#8222;Drei halten Gericht&#8220;, &#8222;Der dreifache Tote&#8220;, &#8222;Die drei Gesichter des Todes&#8220;, &#8222;Mord bei Dreiviertelmond&#8220;. Einmal deutet Island seine Vorliebe nur neckisch an: &#8222;Zum ersten, zum zweiten und zum \u2026&#8220;, doch geradezu obsessiv wird es, wenn er die Drei in Verbindung mit Tieren und Farben bringt: &#8222;Drei goldene Schlangen&#8220;, &#8222;Drei blaue Panther&#8220;, &#8222;Drei gelbe Katzen&#8220;, &#8222;Drei gr\u00fcne Hunde&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine beiden Lieblingstitel von Bert F. Island jedoch sind diese: &#8222;Mohamed schie\u00dft links&#8220;, hinter dem wir sicher keinen islamkritischen Thriller vermuten d\u00fcrfen, und &#8222;Ein Henker ist kein Blumenstrau\u00df&#8220;. Es war letztgenannter Titel, der mich erahnen lie\u00df, dass Bert F. Island etwas Besonderes sein musste, kein hundsgew\u00f6hnlicher Krimiheftlohnschreiber, der Tag f\u00fcr Tag seine 60 Seiten in die alte Olympia-Maschine haut, sondern ein Mensch mit einer geradezu abstrus-\u00fcberbordenden Vorstellungskraft. Denn wer einen Roman &#8222;Ein Henker ist kein Blumenstrau\u00df&#8220; nennt, muss zumindest eine vage Vorstellung davon haben, wie es aussehen d\u00fcrfte, WENN ein Henker ein Blumenstrau\u00df w\u00e4re. Selbst ich, der ich ohne zu z\u00f6gern einen Kriminalroman &#8222;Drei wei\u00dfe M\u00e4use fahrn nach Baltimore&#8220; nennen w\u00fcrde, kann da nicht mithalten.<\/p>\n\n\n\n<p>So. Und wer war nun dieser Bert F. Island in der schn\u00f6den Wirklichkeit? Hier brachte googeln raschen Erfolg. Bert F. Island hie\u00df b\u00fcrgerlich Paul Alfred M\u00fcller, lebte von 1901 bis 1970, begann als SF-Autor und schuf die erfolgreiche Serie &#8222;Sun Koh, der Erbe von Atlantis&#8220;, verwendete die Pseudonyme Lok Myler und Freder van Holk sowie gesch\u00e4tzte zwei Dutzend andere und erhielt 1959 als erster den Kurd La\u00dfwitz Autorenpreis.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu hier mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich werde mir schnellstens einen Bert F. Island &#8211; Krimi besorgen. Wahrscheinlich &#8222;Ein Henker ist kein Blumenstrau\u00df&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis vor 20 Minuten war mir der Name Bert F. Island kein Begriff. Dann startete ich eine Amazon-Suche nach antiquarischen B\u00fcchern \u00fcber Island. Tja, und da tauchte er auf: Bert F. 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