{"id":13316,"date":"2002-02-27T03:56:31","date_gmt":"2002-02-27T02:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13316"},"modified":"2022-07-30T17:29:57","modified_gmt":"2022-07-30T15:29:57","slug":"live-strokes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/02\/live-strokes\/","title":{"rendered":"Live: Strokes"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6ln, E-Werk. 27.2.2002<\/h2>\n\n\n\n<p>Das mit Hochspannung erwartete Konzert ist mehr oder minder verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und hat dabei ein Gef\u00fchl des D\u00e9j\u00e0 Vu verursacht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Damit meine ich 1985, als Jesus and Mary Chain mit ihrem Deb\u00fct &#8222;Psychocandy&#8220; f\u00fcr \u00e4hnliche Aufmerksamkeit sorgten, wie es jetzt die Strokes mit ihrem ersten Album machen. Als JAMC die USA durchquerte, wurde dem aufmerksamen Musik-Fan von Zeitschrift-Artikeln und Mundpropaganda im Voraus mitgeteilt, dass die Band ein Set in der L\u00e4nge von lediglich 35 Minuten spielen w\u00fcrde. Die Reid-Br\u00fcder kamen auf der B\u00fchne, spielten ihr Album, sagten das ein oder andere Mal &#8222;Thank You&#8220;, bewegten sich kaum und verschwanden nach 35 Minuten. Siebzehn Jahre sp\u00e4ter reichte dieser Satz (mit 55 Minuten statt 35 Minuten) auch als Strokes-Kritik. Das Album gespielt, dazu ein paar neue Lieder, eine davon die Single B-Side &#8222;When It Started&#8220;. Auch die Reaktionen des Publikums waren die gleiche wie 1985: viele haben geklatscht, aber viele haben sich beschwert und gebuht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat was von amerikanischem Profi-Catchen, wo die Leute die B\u00f6sen ausbuhen, einfach weil es von ihnen erwartet wird. Was sollten die Strokes blo\u00df machen? Sie sind junge Rock-Stars aus New York City, also warum sollen sie sich M\u00fche geben und mit dem Publikum interagieren? Das w\u00e4re uncool. Mir reichte es v\u00f6llig, dass sie mit Ausnahme des Schlagzeugers Fab Moretti alle vorne in einer Reihe standen, weil ich so den sch\u00fcchtern-wirkenden Bassisten Nikolai Fraiture genauso gut beobachten konnte, wie den zugekifft- (aber trotzdem w\u00fctend-) wirkenden S\u00e4nger Julian Casablancas. Bis auf die letzten zwei Lieder, die ein bisschen anarchischer wurden, bestanden Casablancas Bewegungen daraus, zwei Mikro-St\u00e4nder kaputt zu machen. Das wurde aber etwas ausgeglichen von Gittarist Albert Hammond Jr., der mit seinem klassische Gitarren-Posing wie ein leidenschaftlicher Musiker wirkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Was unter dem Strich das Konzert zu einem Genuss machte, war der Sound. Selten habe ich eine Band geh\u00f6rt, die ihren Album-Sound live so exakt reproduzieren konnte. (Was ich auch erwarten konnte, da die &#8222;Last Night&#8220;-Maxi-CD eine Live-Version von &#8222;Take It Or Leave It&#8220; enth\u00e4lt, die kaum von der Album-Version zu unterscheiden ist.) Das Schlagzeug war nicht wie bei den meisten Konzerten auf Presslufthammer-Lautst\u00e4rke eingestellt, sondern nur so laut wie auf der Platte. Beide Gitarren waren im Gleichgewicht und die Bassl\u00e4ufe h\u00f6rbar, aber nicht dominant. Naja, zumindest hat der Soundmann seine Gage verdient. Ich vergebe ihm aber nicht, dass er &#8222;Girls Just Want To Have Fun&#8220; auflegte, als die Band auf die B\u00fchne kam.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln, E-Werk. 27.2.2002 Das mit Hochspannung erwartete Konzert ist mehr oder minder verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und hat dabei ein Gef\u00fchl des D\u00e9j\u00e0 Vu verursacht.<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[412,1381,3058,3078],"class_list":["post-13316","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","tag-koln","tag-live","tag-livekritik","tag-strokes"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Mike Lehecka","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/mike\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13316\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}