{"id":12125,"date":"2005-05-24T11:11:00","date_gmt":"2005-05-24T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=12125"},"modified":"2022-05-28T02:44:02","modified_gmt":"2022-05-28T00:44:02","slug":"summer-camp-vorbereitungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/05\/summer-camp-vorbereitungen\/","title":{"rendered":"Summer Camp: Vorbereitungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist ja nicht nur so, dass lernwillige junge Menschen aus der Tristesse ihres Studierzimmers in die Sommerseligkeit frischer Luft entf\u00fchrt werden sollen. In unserem summer camp geht es um die existentiellen Dinge des Krimischreibens. Wir wollen das Skelett eines Krimis aus der Erde unserer Gedanken graben (hm; ist das jetzt ein sch\u00f6nes Bild oder einfach nur Quatsch?), all die vielen kleinen Kn\u00f6chelchen, und dann zusammensetzen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Fleisch wollen wir aber nicht an dieses Skelett kleben, d.h.: Wir schreiben keinen Krimi, sondern arbeiten den Plan nur soweit aus, dass man sofort mit dem Schreiben beginnen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ja, aber: Braucht man das \u00fcberhaupt? Ich meine&#8230; was ist eigentlich mit meiner dichterischen Imagination, was mit der hehren Phantastie, die einfach RAUS muss und RAUS will? Bin ich denn ein B\u00fcrokrat der Literatur, der sich zuerst n\u00fcchterne Gedanken machen, ein Ordnungs- und Arbeitssystem erstellen muss, bevor er sich auf Pegasus\u2019 R\u00fccken schwingt und eine Runde um das Oval der W\u00f6rter dreht?<\/p>\n\n\n\n<p>In Ordnung. Man muss gar nichts. Aber ich halte es f\u00fcr ratsam, vor dem ersten Satz, den man stolz ins leere WORD-Dokument tippt, zu wissen was man will. Wie es sich entwickelt, wo es hingehen soll, wie es endet. Nichts gegen Inspiration, nichts gegen Berge von Notizzetteln, auf die man \u201espontane Ideen\u201c (meistens morgens im Zug, nachts nach dem Sex oder mittags vor\u2019m Nachtisch) kritzelt. Aber so ganz ohne Plan?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df: Autoren halten sich f\u00fcr den Lieben Gott und glauben sich so wortgewaltig, dass ihre Sch\u00f6pfungen, die Personen, irgendwann zu atmen beginnen und ein Eigenleben entwickeln. Der Autor, die Autorin wird dann zum blo\u00dfen Hampelmann seiner Gesch\u00f6pfe und zeichnet getreulich auf, was sie ihm fl\u00fcstern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Resultat betrachtet man sich am Besten nur fl\u00fcchtig: Knirschen im Handlungsgeb\u00e4lk, Unlogik und Zufall k\u00fcssen sich innig, wenn man einmal in die Buchstaben pustet, fliegen sie hinweg wie AHOJ-Brausepulver. W\u00e4re ich Arno Schmidt (fr\u00fcher w\u00e4re ich gerne Arno Schmidt gewesen, weil ich hoffte, Arno Schmidt w\u00e4re auch gerne Dieter Paul Rudolph gewesen, wenn sich das lebenszeitlich ergeben h\u00e4tte), w\u00e4re ich also Arno Schmidt, w\u00fcrde ich sagen: Man sollte diese Faultiere \u00fcber\u2019s Knie legen und mit\u2019m Stock vertrimmen!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wenn dir jemand mit solch \u00e4therischem Geschwurbel kommt (&#8230; meine Inspiration leitet mich &#8230; meine Personen entwickeln ein Eigenleben &#8230; ich wei\u00df auf Seite 200 immer noch nicht, wie die Geschichte zehn Seiten sp\u00e4ter ausgeht &#8230;), dann sei sicher: Da hat eine(r) putzige Vorstellungen vom Schreiben, von der Arbeit, von der Sch\u00f6nheit des strukturierten Denkens.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr werdet sehen, dass das eigentliche Abenteuer des Schreibens in der Konstruktion abl\u00e4uft. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, viele Wege, nicht DEN Weg. Das werden wir, hoffentlich, sehen. So look out: Bald ziehen wir, frohgemut und mit gef\u00fcllter Propangasflasche, in unser summer camp! Sch\u00f6n, wenn du auch dabei w\u00e4rst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja nicht nur so, dass lernwillige junge Menschen aus der Tristesse ihres Studierzimmers in die Sommerseligkeit frischer Luft entf\u00fchrt werden sollen. In unserem summer camp geht es um die existentiellen Dinge des Krimischreibens. 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