{"id":12752,"date":"2005-09-20T11:12:00","date_gmt":"2005-09-20T09:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=12752"},"modified":"2022-08-22T01:11:38","modified_gmt":"2022-08-21T23:11:38","slug":"vladimir-nabokovs-lolita","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/09\/vladimir-nabokovs-lolita\/","title":{"rendered":"Vladimir Nabokovs &#8222;Lolita&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Im September 1955 erschien Vladimir Nabokovs Roman &#8222;Lolita&#8220;, das vielleicht gr\u00f6\u00dfte Prosawerk des Jahrhunderts, gewiss aber eines der am h\u00e4ufigsten fehlinterpretierten. Aus Anlass dieses Jubil\u00e4ums &#8211; und um kontroverse Diskussionen in einschl\u00e4gigen oder in Betroffenheitskreisen auf solide faktische F\u00fc\u00dfe zu stellen: hier 11 x Wissenswertes zum Buch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>\u201eLolita\u201c erschien im franz\u00f6sischen Verlag \u201eOlympia Press\u201c, einem Unternehmen, das u.a. englischsprachige \u201eanr\u00fcchige\u201c Literatur an amerikanische Touristen in Europa verkaufte. In Frankreich wurde das Buch postwendend verboten und war erst ab 1957 erh\u00e4ltlich.<\/li><li>Den Namen \u201eLolita\u201c w\u00e4hlte Nabokov nicht nach dem gebr\u00e4uchlichen Ausdruck f\u00fcr \u201eblutjunge Verf\u00fchrerin\u201c, sondern der gebr\u00e4uchliche Ausdruck \u201eLolita\u201c f\u00fcr eine \u201eblutjunge Verf\u00fchrerin\u201c entstand nach dem Buchtitel.<\/li><li>Das Thema \u201e\u00e4lterer Mann \u2013 junges M\u00e4dchen\u201c greift Nabokov zum ersten Mal in seiner Erz\u00e4hlung \u201eDer Zauberer\u201c (1939) auf.<\/li><li>Wie alle seine Nachkriegsromane schrieb der geb\u00fcrtige Russe Nabokov \u201eLolita\u201c in Englisch.<\/li><li>Mit den Tantiemen f\u00fcr \u201eLolita\u201c konnte Nabokov seine Professorent\u00e4tigkeit in den USA aufgeben, in die Schweiz ziehen und dort als Schriftsteller in einem Luxushotel leben.<\/li><li>\u201eLolita\u201c ist KEIN Plagiat der Erz\u00e4hlung \u201eLolita\u201c von Heinz von Lichberg (1916). Die entsprechende Argumentation ist mehr als d\u00fcnn und etwa von der Qualit\u00e4t dessen, was die Seite \u2192<a href=\"http:\/\/www.lesekost.de\/themen\/HHLTH04.htm\">lesekost.de<\/a>&nbsp;anzubieten hat:&nbsp;<em>\u201eVladimir Nabokov und Heinz von Lichberg lebten f\u00fcnfzehn Jahre lang gleichzeitig in Berlin, bis Nabokov 1937 Berlin verlie\u00df.(&#8230;) In Nabokovs Erinnerungen Speak, Memory, 1966, deutsch: Erinnerung, sprich, wird Heinz von Lichberg nicht erw\u00e4hnt.\u201c&nbsp;<\/em>Danach ist es auch h\u00f6chst verd\u00e4chtig, dass Oskar Lafontaine in seinen Lebenserinnerungen wohl niemals unseren Chefredakteur Walter erw\u00e4hnen wird, obwohl beide mehr als 15 Jahre lang gleichzeitig in Saarbr\u00fccken gelebt haben.<\/li><li>Stanley Kubrick verfilmte \u201eLolita\u201c 1962 mit James Mason und Sue Lyon nach einem allerdings stark gek\u00fcrzten Drehbuch von Nabokov. Der Meister war vom Ergebnis entt\u00e4uscht. 1997 wagte sich auch Adrian Lyne an eine Verfilmung, diesmal mit Jeremy Irons in der Hauptrolle. In Deutschland forderte \u201eDer wei\u00dfe Ring\u201c darauf hin einen Boykott des Films und seiner literarischen Vorlage.<\/li><li>In \u201eLolita\u201c gibt es kein einziges \u201eschmutziges\u201c Wort.<\/li><li>\u201eLolita\u201c ist, entgegen allgemeinen Glaubens kein Buch \u00fcber P\u00e4dophilie, sondern \u00fcber eine verlorene Kindheit. Bis heute gibt es kein zuverl\u00e4ssigeres Werk, angebliche Literaturkenner als Hochstapler zu entlarven. Beeindruckendstes Beispiel aus j\u00fcngster Zeit Elke Heidenreich: \u201e Ich liebe Nabokov, aber Lolita finde ich scheu\u00dflich.\u201c<\/li><li>\u201eLolita ist ber\u00fchmt; nicht ich.\u201c (Vladimir Nabokov)<\/li><li>Ganze drei Tage nach der Erstver\u00f6ffentlichung von &#8222;Lolita&#8220; wurde auch der Autor dieses kleinen Blogeintrags erstmals der staunenden \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im September 1955 erschien Vladimir Nabokovs Roman &#8222;Lolita&#8220;, das vielleicht gr\u00f6\u00dfte Prosawerk des Jahrhunderts, gewiss aber eines der am h\u00e4ufigsten fehlinterpretierten. 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