{"id":13048,"date":"2008-05-29T11:11:00","date_gmt":"2008-05-29T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13048"},"modified":"2022-09-10T02:44:41","modified_gmt":"2022-09-10T00:44:41","slug":"morcheeba-dive-deep","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/05\/morcheeba-dive-deep\/","title":{"rendered":"Morcheeba &#8211; Dive Deep"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13049\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Morcheeba-Dive-Deep-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;Who Can You Trust&#8220; (1996) und &#8222;Big Calm&#8220; (1998) geh\u00f6ren zu den Vorzeigealben des Genres TripHop. Den Soundt\u00fcftlern Paul und Ross Godfrey gelang mit Hilfe von Stimme und Ausstrahlung ihrer damaligen Frontfrau Skye Edwards, den Bristoler Massive Attack-Sound etwas weicher zu gestalten und ihn von Album zu Album immer mehr mit der Catchyness zu versehen, die auch den Musikchefs der Popwellen dieser Welt die Entscheidung f\u00fcr die Singleauskopplungen der Londoner leichter machte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Leistung von MORCHEEBA war und ist, den TripHop-Sound sanft in einer geh\u00f6rg\u00e4ngigen Poplandschaft zu parken, die auch gr\u00f6\u00dferen als nur den angesagten Clubkreisen den Zugang erm\u00f6glichte. Wer zum TripHop wegen der mit ihm verbundenen inneren Unruhe und dem manisch-depressiven Songwritertum keinen Zugang fand, wen Portishead, Tricky, Moloko oder Massive Attack \u00fcberforderten, der konnte doch meist \u00fcber die poppigeren, anschmiegsameren Morcheeba den Weg zum Genre finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als typische Band des Downtempo, der oft abwertend als &#8222;Fahrstuhlmusik&#8220; deklassiert wurde, starteten Morcheeba sp\u00e4testens mit den Alben &#8222;Fragments Of Freedom&#8220; (2000) (erfolgreiche Single &#8222;Rome Wasn\u00b4t Built In A Day&#8220;), &#8222;Charango&#8220; (2002) (erfolgreiche Single &#8222;Otherwise&#8220;) und &#8222;The Antidote&#8220; (2005) (erfolgreiche Single &#8222;Wonders Never Cease&#8220;) ihren Weg \u00fcber die Clubs in die Charts.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Jahr nun folgte das sechste regul\u00e4re Studioalbum (das 2003 erschienene Best Of-Album &#8222;Parts Of The Process &#8211; The Very Best Of Morcheeba&#8220;, &#8222;The Platinum Collection von 2006, das Live- und Akustikalbum &#8222;La Boule Noire&#8220; von 1998 sowie Paul Godfreys Remixe f\u00fcr die &#8222;Back To Mine&#8220;-Reihe im Jahre 2001 nicht mitgerechnet). Es hei\u00dft &#8222;Dive Deep&#8220; und beschreitet konsequent den von den Godfrey-Br\u00fcdern eingeschlagenen Weg weiter: ein gro\u00dfer Teil des Albums pr\u00e4sentiert sich in der oberen Mittelklasse des Vorzeige-Downtempo, mindestens f\u00fcnf der insgesamt dreizehn Songs verdienen jedoch insbesondere mit Blick auf besagte coole, abgehangene Catchyness das Pr\u00e4dikat &#8222;Sehr Gut&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&#8222;Enjoy The Ride&#8220; mit Judie Tzuke, einer \u00e4lteren, in Deutschland weniger bekannten Songwriterin, zu deren Songs Paul Godfrey schon in seiner Jugend einen Zugang hatte. Ein sanftes Streicherset und Ross\u00b4 Hammondorgel packen den Song mit r\u00fchrender Vorsicht dick in Watte, bevor S\u00e4ngerin Tzuke ihn mit ihrer weichen Stimme rund macht; der Hook ist stimmig und schmeichelt sich ins Ohr, Paul tr\u00e4ufelt mit Fingerspitzengef\u00fchl an den richtigen Stellen seine raffinierten und zur\u00fcckhaltenden Samplings ein. Ein wundervolles St\u00fcck und ein w\u00fcrdiger Opener, der bisweilen an die fr\u00fchen Fleetwood Mac mahnt.<\/li><li>&#8222;Riverbed&#8220;, das zweite St\u00fcck des Albums, wartet mit einem weiteren Gast auf: dem Norweger Thomas Dybdahl. Auch hier wabert, gluckert und bimmelt es zur\u00fcckhaltend im Hintergrund, auch dieser Song wird mit Vorsicht ge- und besungen, weich und warm, v\u00e4terlich und vers\u00f6hnlich Dybdahls Stimme, auch wenn er es nicht immer supersauber bis in die h\u00f6chsten H\u00f6hen schafft. Nevermind, auch dieser Song ist ein Ausbund an perfektem Arrangements und sauberer Komposition. Jaja, das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss &#8211; und der flie\u00dft in &#8222;Riverbed&#8220;.<\/li><li>&#8222;Run Honey Run&#8220; ist die einzige Coverversion, die MORCHEEBA je auf ein Album gepresst haben. Der Song stammt aus John Martyn\u00b4s alten Folktagen. Diese Folkbasis hat Paul bewahrt und behutsam mit elektronischer Patina \u00fcberstrichen. So klingt &#8222;Run Honey Run&#8220; wie der Prototyp eines MORCHEEBA-Klassikers. Gasts\u00e4nger ist Bradley Burgess.<\/li><li>&#8222;Flowers&#8220; wagt phasenweise den Ausflug in den Rap-Bereich. Diesen Gesangspart \u00fcbernimmt Rapper Cool Calm Pete, w\u00e4hrend Manda, eine junge franz\u00f6sische S\u00e4ngerin, die \u00fcber Myspace Kontakt zu MORCHEEBA kn\u00fcpfte, den Refrain s\u00e4uselt. Auch hier waltet die ordnende Hand Pauls, die alles dem typischen MORCHEEBA-Arrangement unterordnet. Der Rap wird eingefasst durch einen weichen Beat und zur\u00fcckgenommene Samplings, einmal auch abgebremst durch einen lieblichen Hammondorgel-Part.<\/li><li>&#8222;Sleep On It&#8220; erinnert mit seiner Orgel an alte &#8222;Big Calm&#8220;-Zeiten, Dybdahl f\u00fchrt den Song behutsam durch eine k\u00fcnstliche, elektronische Landschaft, dominiert von hervorragender Gitarrenarbeit, stellenweise an typische Americana erinnernd.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist &#8222;Dive Deep&#8220; ein tiefes Eintauchen in ruhige, smaragdgr\u00fcne See. Es ist ein best\u00e4ndiges, leichtes Wabern, eine leichte Brandung gegen die Sinne, ein leichtes Stimulieren der H\u00fcftmuskeln &#8211; oder noch besser: wie das tiefe, zufriedene Schnurren eines Katers, zu h\u00f6ren am Ende des Songs &#8222;Blue Chair&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Morcheeba<br \/>Dive Deep<br \/>PIAS\/Rough Trade<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Who Can You Trust&#8220; (1996) und &#8222;Big Calm&#8220; (1998) geh\u00f6ren zu den Vorzeigealben des Genres TripHop. 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