{"id":13348,"date":"2004-03-10T21:46:16","date_gmt":"2004-03-10T20:46:16","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13348"},"modified":"2022-07-30T17:31:18","modified_gmt":"2022-07-30T15:31:18","slug":"live-brian-wilson-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/03\/live-brian-wilson-2\/","title":{"rendered":"Live: Brian Wilson"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alte Oper, Frankfurt. 10.03.2004<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zum <a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/01\/brian-wilson-live\/\" data-type=\"post\" data-id=\"13274\">Wilsons \u0084Pet Sounds\u0093-Konzert vor zwei Jahren<\/a> war meine Vorfreude irgendwie nicht \u00fcberw\u00e4ltigend. \u0084Pet Sounds\u0093 geh\u00f6rt ja zu den gr\u00f6\u00dften Alben der Popgeschichte, w\u00e4hrend \u0084Smile\u0093,\u0096 das unvollendete Beach Boys-Konzeptalbum von 1967, das Wilson dieses Jahr zum ersten Mal live spielte \u0096\u0084nur\u0093 das gr\u00f6\u00dfte R\u00e4tsel der Popgeschichte ist. Obwohl mir die meisten einzelnen Smile-St\u00fccke bekannt sind (s. das \u0084Good Vibrations\u0093-Boxset), wusste ich einfach nicht, was ich von dem Konzert erwarten sollte. Zumindest, was den zweiten Teil mit \u0084Smile\u0093 anging. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der erste Teil lief \u00e4hnlich wie 2002: Brian und seine zehnk\u00f6pfige Band spielten Beach Boys Hits und Misses und erst nachtr\u00e4glich f\u00e4llt mir auf, wie verw\u00f6hnt ich gewesen sein musste, um nicht von einer Live-Version des 1972er Klassikers \u0084Marcella\u0093 begeistert zu sein. Ja, er hat es auch vor zwei Jahren gespielt, und ja, seine Stimme war vielleicht damals noch ein Tickchen st\u00e4rker, aber immerhin war es auch dieses Mal verdammt gut. Und \u00dcberraschungen gab\u0092s auch: \u0084Good Timin\u0092\u0093, ein vergessener Juwel aus den 70ern; eine a capella Version von \u0084And Your Dreams Come True\u0093; zwei \u0084neue\u0093 Lieder, wobei eins davon, das wunderbare \u0084Soul Searchin\u0092\u0093, schon in den 90ern geschrieben und in einer Version von Solomon Burke ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst in der Pause habe ich dar\u00fcber nachgedacht, was f\u00fcr ein eigenartiger Event das Konzert war. Siebenunddrei\u00dfig Jahren Spekulation \u00fcber \u0084Smile\u0093 w\u00fcrden bald beendet werden. Ich habe in den letzten 10 davon zahlreiche Chat-Groups und Webseiten gelesen, die nur dazu da sind, um \u00fcber \u0084Smile\u0093 zu reden (und zu streiten). Die Songliste und Reihenfolge sind die Streitpunkte und Beach Boy Mike Love der S\u00fcndenbock f\u00fcr das damalige Nicht-Erscheinung des Albums, aber in einem Punkt sind sich alle einig: \u0084Smile\u0093 w\u00e4re das perfekte Album gewesen, besser als \u0084Pet Sounds\u0093. David Thomas, Kopf von Pere Ubu, hatte ein \u00fcberzeugendes Argument in dem Arte-Dokumentarfilm \u0084Die Beach Boys und Der Satan\u0093: \u0084Pefektion kann es nie geben, also ist \u0082Smile\u0092 perfekt, weil es nicht existiert. Wir haben die St\u00fccke, aber nicht das Ganze.\u0093 Und jetzt, da es das Ganze hier auf der B\u00fchne in der Alte Oper geben wird, ist es nicht mehr perfekt? Ich wusste immer noch nicht genau was zu erwarten, war aber ziemlich begeistert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u0084Smile\u0093 fing also an mit dem a capella \u0084Our Prayer\u0093 und \u0084Heroes and Villains\u0093 in einer 10-min\u00fctigen Version. Das Medley aus \u0084The Old Master Painter\u0093 und \u0084You Are My Sunshine\u0093 war dabei, \u0084Child is Father of the Man\u0093 kam interessanterweise vor \u0084Surf\u0092s Up\u0093, und langsam fragte ich mich, wann \u0084Good Vibrations\u0093 kommen w\u00fcrde. Der \u00dcberhit w\u00e4re auf jeden Fall auf \u0084Smile\u0093 gewesen und zwar, glaubten die meisten, irgendwo in der Mitte. Jetzt war es aber klar, dass GV erst am Ende kommen wird; ein Kompromiss, dachte ich zuerst, damit Brian mit einem bekannten St\u00fcck Schluss machen k\u00f6nnte. Als vorletztes St\u00fcck kam der letzte Teil der \u0084Elements Suite\u0093, n\u00e4mlich \u0084I Love To Say Da Da\u0093 mit dem \u0084Wa, Wa, Water\u0093 Mantra. Wasser als Vater des Lebens; was zur Zelebrierung des Lebens wurde, als \u0084Good Vibrations\u0093 anfing. Das Publikum, das weitgehend wenig von der \u0084Smile\u0093-Legende zu wissen schien, war aus dem H\u00e4uschen und in einem sch\u00f6nen Moment kapierte ich, dass \u0084Smile\u0093 schon immer seinen Sinn hatte. Siebenunddrei\u00dfig Jahren musste es warten: es ist kein perfektes Album, aber ein gutes. <\/p>\n\n\n\n<p>Jim Irvin behauptet in seiner gutgeschriebenen Kritik des London-Konzerts f\u00fcr Mojo, w\u00e4re \u0084Smile\u0093 1967 ver\u00f6ffentlicht worden, h\u00e4tte es eher f\u00fcr Verwirrung als Sensation gesorgt. Was durchaus stimmen mag. Oder auch nicht. Gott sei Dank, es gibt immer noch Diskussionspunkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alte Oper, Frankfurt. 10.03.2004 Im Vergleich zum Wilsons \u0084Pet Sounds\u0093-Konzert vor zwei Jahren war meine Vorfreude irgendwie nicht \u00fcberw\u00e4ltigend. \u0084Pet Sounds\u0093 geh\u00f6rt ja zu den gr\u00f6\u00dften Alben der Popgeschichte, w\u00e4hrend \u0084Smile\u0093,\u0096 das unvollendete Beach Boys-Konzeptalbum von 1967, das Wilson dieses Jahr zum ersten Mal live spielte \u0096\u0084nur\u0093 das gr\u00f6\u00dfte R\u00e4tsel der Popgeschichte ist. 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