{"id":14470,"date":"2003-01-26T11:11:00","date_gmt":"2003-01-26T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=14470"},"modified":"2022-05-30T23:18:32","modified_gmt":"2022-05-30T21:18:32","slug":"dieter-bohlen-nichts-als-die-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2003\/01\/dieter-bohlen-nichts-als-die-wahrheit\/","title":{"rendered":"Dieter Bohlen &#8211; Nichts Als Die Wahrheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Besser sp\u00e4t als nie\u2026 Daf\u00fcr jedoch, hier und jetzt, die ultimative Lobhudelei \u00fcber eines der lustigsten B\u00fccher der letzten Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wirklich alles der Wahrheit entspricht, was Herr Bohlen in Kooperation mit der Bild-Klatschkolumnistin Katja Kessler niedergeschrieben hat, dann ist es im R\u00fcckspiegel betrachtet ein durchaus bewegtes und aufregendes wie am\u00fcsantes Leben, das der Modern Talking-Mann f\u00fchrt beziehungsweise bis zur Fertigstellung des Buches gef\u00fchrt hat. &#8222;Nichts Als Die Wahrheit&#8220; erkl\u00e4rt dann auch, warum er ist wie er ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im Ernst: Ich mag Dieter Bohlen. Er sagt, was er denkt &#8211; ganz egal wie das bei seinem Gegen\u00fcber r\u00fcberkommen mag. Dabei riskiert er h\u00e4ufig, dass ein Denkprozess noch nicht beendet ist, bevor Worte seinen Mund verlassen. Aber was soll&#8217;s? Das macht ihn sympathisch. Wer will schon jemanden toll finden oder wer kann schon jemanden ertragen, der jedes Wort auf die Goldwaage legt, sich st\u00e4ndig gew\u00e4hlt ausdr\u00fcckt und jeden noch so unbedeutenden Satz mehrmals \u00fcberdenkt bevor er (wenn \u00fcberhaupt) ausgesprochen wird. Bohlen ist halt Bohlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass er immer wieder prek\u00e4re Details aus seinem schier unersch\u00f6pflichen Schatz an Lebenserfahrungen zu Tage f\u00f6rdert, die eigentlich nicht in die \u00d6ffentlichkeit geh\u00f6ren, weil sie nicht alle beteiligten Akteure in einem guten Licht erscheinen lassen, st\u00f6rt ihn nicht weiter. Mit dem Risiko, in ein Fettn\u00e4ppchen zu tappen oder gar verklagt zu werden, muss und kann er leben. Seine Naddel drohte ihm schon ob der vielen Enth\u00fcllungen \u00fcber ihren Lebenswandel Revanche an. Und der Visagist, der sich in den Augen Bohlens an Naddels Haaren verging, lie\u00df per Gerichtsbeschluss eben jene Passage aus dem Buch eliminieren &#8211; zumindest in der 2. Auflage. Wer die Erstausgabe sein eigen nennen darf, der hat zwar keine Rarit\u00e4t im B\u00fccherschrank stehen (die Erstauflage von 100.000 war am Erscheinungstag schon vergriffen), aber ein Bohlen-Buch, das um eine Attraktion reicher ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was &#8222;Nichts Als Die Wahrheit&#8220; zu einem besonderen Buch macht &#8211; au\u00dfer dass es Dieter Bohlen fast schrieb &#8211; hat mehrere Gr\u00fcnde. Auch wenn man ihn nicht besonders ausstehen kann, es ist ein \u00fcberaus kurzweiliges Leseerlebnis, einen Blick hinter die Kulisse des Pop-Million\u00e4rs, Produzenten und Gro\u00dfmauls zu werfen. Man erf\u00e4hrt eine Flut an interessanten Details, die hier aufzulisten, Seiten f\u00fcllen w\u00fcrde. Wie sich Bohlen an seinem besten St\u00fcck verletzte, was allein bei der Vorstellung schon h\u00f6llische Schmerzen hervorruft. Wie Naddel nichts unversucht lie\u00df, ihre Liebe zum Alkohol zu vertuschen und an verschiedenen Stellen im Hause Bohlen Flaschen von der Tankstelle deponierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schonungslos stellt Bohlen sein Umfeld und auch sich dem voyeuristischen Leser zur Schau. Zum Beispiel wie er J\u00fcrgen Harksen dem &#8222;Felix Krull von Hamburg&#8220; (O-Ton Bohlen), drei Millionen Mark anvertraut hatte, im Glauben, einen satten Gewinn einzufahren. Doch Harksen war ein gewiefter Betr\u00fcger, der mit allen Mitteln und Tricks arbeitete. Erst das Vertrauen erobern, dann die Geldb\u00f6rse. Ein Bohlen ist eben doch nicht unfehlbar. Aus dem Fehler gelernt hat er nat\u00fcrlich auch nicht. Denn Ron Sommer war der n\u00e4chste, der ihm viel Geld abluchsen konnte, von dem er kaum noch mal etwas zu sehen bekam. Lustig sind auch die Seitenhiebe gegen Personen des popmusikalischen Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles und noch viel mehr steht in diesem Buch. Es dauert sicherlich l\u00e4nger als nur ein Flug lang vom S\u00fcden in den Norden Deutschlands, &#8222;Nichts Als Die Wahrheit&#8220; zu lesen. Und es ist auch nicht so, wie es der Kritiker Hellmuth Karasek sagte: &#8222;Wer Bohlen liest, wird auf eine einsame Insel verbannt und muss das Buch mitnehmen. Das w\u00fcrde ja der Todesstrafe gleichkommen&#8220;. Bohlen ist auch keine &#8222;missratene Wiedergeburt des Barons M\u00fcnchhausen&#8220;, kein &#8222;Hirnfreak&#8220; oder &#8222;psychisch Erkrankter, der mit seinem Leben nicht fertig wird und schon gar nicht mit Frauen, die ihn verlassen haben und vielleicht sogar erfolgreicher und beliebter sind als er&#8220; (alles O-T\u00f6ne aus dem Munde von Frau Feldbusch). Bohlen ist und bleibt wie er ist. Das k\u00f6nnen die wenigsten akzeptieren oder verstehen &#8211; schon gar nicht die Neider und Gekr\u00e4nkten.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Dieter Bohlen\nNichts Als Die Wahrheit\nHeyne<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besser sp\u00e4t als nie\u2026 Daf\u00fcr jedoch, hier und jetzt, die ultimative Lobhudelei \u00fcber eines der lustigsten B\u00fccher der letzten Jahre. 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