{"id":14242,"date":"1996-10-27T11:11:00","date_gmt":"1996-10-27T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=14242"},"modified":"2022-05-27T04:34:24","modified_gmt":"2022-05-27T02:34:24","slug":"manga-power","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1996\/10\/manga-power\/","title":{"rendered":"Manga Power"},"content":{"rendered":"\n<p>In unserer Bananenrepublik sieht es mit Comic-Magazinen recht d\u00fcster aus. Die altehrw\u00fcrdige ZACK, ist seit Anfang der achtziger Jahre eingestellt, YPS ist ins Koma verfallen und h\u00e4ngt am Tropf. Die einzigen Magazine, die sich nach wie vor eines bescheidenen Daseins erfreuen k\u00f6nnen sind U-COMIX und SCHWERMETALL.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In Japan hingegen haben Comic-Magazine eine lange Tradition und eine treue Leserschaft. Allein von SHONEN JUMP, dem bekanntesten von etwa 250 verschiedenen Magazinen werden mehr als 5 Millionen Exemplare pro Woche verkauft. Thematisch und graphisch sind die Heftchen v\u00f6llig heterogen: Newcomer sind mit ihren Erstlingswerken in den Magazinen genauso vertreten, wie die alte Garde mit Verkaufsgarantie. In Japan sind die Magazine der Hauptmotor der Comic-Industrie. Die Wiederver\u00f6ffentlichung von einzelnen Serien in Alben ist eigentlich nur ein lukratives Recycling. Die Situation in Deutschland ist umgekehrt. Die Comic-Verlage setzen auf die Direktvermarktung von ganzen Alben. Dementsprechend stehen Magazine in dem Ruf wie Recyclingprodukte daherzukommen. Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, da\u00df es jetzt wieder ein Verlag wagt, ein neues Comic-Magazin zu lancieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.hinternet.de\/comic\/cover\/mangapo2.gif\" alt=\"Ranma 1\/2\"\/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Mit MANGA-POWER bringt Feest Comics alle zwei Monate ein Softcover von etwa hundert Seiten auf den Markt, das Episoden aus drei Manga-Serien pr\u00e4sentiert. In Band 1 sind AD POLICE, HELLHOUNDS und RANMA1\/2 zu finden. Zu den ersten beiden braucht man allerdings nicht viel zu sagen: High-Tech Endzeitszenario mit actionreichem Kampf von Gut gegen B\u00f6se. Lediglich im Zeichenstil gibt es nennenswerte Unterschiede. AD POLICE ist ganz in Otomos klarem postmodernen Strich gehalten, HELLHOUNDS hat da schon eher einen d\u00fcsteren westlichen Splatter-Einschlag. Wer von Post-War-Trash nie genug bekommen kann, der kommt bei diesen beiden Serien auf seine Kosten. RANMA 1\/2 hingegen f\u00e4llt ganz aus dem Rahmen. RANMA 1\/2 ist eine phantastische Manga-Persiflage, die ihresgleichen sucht. Allein schon deshalb, weil sich die japanischen Zeichner mit Verst\u00fcmmelungen immer noch leichter tun, als mit Humor. Und Rumiko Takahashi, von dem Text und Zeichnungen stammen, hat Humor und nimmt alle g\u00e4ngigen Manga-Klischees auf die Schippe. Die Story: Ranma und sein Vater hielten einst ihr Kampftraining in einem verwunschenen Sumpf ab, was nicht ohne Folgen blieb. Sobald die beiden mit hei\u00dfem oder kaltem Wasser in Ber\u00fchrung kommen wechseln sie ihre Gestalt. Ranma wird vom M\u00e4dchen zum Jungen und ihr\/sein Vater wird zu einem fetten, zerzausten Pandab\u00e4ren! Kein Wunder, da\u00df sie ihre Umwelt in heillose Verwirrung st\u00fcrzen. Bleibt nur zu hoffen, da\u00df Manga-Power Erfolg beschieden ist, damit die Leser erfahren wie es weitergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>(bg)<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">MANGA POWER<br \/>Feest Comics 9,90 DM<br \/>ISBN 3-89343-785-1<br \/><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Bananenrepublik sieht es mit Comic-Magazinen recht d\u00fcster aus. Die altehrw\u00fcrdige ZACK, ist seit Anfang der achtziger Jahre eingestellt, YPS ist ins Koma verfallen und h\u00e4ngt am Tropf. 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