{"id":13594,"date":"2004-10-04T06:33:05","date_gmt":"2004-10-04T04:33:05","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=13594"},"modified":"2022-05-31T15:06:52","modified_gmt":"2022-05-31T13:06:52","slug":"steve_marriott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/10\/steve_marriott\/","title":{"rendered":"Steve Marriott: All Too Beautiful&#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steve-Marriott-All-Too-Beautiful.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steve-Marriott-All-Too-Beautiful.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14555\" width=\"175\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steve-Marriott-All-Too-Beautiful.jpg 220w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steve-Marriott-All-Too-Beautiful-110x150.jpg 110w\" sizes=\"(max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zu sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s in der Tat gewesen, wenn Steve Marriott zu Lebzeiten noch mitbekommen h\u00e4tte, wie seine Art des Songwritings und der Performance &#8211; melodisch und schn\u00f6rkellos, direkt und energiegeladen &#8211; von &#8222;nachgewachsenen&#8220; Rockmusikern unterschiedlichster stilistischer Ausrichtung gesch\u00e4tzt und teilweise adaptiert wurde. Gewiss, schon zu Punkrock-\/New Wave-Zeiten bekannten Mitglieder der SEX PISTOLS, von THE CLASH und THE JAM, dass der &#8222;magic midget&#8220; sie beeindruckt hatte, und selbst Hardrock- und Metal-Bands wie QUIET RIOT oder KEEL erwiesen ihm die Ehre. Das freute ihn, und hin und wieder jammte Marriott denn auch, z. B. mit Johnny Thunders oder Ted Nugent.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Marriott machte bekanntlich keine Kompromisse. Er verzichtete auf Ruhm und auch Moneten, als Plattenfirmen ihm eine Solokarriere &#8211; nach ihren Vorstellungen &#8211; anboten. Kurz vor seinem tragischen Tod 1991 hatte Peter Frampton ihn bei Aufnahmesessions in Los Angeles zum Soundtrack &#8222;Harley Davidson &amp; The Marlboro Man&#8220; f\u00fcr eine Neuauflage von HUMBLE PIE gewinnen wollen. Nix f\u00fcr Steve, der von Reunions bedient und dem auch der &#8222;Oldie-Circus&#8220; mit abgehalfterten Bands ein Gr\u00e4uel war. Dass er nach den Erfolgskapiteln mit den SMALL FACES in den 60ern und HUMBLE PIE in den 70ern nunmehr durch Pubs und oft miese Clubs tingelte, st\u00f6rte ihn nicht sonderlich. Sein &#8222;way of life&#8220; war von Bescheidenheit gepr\u00e4gt; Starrummel und -ruhm konnte er nicht ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichwohl w\u00e4re eine Glorifizierung zum aufm\u00fcpfigen Rock&#8217;nRoll-&#8222;Gutmenschen&#8220; nicht angebracht. Bei aller Wertsch\u00e4tzung des fast schon in Vergessenheit geratenen Shouters und untersch\u00e4tzten Gitarristen verzichten Paolo Hewitt und John Hellier erfreulicherweise auf jegliche &#8222;Heldenverehrung&#8220;. Denn sie wissen nur zu gut, dass Marriott nicht immer der nette, umg\u00e4ngliche, unkomplizierte Rockmusiker war.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Autoren hatten schon Mitte der 90er Jahre jeweils gro\u00dfformatige Text-\/Bildb\u00e4nde zur Geschichte der SMALL FACES herausgebracht bzw. ma\u00dfgeblich an ihnen mitgewirkt (Paolo Hewitt: &#8222;The Young Mods&#8216; Forgotten Story&#8220;; John Hellier, \u00fcbrigens Herausgeber des exquisiten Fanzines &#8222;Wapping Wharf&#8220;, als Informant bei &#8222;Quite Naturally&#8220; von Keith Badman &amp; Terry Rawlings). Seinerzeit spielte das Psychogramm Steve Marriotts kaum eine Rolle. Und das ist der gro\u00dfe Unterschied zu anderen Biographien, die sich mit Leben und Werk des Londoner East Enders besch\u00e4ftigen. Hewitt &amp; Hellier haben ausf\u00fchrlich mit Menschen aus Marriotts Umfeld gesprochen, mit der Mutter, der Schwester, weiteren Familienangeh\u00f6rigen und ehemaligen Musikerkollegen. Und da wird deutlich sp\u00fcrbar, dass Marriott ein Getriebener war, der auf der B\u00fchne alles gab, der aber auch Phasen hatte, wo er durchhing, wo er sich abschottete, seine Mitmenschen drangsalieren und nerven konnte. Seine permanenten Stimmungsumschw\u00fcnge verunsicherten die Familie, Freunde und Fans. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht vermuten die Autoren denn auch eine latente Schizophrenie, unter der Marriott litt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber keine Angst, die musikalische Seite kommt nicht zu kurz. Die Karriere-Achterbahn wird auch sehr anschaulich nachgezeichnet; die Diskografie ist zwar etwas un\u00fcbersichtlich, belegt aber seinen Tatendrang, wenngleich so manche Ver\u00f6ffentlichung letztlich nur noch von Hardcore-Fans wahrgenommen wurde. Dass er zumindest in Musikerkreisen immer noch Idolcharakter f\u00fcr sich in Anspruch nehmen kann, verdeutlichen nach der BritPop-Welle Anfang der 90er (u. a. OASIS, BLUR, OCEAN COLOUR SCENE) auch entsprechende Kommentare von aktuellen Bands wie z. B. THE LIBERTINES, GLUECIFER oder (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY.<br \/>Wer nicht nur den K\u00fcnstler, sondern auch den Menschen Steve Marriott kennen lernen will, der d\u00fcrfte mit &#8222;All Too Beautiful&#8230;&#8220; das richtige Buch ausgew\u00e4hlt haben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Paolo Hewitt &amp; John Hellier<br \/>Steve Marriott: All Too Beautiful&#8230;<br \/>London: Helter Skelter Publishing, 2004. 352 Seiten<br \/>ISBN 1-900924-44-7<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s in der Tat gewesen, wenn Steve Marriott zu Lebzeiten noch mitbekommen h\u00e4tte, wie seine Art des Songwritings und der Performance &#8211; melodisch und schn\u00f6rkellos, direkt und energiegeladen &#8211; von &#8222;nachgewachsenen&#8220; Rockmusikern unterschiedlichster stilistischer Ausrichtung gesch\u00e4tzt und teilweise adaptiert wurde. 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