{"id":12943,"date":"2005-10-11T11:11:00","date_gmt":"2005-10-11T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=12943"},"modified":"2022-06-14T23:03:18","modified_gmt":"2022-06-14T21:03:18","slug":"christopher-brookmyre-one-fine-day-in-the-middle-of-the-night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/10\/christopher-brookmyre-one-fine-day-in-the-middle-of-the-night\/","title":{"rendered":"Christopher Brookmyre: One fine day in the middle of the night"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Christopher-Brookmyre-One-fine-day-in-the-middle-of-the-night.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Christopher-Brookmyre-One-fine-day-in-the-middle-of-the-night.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12944\" width=\"150\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Christopher-Brookmyre-One-fine-day-in-the-middle-of-the-night.jpg 200w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Christopher-Brookmyre-One-fine-day-in-the-middle-of-the-night-95x150.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Christopher Brookmyre ist der britische Gro\u00dfmeister des Humorkrimis. Sein Stil wird gerne mit dem Carl Hiaasens verglichen. \u00c4hnlich wie der Amerikaner ist Brookmyre ans Absurde grenzend komisch, dar\u00fcber hinaus jedoch denkt und schreibt er st\u00e4rker politisch orientiert. Vorbilder des Briten d\u00fcrften weniger in Florida als vielmehr bei der Komikergruppe Monty Python zu suchen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ins Deutsche sind seine B\u00fccher bedauerlicherweise bisher nicht \u00fcbersetzt worden. Wirkte sein gelungener Erstling, \u201eQuit ugly one morning\u201c im R\u00fcckblick noch zu holzschnittartig, mit zu viel Ideologie und zu wenig Arbeit am Plot, zeigte er in den folgenden B\u00fcchern dann, dass er nicht nur rasante Geschichten erz\u00e4hlen, sondern diese auch sinnvoll strukturieren kann.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So auch in seinem Buch \u201eOne fine day in the middle of the night\u201c. Gaven hat&nbsp;<em>die<\/em>&nbsp;Idee f\u00fcr reiselustige xenophobe Briten: Urlaub vor der K\u00fcste Gambias. Komfort, Lebensmittel, Gesch\u00e4fte und G\u00e4ste nur aus britischer Provinienz. Einheimische und Urlauber anderer Nationalit\u00e4ten, die z.B. brave Briten mit den blendenden Titelseiten der Bild-Zeitung traktieren, bleiben drau\u00dfen vor. Mittel zur Realisierung soll eine alte \u00d6lf\u00f6rderplattform werden. Ein potenter Geldgeber ist schnell gefunden und wenn die Kosten auch explodieren und s\u00e4mtliche Zeitvorgabe gesprengt werden, am Ende steht die Plattform bereit, um von Schottland aus vor die afrikanische K\u00fcste gezogen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nat\u00fcrlich die Gelegenheit, die abgeschiedene Lage, mitten in einem schottischen Fjord, zu einer gro\u00dfen Party zu nutzen. Was b\u00f6te sich besseres f\u00fcr Gaven an, als 15 Jahren nach Ende der Schule eine Wiedersehensfeier abzuhalten und all jenen, denen sein brillanter Geist in der Schule damals nicht aufgefallen war, zu zeigen, was aus ihm geworden ist. W\u00e4hrend die G\u00e4ste sich sammeln, bereitet sich auch eine Truppe von S\u00f6ldnern und ehemaligen Milizion\u00e4ren darauf vor, die Bohrinsel zu kapern.<\/p>\n\n\n\n<p>All das und mehr erz\u00e4hlt Brookmyre mit h\u00e4ufigen Blick- und Szenewechseln. Im ersten Viertel des Buches nimmt er sich Raum und entwickelt eine Vielzahl von Personen. Die unterschiedlichen Sch\u00fcler geben ihm Gelegenheit, das zu tun was er am liebsten macht: \u00dcber Personen zu schreiben. B\u00f6sewichte \u00fcberzeichnet er bewusst, um sie dann im Humor zu versenken. Schwerpunkt das Buches ist nat\u00fcrlich die Beschreibung der Kaperung der Bohrinsel durch die S\u00f6ldnertruppe. Er inszeniert gekonnt ein burleskes Hurly-Burly, voller Situationskomik. Dabei l\u00e4sst er nicht nur eine seiner Personen \u00fcber Hollywoodthriller theoretisieren, sondern schreibt auch \u00e0 la. Voller Haken, \u00fcberraschenden Wendungen und meistens karikaturesk komisch. Sprachlich l\u00e4sst der gelernte Journalist sowieso kaum etwas anbrennen. Wandelt er \u00fcber weite Bereiche im Land der englischen Hochsprache, ziehen manche seiner Protagonisten in der direkte Rede durch die \u201eNiederungen\u201c der schottischen Sprache &#8211; das liest sich vermutlich leichter, als es sich in einem H\u00f6rbuch anh\u00f6rte. Ein insgesamt voll befriedigendes Buch, nicht nur weil es unterhaltsam ist, sondern, anders vielleicht als bei W. Haas, auch als Krimi gelungen ist. Ein Buch dem man eine \u00dcbersetzung w\u00fcnschen w\u00fcrde, die auch dem Dialekt in der w\u00f6rtlichen Rede gerecht wird, z. B. durch jemanden wie Pieke Biermann.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Christopher Brookmyre: One fine day in the middle of the night. \nAbacus 2000. 373 Seiten, 13,50 \u20ac \n(noch nicht ins Deutsche \u00fcbersetzt)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christopher Brookmyre ist der britische Gro\u00dfmeister des Humorkrimis. 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