{"id":12202,"date":"2005-06-24T11:11:00","date_gmt":"2005-06-24T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=12202"},"modified":"2022-06-12T02:01:42","modified_gmt":"2022-06-12T00:01:42","slug":"lesetipp-carl-von-holtei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/06\/lesetipp-carl-von-holtei\/","title":{"rendered":"Lesetipp: Carl von Holtei"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer sich zu den Wurzeln des &#8222;deutschen Krimis&#8220; begeben m\u00f6chte, der lese bitte nicht Schiller, Kleist oder ETA Hoffmann. Sondern, zum Beispiel, ihn hier: Carl von Holtei.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich es recht \u00fcberblicke, hat von Holtei einen Roman und eine Novelle verfasst, die man ohne weiteres &#8222;Krimi&#8220; nennen kann: \u2192<a href=\"http:\/\/www.gasl.org\/refbib\/Holtei__Schwarzwaldau.pdf\">&#8222;Schwarzwaldau&#8220;<\/a>\u00a0von 1856 und \u2192<a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/holtei\/rigamord\/rigamord.htm\">&#8222;Ein Mord in Riga&#8220;<\/a>,wohl etwas sp\u00e4ter entstanden, und, die Verlinkungen zeigen es schon, beide aktuell im Buchhandel nicht lieferbar.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/cover\/holtei%20Kopie.gif\" alt=\"holtei Kopie.gif\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Carl (manchmal auch: Karl) von Holtei (24.1.1798 &#8211; 12.2.1880) arbeitete als Schauspieler, B\u00fchnenautor und Theaterintendant, bevor er um 1850 mit dem Schreiben von Romanen begann. &#8222;Ein Mord in Riga&#8220; ist eine Novelle, deren Reiz gewiss in der Schilderung einer untergegangenen Zeit besteht, als Riga unter russischer Herrschaft stand, aber von deutschen Kaufleuten dominiert wurde. Der Kriminalfall als solcher &#8211; ein alter geizige H\u00e4ndler wird ermordet und beraubt &#8211; ist nach unserem heutigen Verst\u00e4ndnis wenig aufregend und eigentlich nur Schmierstoff f\u00fcr die Geschichte selbst. Krimihistorisch besteht jedoch gerade darin sein besonderer Wert. Als einer der ersten in Deutschland erkannte von Holtei, wie man &#8222;Spannung&#8220; einsetzen konnte, um eine an sich beh\u00e4bige Handlung voranzutreiben. Stilistisch w\u00fcrde ich von Holtei irgendwo zwischen literarischem Biedermeier und Realismus ansiedeln, also durchaus auf der H\u00f6he seiner Zeit. &#8222;Ein Mord in Riga&#8220; liest sich gut, wenn auch deutlich wird, dass sein Verfasser nicht zur ersten Riege damaliger Erz\u00e4hler zu rechnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Schwarzwaldau&#8220; habe ich bisher erst kursorisch gelesen. Dass Arno Schmidt diesen Roman als &#8222;unseren besten Krimi&#8220; bezeichnet hat, d\u00fcrfte etwa so viel wert sein wie, sagen wir, mein wertes Urteil, Johann Strauss habe die sch\u00f6nste klassische Musik geschrieben. Wovon wir nichts verstehen, dar\u00fcber sollten wir besser schweigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich zu den Wurzeln des &#8222;deutschen Krimis&#8220; begeben m\u00f6chte, der lese bitte nicht Schiller, Kleist oder ETA Hoffmann. Sondern, zum Beispiel, ihn hier: Carl von Holtei. 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