{"id":11920,"date":"2005-03-30T11:11:00","date_gmt":"2005-03-30T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=11920"},"modified":"2022-05-23T03:56:57","modified_gmt":"2022-05-23T01:56:57","slug":"crime-school-hefte-raus-klassenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/03\/crime-school-hefte-raus-klassenarbeit\/","title":{"rendered":"Crime School: Hefte raus, Klassenarbeit!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Je tiefer wir uns in den Unterrichtsstoff der Crime School knien, desto bl\u00fcmeranter wird es den Sch\u00fclern. Haben Raabe, Nabokov und Schmidt tats\u00e4chlich etwas mit dem Genre \u201eKrimi\u201c zu tun, blo\u00df weil sie sich einiger seiner Elemente bedienten?<\/p>\n\n\n\n<p>Oder um es mit den wohlgesetzten Worten des Sch\u00fclers Bernd zu sagen:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eDa stellt sich doch die Frage was eigentlich ein Krimi ist. Auch eine der unendlichen Diskussionen, bei denen schon viele gescheite Menschen [unzureichende] Definitionen produziert haben sollen; also begeben wir uns besser wieder \u00b4runter vom Glatteis\u2026 Ist den alles was jemals geschrieben wurde und wo ein Toter, ein ungel\u00f6stes Verbrechen, die innere Zerrissenheit eines B\u00fc\u00dfers[oder \u2026] vorkommt ein Krimi ? \u201eWuthering heights\u201c, \u201eMacbeth\u201c, \u201eTod in Venedig\u201c, \u201eFor whom the Bells toll oder \u201ethe invisible man\u201c Krimis wo immer man hinschaut ?\u201c<br \/>Well, that\u2019s fucking Hochliteratur indeed, wie man es in fr\u00fcheren, besseren Zeiten nennen durfte, als nicht an\u00e4mische Ich-Forscher, Befindlichkeitshanseln und Icke-hab-ne-Botschaft-Posaunisten die stolze Galeere enterten, auf der sich die Meister keuchend in die Riemen legten. Heutzutage segelt das Schiffchen harmlos \u00fcber die Meere des Flachsinns, die Ozeane der geistigen Untiefe, vom schwinds\u00fcchtigen Atem der Literaturkritik in die Segel gepustet. Doch lassen wir das.<br \/>Was wir bei der Analyse der drei \u201eHochliteraten\u201c herausfanden, war folgendes: Wie sich da ein guter Text mit seinen Lesern kurzschlie\u00dft, sich ihrer bem\u00e4chtigt und einen Krimi der ganz anderen Art zu schreiben versteht: einen Metakrimi, der kurzerhand das Leben (oder soll ich schelmischer Weise sagen: die Wirklichkeit?) des Lesers \u00fcberw\u00e4ltigt und diesen zum Handelnden macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab ovo, wie man, noch immer in Ostern\u00e4he, sagen k\u00f6nnte. Der Krimi als \u201eGenre\u201c entspringt der genrefreien Literatur, er geh\u00f6rt weiterhin zu ihr, er ist potentiell mit allen Zaubereien ausgestattet, die uns gute B\u00fccher zu bieten verm\u00f6gen. Man kann auch sagen, jedes gute Buch sei in der Lage, einen Krimi zu inszenieren, eine Recherche des Lesers, der sich gegen das gel\u00e4ufigste Verbrechen der Menschheit wendet: die Unwissenheit, sei sie nun selbst- oder fremdverschuldet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber, bittesch\u00f6n, was ist eigentlich das Genre \u201eKrimi\u201c? Bevor wir uns in der n\u00e4chsten Lektion einem \u201eKlassiker des Genres\u201c widmen wollen, sollten wir uns \u00fcber die Charakteristika und Grenzen des Genres Gedanken machen. Wir? \u2013 Ihr! Hefte raus, Klassenarbeit! Menke, klappen Sie das Buch zu, das Sie verbotener Weise unter der Bank lesen, diesen \u2192Kubathriller, der \u00fcberhaupt nicht zum Curriculum geh\u00f6rt! \u00dcberlegen Sie sich \u2013 und alle anderen nat\u00fcrlich desgleichen:<\/p>\n\n\n\n<p>Was geh\u00f6rt zum Genre \u201eKrimi\u201c?<br \/>Was muss UNBEDINGT in einem Krimi vorhanden sein \u2013 und was darf keinesfalls?<br \/>Kann man das Genre erweitern? Muss man es gar? Und wie? Und wie bitte nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Nur einige Anregungen. Macht euch Gedanken \u00fcber das Genre, befragt eure Standards. Antworten wie immer an die bekannte Schuladresse. Ich benote auch nicht, versprochen. Ich zitiere blo\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je tiefer wir uns in den Unterrichtsstoff der Crime School knien, desto bl\u00fcmeranter wird es den Sch\u00fclern. Haben Raabe, Nabokov und Schmidt tats\u00e4chlich etwas mit dem Genre \u201eKrimi\u201c zu tun, blo\u00df weil sie sich einiger seiner Elemente bedienten? 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