{"id":13271,"date":"2003-11-26T11:11:57","date_gmt":"2003-11-26T10:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13271"},"modified":"2022-09-20T03:51:37","modified_gmt":"2022-09-20T01:51:37","slug":"live-stan-webbs-chicken-shack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2003\/11\/live-stan-webbs-chicken-shack\/","title":{"rendered":"Live: Stan Webb\u00b4s Chicken Shack"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bielefeld, Elfenbein. 20. 11. 2003<\/h2>\n\n\n\n<p>So mancher Fan kennt seinen Stan Webb als launig-verschmitzten Berserker, der zu sarkastisch hingemurmelten Bonmots durch seine bew\u00e4hrten Hardrocker und Blues-Boogies tobt, ohne sich um Dezibel-Detonationen und Sensibilit\u00e4ten gro\u00df zu scheren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eDas war heute mehr was zum Zuh\u00f6ren\u201c, t\u00f6nte es dagegen zum Ende der ungew\u00f6hnlich langen Bielefelder Show aus dem Auditorium. Und in der Tat: Der verr\u00fcckte H\u00fchnerstall-Haudegen gab sich etwas introvertierter \u2013 kaum Ansagen, wenig Grimassen, keine Programm -\u00dcberraschungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon bei \u201eTell Me\u201c war allerdings klar geworden, wohin die Konzentration Stans kanalisiert wurde: Pl\u00e4doyers und Storylines wurden diesmal mit besonders inniglicher Tiefe aus der Webb-Seele herausgebellt \u2013 auf dem soliden Drum &amp; Bass-Teppich von Mick Jones und Jim Rudge. Seine eigene Gitarre r\u00fchrt der Chicken-Chief bei seinen Textpassagen kaum an, wird stattdessen unterst\u00fctzt von Gary Davies\u00b4 pr\u00e4ziser Rhythmusarbeit. Nach sp\u00e4testens zwei Strophen aber widmet sich der Veteran wie auf Autopilot seiner unschwer auszumachenden Lieblingsbesch\u00e4ftigung: seine Gibson Les Paul mit Inbrunst, Verve, vorgeblicher Verachtung, kreativer Wut und auch unverhohlen gelebter Z\u00e4rtlichkeit zu traktieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So gesp\u00fcrt bei \u201eThe Thrill Is Gone\u201c, tausend Mal geh\u00f6rt von verchiedensten Chicken-Shack-Ensembles, nie dabei gelangweilt \u2013 eben wegen Webbs Brettk\u00fcnsten, die dem Charme und der Routine B.B. Kings ein Extrama\u00df an Besessenheit hinzu f\u00fcgen: wer will das analysieren, wenn es so intensiv genossen werden kann? Mit \u201eReconsider Baby\u201c huldigt Stan einem weiteren Bluesopa, Lowell Fulsom. Hier scheint der Song einfach nur das Ger\u00fcst, auf dem der \u201eJungmeister\u201c (soll hei\u00dfen j\u00fcnger als Fulsom!) sein Quartett und seine Gibson Feuer legen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Webbs lange bew\u00e4hrte Ballade, \u201eSweetest Little Thing\u201c, erf\u00e4hrt heute eine ungew\u00f6hnlich ausf\u00fchrliche und liebevolle Bearbeitung, auch die \u201eC.S. Opera\u201c wirkt an keiner Stelle langatmig \u2013 zu ausgekocht und \u00fcberzeugend erf\u00fchlt legt Stan die Soli wiederum an. \u201eI Would Rather Go Blind\u201c kann in dieser seit Jahren perfektionierten Fassung nur als majest\u00e4tisch bezeichnet werden, l\u00e4ngst ist Stan mit diesem Etta-James-Standard aus dem Schatten seiner Chicken-Shack-Folge-1-Kollegin Christine Perfect-McVie heraus getreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt fiel dem Zuh\u00f6rer ein, dass die Tournee 2003 eigentlich unter dem Motto von Chicken Shacks vor 31 Jahren ver\u00f6ffentlichtem Album IMAGINATION LADY steht. Die ersten, in good old Germany seit jeher geliebten Licks von \u201ePoor Boy\u201c w\u00e4ren aber auch ohne diesen Slogan willkommen aufgenommen worden. F\u00fcr Stan bleibt es die \u00b4Calling Card\u00b4 beim hiesigen Publikum. War aus Bandkreisen durchgesichert, dass ein halbes Dutzend Imagination-Lady-Nummern f\u00fcr diese Tour eingeprobt worden waren, so musste hier eine weitere Kostprobe gen\u00fcgen: die legend\u00e4re \u201eDaughter Of The Hillside\u201c. Sei\u00b4s drum, zu Hause l\u00e4sst sich diese LP ebenso genie\u00dfen wie ein Dutzend hochkar\u00e4tiger weiterer. Wenn Stan The Man auf der B\u00fchne in seinen bew\u00e4hrten Set verf\u00e4llt, man h\u00f6rt ihm eben liebend gerne dabei zu. Einem Original, das keine Nachfolger finden wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bielefeld, Elfenbein. 20. 11. 2003 So mancher Fan kennt seinen Stan Webb als launig-verschmitzten Berserker, der zu sarkastisch hingemurmelten Bonmots durch seine bew\u00e4hrten Hardrocker und Blues-Boogies tobt, ohne sich um Dezibel-Detonationen und Sensibilit\u00e4ten gro\u00df zu scheren.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[3059,3065,1381,3064],"class_list":["post-13271","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","tag-bielefeld","tag-chicken-shack","tag-live","tag-stan-webb"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Uli Twelker","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/uli-twelker\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13271"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13271\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}