{"id":12138,"date":"2005-05-30T11:11:00","date_gmt":"2005-05-30T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=12138"},"modified":"2022-05-12T00:32:05","modified_gmt":"2022-05-11T22:32:05","slug":"summer-camp-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/05\/summer-camp-1\/","title":{"rendered":"Summer Camp -1-"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/cover\/crimecamp_1.gif\" alt=\"crimecamp_1.gif\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Okay. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, die Welt zu erschaffen. Im Anfang war das Wort, und das Wort war beim Autor, und der Autor war das Wort. Will sagen: eine vage Idee. Nat\u00fcrlich genial. Man glaubt ja gar nicht, wieviel Genialit\u00e4t im eigenen Kopf br\u00fctet, aber so selten in fremden. Ein bislang kaum erforschtes Naturph\u00e4nomen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und jetzt? Laut unseres privaten Autorenevangeliums machen wir das Licht an und erblicken die wie aus Zauberbohnen (sprich: unserer kleinen genialen Idee) gewachsene Landschaft, zun\u00e4chst noch w\u00fcst und leer, also stellen wir\u2019n bisschen Stadt, Land, Fluss rein und, sechster Tag, schneiden uns das Personal aus den Rippen. Am siebten Tag ruht der Autor nicht, sondern erfindet die Handlung. Und so liest sich det Janze denn auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Also wie sonst? Eine vage Idee, bon. Sch\u00f6n, wenn man schon welche auf Halde hat. Einfach dazulegen und abwarten. Die sind n\u00e4mlich nicht z\u00f6libat\u00e4r, die Ideen, die t\u00e4ndeln miteinander, die paaren sich, streiten sich, vers\u00f6hnen sich, trennen sich, machen Kinder und Metamorphosen oder einfach nur Unsinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt jetzt merkw\u00fcrdig, ist aber so. Irgendwie. Aus der vagen Idee ist ein B\u00fcndel vager Ideen geworden, von vagen F\u00e4den zusammengehalten, sehr labil das Ganze, sehr chaotisch, sehr exotisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht auch anders, klar. Idee gehabt, hingesetzt, Krimi geschrieben, siehe oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter? Irgendwann entsteht ein Film, eine Abfolge von Bildern, in die wir die einzelnen Bestandteile unseres Clusters m\u00fchselig zerlegt haben, entstehen die Rudimente dessen, was wir sp\u00e4ter vielleicht \u201eHandlung\u201c nennen. Bestenfalls ist das ein sehr dilettantischer Film, mit wackliger, launischer Kamera gedreht, noch nicht geschnitten, mit \u00dcberl\u00e4ngen und L\u00fccken oder sehr minimalistisch. Wir pr\u00fcfen das logische Fundament des Ganzen, sch\u00e4tzen die Spannungsb\u00f6gen ab, die es braucht, den Text zusammenzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestenfalls. Manchmal sehen wir nur einzelne Bilder, Blitze in das Dunkel einer Erz\u00e4hllandschaft hinein, die wohl existiert, aber wir wissen nicht, wie sie aussieht. Vielleicht unternehmen wir endlose Spazierg\u00e4nge durch die noch mondlose Romannacht und stolpern \u00fcber einzelne Bruchst\u00fccke unseres Ideenclusters, ohne sagen zu k\u00f6nnen, wie das alles zusammenh\u00e4ngt und ob das \u00fcberhaupt schon zusammenh\u00e4ngt. Zeit, uns an die eigentliche Arbeit zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das summer camp habe ich (man kennt ja seine sommerm\u00fcden Pappenheimer) schon vorgearbeitet. Ein wenig Licht ist bereits da, wir sehen, in voller Beleuchtung, einen konkreten Anfang und ein konkretes Ende unseres Krimis. Was wir jetzt brauchen, ist die Br\u00fccke zwischen beiden, \u00fcber und durch die noch vage\/schw\u00e4rzliche Wildnis. Die Br\u00fccke besteht NICHT aus Handlung. Sie besteht, um im Bilde zu bleiben, aus einer Mischung aus Licht und Blickwinkel, aus Beleuchtung und Kamera. Kurz: Aus der Erz\u00e4hlperspektive.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Mal stelle ich euch Anfang und Ende des Krimis vor, und anschlie\u00dfend widmen wir uns einigen grundlegenden Dingen, besonders der soeben genannten Perspektive, aus der erz\u00e4hlt wird. Kommentar wie immer erw\u00fcnscht, gemailt wird&nbsp;<a href=\"mailto:dpr@hinternet.de?subject=summer%20camp%201\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, die Welt zu erschaffen. Im Anfang war das Wort, und das Wort war beim Autor, und der Autor war das Wort. Will sagen: eine vage Idee. Nat\u00fcrlich genial. Man glaubt ja gar nicht, wieviel Genialit\u00e4t im eigenen Kopf br\u00fctet, aber so selten in fremden. 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