{"id":13460,"date":"2004-06-07T11:20:59","date_gmt":"2004-06-07T09:20:59","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13460"},"modified":"2022-07-18T16:50:16","modified_gmt":"2022-07-18T14:50:16","slug":"alles_pop_kapit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/alles_pop_kapit\/","title":{"rendered":"Alles Pop? Kapitalismus &amp; Subversion"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>\u0084Macht ihr Popmusik?\u0093<br \/>Schorsch Kamerun: \u0084Die Frage interessiert mich langsam nicht mehr, weil eine Beantwortung schon wieder Popthema ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u0093Dieses Buch ist ein Sammelsurium von Texten von, mit &amp; \u00fcber Pop. Die HerausgeberInnen &amp; Schreiberlinge konnten sich dabei offensichtlich nicht richtig auf eine inhaltliche Linie einigen: Einmal gilt Popkultur als Inspirationsquelle f\u00fcr Theorie, dann wieder als Gegenstand der Kritik, immer wieder aber auch unreflektiert als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr eigene Sehns\u00fcchte. Demnach sind einige Texte &amp; Interviews durchaus spannend &amp; vielleicht gar erkenntnisbringend zu lesen, andere sind vollkommen egal, naiv oder gar dumm, manche recht informativ &amp; wieder andere so knietief im DeleuzeGuattariDerridaFocault-Sprech (vielleicht aber auch einfach Freestyle?), dass sie mir fast gar nichts mehr sagen, was aber auch an meinen allgemeinen Schwierigkeiten mit post- &amp; postpostmoderner Theorie liegen mag. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Besonders nervig sind die immer wieder gleichen verzweifelten \u0084Pop als Subversion oder doch nicht?\u0093-Fragen in den Interviews. Interessant dagegen sind aber die Antworten der K\u00fcnstler, wobei vor allem \u0084Attila the Stockbroker\u0093 sich dadurch auszeichnet, das Niveau der Fragen noch zu unterschreiten. Knarf Rell\u00f6m haut als einziger mal richtig auf den Tisch \u0084\u0093Die Fragen hauen nicht hin\u0093, \u0084Wieso glaubt ihr, dass es in der Popmusik ein Gebiet der Heiligkeit &amp; Unschlud geben m\u00fcsse\u0093). Vollkommen \u00fcberfl\u00fcssig sind Thomas D &amp; sein Mitbewohner Parago, die sich in Mystizismus, Esoterik &amp; Vegetarismushype suhlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten gibt es eine treffliche Analyse des neueren Sendeformats Popradio, Einblicke ins Innenleben der mehr oder weniger denkenden PopprotagonistInnen, polemisches \u00fcber neuere deutsche Popliteratur, Huldigungen, Backgroundinfos zum verschuldeten Mitbegr\u00fcnder des Verbrecher-Verlags, historisches zu Indielabeln, ein bisschen Collagenkunst &amp; Gedichte &amp; (nat\u00fcrlich) jede Menge Namedropping.<\/p>\n\n\n\n<p>Lesenswert also auf jeden Fall, aber empfehlenswert? Ich w\u00fcrde sagen, wer sich nicht schon sowieso f\u00fcr Poptheorie &amp; Widerstandsmythen im Pop interessiert, muss auch dieses Buch nicht gelesen haben. F\u00fcr alle, die&#8217;s trotzdem interessiert (oder die einfach alle Interviews von Tocotronic, Einst\u00fcrzende Neubauten, The Notwist etc. im Regal stehen haben m\u00fcssen) ist dieser Band auf jeden Fall ein nettes Pr\u00e4sent, z.B. zum Deb\u00fct-Auftritt im Jugendzentrum nebenan.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: Wenn die vielen \u0084&amp;\u0093 anstatt \u0084und\u0093 st\u00f6ren: Schon mal dran gew\u00f6hnen, denn genau diese total subversive postmoderne Schreibweise wird auch im Buch benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Marvin Chlada, Gerd Dembowski, Deniz \u00dcnl\u00fc (Hg.):<br \/>Alles Pop? Kapitalismus &amp; Subversion<br \/>Alibri Verlag, Aschaffenburg 2003<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0084Macht ihr Popmusik?\u0093Schorsch Kamerun: \u0084Die Frage interessiert mich langsam nicht mehr, weil eine Beantwortung schon wieder Popthema ist. \u0093Dieses Buch ist ein Sammelsurium von Texten von, mit &amp; \u00fcber Pop. 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